Sonntag, 22. April 2018

Eine Heidnische Hochzeit


Seit etwa 2004 verheirate ich Menschen im heidnischen Glauben, in meiner Funktion als Priesterin meines Clans. Jedes Mal ist es eine sehr aufwühlende und emotionale Zeremonie, ob mit zwei Leuten, oder wie in diesem Fall, mit 80 Gästen.


Dabei spielt weder die Kleidung, noch das Geschlecht des Paares eine Rolle, denn nicht jeder heiratet, wie hier, in Gewandung oder ist gar eine Frau und ein Mann. Ich mache da keinen Unterschied , ob es Gleichgeschlechtliche Paare sind oder wie ihr Kleidungstiel aussieht. 
Wichtig für mich ist die Gesinnung, heidnisch, naturreligiös, den alten Weg gehend, das sollte zumindest einer der Beteiligten schon sein. Sonst wäre die ganze Zeremonie ein Theaterstück. Ich verheirate im Namen der alten Götter und das ist mir eine Herzensache, das diese Zeremonie "echt" ist.
Auch wichtig, die Umgebung. Auf unserem Hof, das ist natürlich für mich am Besten. Aber bei einem Handfasting geht es nicht um mich, sondern alleine um das Paar. 

Ich komme gerne (fast) überall hin, nur eine "ernst gemeinte" Hochzeit, die sollte auch an einem gut ausgesuchten Ort stattfinden, wie es hier der Fall war.
Auf einem Mittelaltermarkt oder an einem anderen Öffentlichen Platz, würde ich diese Zeremonie nicht abhalten wollen.  An solchen Orten wäre es für mich eher eine Vorführung, als ein echtes Ritual der Götter.
Diese Brautleute, hatten sich eine ehemalige Baumschule/ Gärtnerei und heutiges Event Lokal ausgesucht . Ein wirklich schön gelegener ,  verwunschener Ort an einem See, fast mitten im Wald. In Schortens, das liegt bei Wilhelmshaven. 
Lustigerweise habe ich in diesem Jahr alle Hochzeiten ausserhalb und keine auf unserem Hof. In der nähe von Cuxhaven und noch eine in Elsfleth , das sind die nächsten Termine, die danach folgen.
Dies war mein erstes Handfasting in diesem Jahr und gleich mit so vielen Leuten. Ich muss gestehen, das ich vor solchen Ritualen immer Nervös bin, will ich es doch für das Paar so gut wie möglich machen. Egal ob sie alleine sind, oder wie hier, mit vielen. 
Es ist einer der schönsten Aufgaben, für mich als  Priesterin, obwohl ich diese Bezeichnung eigentlich weniger verwende oder gar mag. Aber wie sonst, sollte man es benennen?!

Jeder der Handfsting Zeremonien in den vielen Jahren, ist einmalig, individuell, anders. Weil jedes Paar und auch jedes Umfeld immer anders ist. 

Bei schönstem Wetter und kaum Wind, segnete und reinigte ich das Paar durch die Elemente und bat die nordischen Götter und die Ahnen zu uns.
Odin und Frigg waren ihre Paten und Zeugen dieses Rituals und ich durfte im Namen der alten Götter diese zwei Menschen, in ihren neuen Lebensweg hinein begleiten.

 So geschehen am Tag der Göttin Frigga. Ihr zu Ehren!
Mögen sie in liebe und Leidenschaft füreinander auf Erden lange glücklich wandeln! 
So sei es!