Dienstag, 21. November 2017

Die Stille Zeit...


Mehr und mehr wird es stiller her. Nicht dass es je laut werden würde. Nicht hier, am Rande der Küste, am Ende des Landes. Hier wird höchstens der Wind laut, so laut, das ich immer noch überrascht aufhorche, wenn er anfängt zu singen und ich in meiner Zauberwerkstatt in der stille arbeite, oder draußen am Baum meditiere. In der Stadt ist es halt „nur“ Wind, hier draußen, ist es die Windsbraut, eine stürmische Seele, die ich mag. 
Mit ihr tragen sich dunkle Gedanken und Melancholie davon, mit ihr schicke ich Grüße und gute Wünsche, wie auch schlechte Gedanken durch Raum und Zeit….



Still ist es, nur die Möwen und die Raben kann man ab und anhören. Auch die Landwirtschaft wird langsam stiller. Die Kühe sind drinnen und die Felder und Wiesen werden nicht mehr geschnitten…wer raue See, Wind und Wetter mag, die Grobheit der Natur, den Nebel und eben die Einsamkeit, ist jetzt hier genau richtig. Die Natur geht schlafen, es wird schon um fünf stockfinster. Hier um mich her, ist niemand, keine Beleuchtung. 


Manch einer kann die ersten Tage gar nicht schlafen, zu ruhig ist es hier und die Helle Zeit ziemlich kurz. Man hat das Gefühl, das der Tag nur so dahinfliegt, die Stunden zu Minuten werden.

Still ist es, nur unsere kleinen Siebenschläfer und der Marder im Dach, die hört man knabbern, wenn es draußen dunkel ist. Umso kälter es wird, umso aktiver die kleinen Knabbertet auf dem Hof. Ab und an begegnet mir am frühen Abend ein dicker Igel. Und die Fledermäuse haben schon Quotier im Türsparren der großen Deelen bezogen. Jetzt fliegen sie nicht mehr. 



Ich liebe es , so still. Manchmal höre ich beim arbeiten Musik, eher leise. Manchmal höre ich beim Hausputz laut Musik, tanze und singe durch die Räume. Meist aber ist es still, denn es ist wunderbar, nur den Wind zu hören. Ab und an wird es laut, wenn der Regen und die Gischt, die durch den Wind weitergetragen wird, an die Fenster trommelt. Dann sind sie am nächsten Tag Weiß, voller Salz des Meeres. Aber was soll´s . Ganze Rinnsale laufen auf den großen Dachfenstern meines Ateliers herunter, vereinigen sich zu einem kleinen Wasserfall der vor dem Hof niedergeht. Im Kamin prasselt das Feuer. 
 Auch im Laden ist es still geworden, jetzt kommt mal ab und an jemand vorbei. Nächste Woche erwarte ich eine Kindergruppe, aber ansonsten machen sie die Urlauber jetzt rar hier auf der Halbinsel. Bis kurz vor Weihnachten ist das so.
 


Jetzt gehe ich in mich, lese ein bisschen, arbeite, spreche mit meinen Geistern oder bereite das Haus auf die Weihnachtszeit vor, mache es mir gemütlich. Kein Auto, kein Straßenlärm, kein Hupen, kein mähen, kein Flugzeug, kein ….irgendetwas...!!!


Es ist still hier, nur das Holz im Ofen knackt frech vor sich hin und meine Katze schnurrt auf dem Sessel daneben…….
die Welt kann mich mal, wenn ich das so will….ich liebe diese Zeit!