Freitag, 24. Januar 2020

Heimatliche Verwurzelungen


Meine freien Tage gestalten sich momentan aus Ausflügen und Herstellungen von Produkten, für den Laden. Momentan fahren wir Sonntags unsere alten und immer noch vertrauten Orte ab. 
An manch einem Heidnischen Platz war ich das letzte Mal vor 15 oder 20 Jahren mit meinen Kindern. Ich empfinde das als wichtig, damit ich in Kontakt mit den Geistern meines Landes bleibe.
Schließlich lebe ich hier. Genauso habe ich damals an der Küste gehandelt und dadurch viel gelernt und gesehen. Manch ein Einheimischer wurde erst durch mich auf bestimmte Orte aufmerksam gemacht. Auch hier ist es so. Ich verwurzele mich neu, bin wieder da, wo ich geboren und aufgewachsen bin. 
Seit frühster Kindheit besuche ich Burgen, Steinsetzungen, Wälder. Dank meinen Eltern, die mich mit den vielen Geschichten und Sagen vertraut gemacht haben. Auch wir haben damals unsere Kinder mitgenommen, ihnen die Sagen und Mythen erzählt oder vorgelesen.
Viele denken ja , im Ruhrpott (ich mag den Ausdruck gar nicht), ist es immer dreckig und es gibt kaum Natur. Das ist aber nicht so. Gerade in dem Bereich, in dem ich aufgewachsen bin, gibt es im nahen und weiteren Umfeld viele alte heidnische Orte und sagenhafte Plätze. 

In all den Jahren habe ich viele Orte entdeckt, viele Geschichten gehört, kenne großartige magische Plätze in NRW. Ich mache grundsätzlich einen großen Bogen um Orte, wie die Externsteine, liebe versteckte Plätze ohne Parklätze . Die meisten Orte finden sich sowieso mit dem Herzen, Wissen und mit guten Wanderschuhen.

Für mich gehört der Besuch dieser Orte zu meinem Glauben an die alten Götter dazu. Wie der Christ pilgert, so pilgern wir zu Orten, die schon für unsere Vorfahren heilig waren. Für mich gehört es einfach dazu, dort meine Ehrerbietung mit Opfergaben und kleinen Ritualen zu zeigen.
Außerdem bin ich gerne in der Natur, sie ist meine Kraftquelle und dort sind meine Götter zu Hause.


Samstag, 11. Januar 2020

Besuch bei den Matronen Tempeln





Vor genau 20 Jahren, im April 2000 besuchte ich mit meinem Mann und meiner ältesten Tochter, die Matronen Tempel in der Eifel.
Danach war ich alle paar Jahre dort, das letzte mal 2012, kurz bevor wir zur Küste zogen. Für mich ist das ein innerer Drang solche Orte aufzusuchen und wenn sie mich rufen, dann folge ich diesem Ruf, egal wie weit ich entfernt bin.

Einige dieser Plätze, die ich in 25 Jahren meiner Arbeit aufgesucht habe, rufen mich und ich kehre fast regelmäßig zurück zu ihnen. Es ist immer ein Austausch von Informationen und Energien. Sie haben mir oft schon neue Inspirationen gegeben.



Da wir nun wieder im Wesentlichen näher an den Tempeln in der Eifel sind, war es mir eine Herzenssache, diese Orte wieder zu besuchen. 


Ich habe viel erlebt dort, habe damals die Eifelautorin Sophie Lange kennengelernt und hatte das Glück bei meinem ersten Besuch auf der Tempelanlage in Pesch, einem Archäologen zu begegnen, der dabei war, die Anlage zu restaurieren.

Der nette Mann zeigte mir damals Energie Bahnen und erzählte ganz viel über diesen Ort. Unter anderen auch von der heiligen Quelle und dem Brunnen auf dem Areal. Er zeigte mir den "Wandelgang" und den richtigen Eingangsbereich. 

Damals gab es in Pesch noch jede Menge Informationen, die man anhand von aufgefangenen Zetteln nachlesen konnte. Auch über das moderne Heidentum. Leider waren diese Informationen schon ein paar Jahre später, bei meinem zweiten Besuch dort, nicht mehr vorhanden. 

Beide Tempelanlagen stammen von den Römern, stehen aber auf uralten Keltischen Kultplätzen. Schon seit Jahrtausenden werden hier die Schicksalsgöttinnen ( Nornen, Parzen, Moiren) verehrt und dieser Kult ist bis heute sehr lebendig. Es tut gut zu sehen, wie viele Blumen und Bänder dort angebracht werden. Eine Freude wäre es mir, mit meinen Zauberschwestern dort einmal ein Ritual abzuhalten.


Die sogenannte „Görresburg“ unterscheidet sich vom Standort und von den Energien maßgeblich von dem Tempel in Pesch. Während die Görresburg auf einem fast Baumlosen und immer windigen Hügel thront, finden wir den Heidentempel eingebettet in einem Waldstück.

Auf dem Fußweg zu Görresburg hatte ich einmal ein sehr eindringliches Erlebnis. Man geht einen Hügel hinauf, wobei sich eine kleine Straße in zwei Kurven an diesen schmiegt. Schon unten hörte ich Kinder Stimmen. Auch mein Mann nahm diese wahr, es hörte sich bei jedem Meter, den wir näher kamen an, wie geselliges treiben und Kinderlachen eines Dorfes. Auch nahm ich soetwas wie Geräusche einer "Schmiede" war, wie das klopfen auf Metall.


Mein Mann konnte es sich nicht erklähren, da er es ja auch hörte. Wir überlegten, ob ein Spielplatz in der Nähe sei, fanden aber weder Kinder noch Spielplatz noch andere Besucher vor. Ich hatte damals das Gefühl, das dort eine Siedlung gestanden haben musste. Ich hatte das Erlebnis nicht vergessen und auch mein Partner nicht. Das erste was er zu mir sagte, als wir das Auto parkten: " Ob wir wohl die Kinder wieder hören?" Nein, wir hörten nur den Wind auf dem Weg zum Tempelbezirk....


Erst bei unserem gegenwärtigen Besuch gab es aber neue Erkenntnisse. Sichtbar hatte man die neuen Ausgrabungsfunde  gemacht mit einem Archäologischen Pfad und siehe da: 

Eine kleine Reihe von Römischen Häusern zog sich damals von dem Flüsschen Urft bis hoch zur Tempelanlage, sagten die Information Tafeln aus. 

Wir hatten wohl damals kurz in die Vergangenheit schauen dürfen.


Beide Orte, bzw. Tempelanlagen haben eine enorme spirituelle Kraft, sind aber sehr unterschiedlich. Ich persönlich fühle mich in Pesch, dem Heidentempel wohler. Ich mag diese, eher geschützten Energien des Waldes drum herum.  Die Görresburg liegt mir zu offen, obwohl die Sicht von dort oben einfach fantastisch ist.


Dennoch gab es wieder Grund sich zu ärgern, denn in Pesch standen eine Menge Plastik Grab Lichter herum. Ich kann es nicht verstehen, wie man diese Laternen einfach stehen lässt. Das ist Müll in der Natur und Menschen die so etwas tun, haben nicht verdient, sich auch nur annähernd Naturreligiös zu nennen!
Wir arbeiten auch mit Grablichtern, räumen diese aber nach dem Ritual sofort weg. Die Gefahr des Brandes besteht dazu noch zusätzlich zum Plastik Müll!

Ich habe von diesem Ausflug einen kleinen Film gedreht, den ihr bald auf meinem Youtube Kanal sehen könnt.


Weitere  Informationen :

Wikipedia Görresburg

Wikipedia Heidentempel Pesch

Donnerstag, 9. Januar 2020

Ein neues Jahr...



Wir stecken nun schon mitten im Jahr 2020. Leider war ich über die Feiertage so krank, dass an Weihnachten gar nicht zu denken war und auch den Jahresübergang habe ich kaum mitbekommen.  Das erste Mal, seit 7 Jahren.


Nun geht es mir aber wieder gut und seit dem 2 Januar habe ich Hagazussas Hain regelmäßig geöffnet. Momentan erfreue ich mich am Interesse der Medien, Zeitung und Radio waren da, nach und nach werden nun die Berichte veröffentlicht. Mal sehen, vielleicht kann ich bei dem hiesigen Sender weiterführen, was ich bei Radio Weser TV angefangen habe. 

Interesse ist jedenfalls vorhanden. Meist scheitert das ja an den konservativen Vorstellungen des Vorstandes. Aber schauen wir mal, wie es weiter geht. Schließlich habe ich mit meinem Hexenladen mehr als genug zu tun.

Schon jetzt haben wieder viele nach Seminaren und anderen Veranstaltungen gefragt, mal sehen, ob ich zum Herbst oder Winter dieses Jahres etwas anbiete. Ich muss erst wieder ankommen. Der Laden ist wunderschön groß, hell und offen, dazu noch im Zentrum des kleinen Vorortes. Direkt an der Hauptstraße gelegen. Seinen Charakter wird er mit den Jahren bekommen, wobei einige Kunden der Meinung sind, der Laden hätte jetzt schon eine sehr intensive Aura.

Der Beltain Baum der Zauberschwestern steht mitten im Raum und erinnert mich an die Zeiten auf dem Hexenhof. Wir haben ihn gut und würdevoll nach Dortmund transportiert und so erstrahlt die Energie des Hofes nun im Geschäft. Eine kleine Erinnerung.
Nun fehlt noch ein guter Job für Chris, dann wäre zusätzlich eine gewissen Sicherheit da und wir hätten die Möglichkeit unsere Tochter in München ab und zu mal zu besuchen und auch sonst des Öfteren in den Urlaub zu fahren. Ich liebe diesen Beruf und den Laden, aber es ist nicht mehr alles.

 Ich werde in diesem Jahr 50, wie Chris auch. Und ich möchte in jedem Fall noch einiges von der Welt sehen, um mich und meine Arbeit davon inspirieren zu lassen.  Da haben wir nun die besten Voraussetzungen dafür geschaffen.

Momentan nutzen wir die freie Zeit für Tagesausflüge, erst am Montag waren wir in der Eifel bei den Göttinnen Tempeln.  Darüber berichte ich aber ein anderes Mal. Es wird auch einen Youtube Film darüber geben.  

Ich wünsche euch eine schöne Zeit und möge das neue Jahr für uns alle ein Gutes werden! Und falls ihr Gelegenheit habt, bitte besucht mich mal im Hexen Hain. Ich würde mich sehr freuen...


Donnerstag, 2. Januar 2020

Die Geschichte von Agnes von Vierbecke



Eine Kurz Geschichte, die ich im Jahre 2005 schrieb und jetzt in meinen Unterlagen wieder gefunden habe. Sie beruht zum Teil auf historischen Tatsachen und ist ansonsten frei interpretiert von mir:

Die traurige Sage der Agnes von Vierbecke: 



In Holzwickede- Hengsen auf dem heutigen Areal der Bundeswehr stand in Uralten Zeiten einmal das Rittergut, derer von Vierbecke.  Die Herren von Vierbecke waren von Adel und hatten fünf Kinder. Die ersten drei waren Jungs, die alle in einem alter von etwa 10 Jahren die Familie verließen, um bei Verwandten erzogen zu werden. So war es lange Zeit üblich und diese Tradition schreibt man schon den Keltischen Vorfahren zu.

Nach einiger Zeit, alle drei Jungs waren schon aus der Obhut der Eltern, bekam die Mutter das vierte Kind. Ein Mädchen! Es wurde auf den Namen Agnes getauft und war schon bei der Geburt ein zähes Wesen. Brauchte doch Agnes Mutter, schon über die 30 Jahre hinaus, was damals für eine Geburt schon ein hohes Alter war, zwei Tage um Agnes zu gebären.

Zwar sagten die Hebammen nach der Geburt von Agnes, es sei schier unmöglich, das die Herrin nochmals ein Kind gebären würde, aber kaum fünf Jahre erblickte nochmals ein Junge das Licht der Welt auf Schloss Vierbecke.  Leider erholte sich Agnes Mutter nie wieder ganz von dieser letzten Geburt, so dass sie fortan immer blas und dürr durch den Hof schritt. Agnes kleiner Bruder war von Anfang an klein und kränklich. Agnes hatte dieses zarte Wesen sofort in ihr Kinderherz geschlossen und so blieb sie immer sehr eng mit ihm verbunden.

Agnes war allerdings ein wildes Kind. Mit vier Jahren riss sie sich das erste Mal von der Hand der Kinderfrau los und erkundete allein die alten und dunklen Gemäuer des Haus Vierbecke.
Und als sie mit fünf Jahren jede Ecke und jeden Winkel, jede noch so versteckte Tür des Rittersitzes kannte, kam ihr Brüderchen auf die Welt. Dieser war aber ganz im Gegenteil zu ihr, ein kränkliches Kind. Die Ärzte stellten eine Blutkrankheit fest, welche damals nicht heilbar war. Er war immer blas und zart. Als sie sieben war, fing Agnes an, sich heimlich davon zu schleichen, hinaus in die Wälder, Wiesen und Wälder des Ritter Gutes. Sie wusste mit neun Jahren, wie viele Rehe es im Wald, wie viele Karpfen im Teich und wie viele Forellen es im Bach gab, sah den Eichhörnchen zu und zählte den Wolfnachwuchs.

Am Anfang waren ihre Eltern sehr besorgt und zornig, aber alles Schimpfen, jede Strafe oder zureden half überhaupt nicht. So ließ man sie gewähren und schickte ab und an einen Bediensteten hinter ihr her. Manchmal nahm Agnes ihren kleinen Bruder mit, zeigte ihm die Rehe , erzählte ihm Geschichten von Tieren und Sagen von verzauberten Orten im Wald. So mütterlich sie auch war, Jakob war danach immer Tage lang krank und Agnes bekam Ärger. Aber Jakob drängelte immer so lange, bis sie ihn wieder mitnahm.

Als sie zwölf wurde, fing ein jeder auf dem Gut an, ihr etwas von Erziehung und Etikette erzählen zu wollen, aber sie verstand nichts. Aber als ihr Vater dann eine Erzieherin und einen Lehrer in seine Herrschaft nahm, schwante Agnes etwas, für eine zwölfjährige -furchtbares.
Aber alles Geschrei und alles wehren half nichts und so musste Agnes dem Vater gehorchen, der sogar mit Prügel drohte, was damals völlig normal war.

Nach einer Zeit des störrischen Widerwillens, wurde es besser und so langsam fand Agnes gefallen an dem was der Lehrer erzählte und so wurde sie nach und nach eine wissbegierige Schülerin. Nach einer Weile wurde ihr auch wieder erlaubt manchmal in die Wälder zu reiten und sie konnte wieder umherstreifen.
Irgendwann, Agnes muss etwa sechzehn sein, trifft sie bei ihren wöchentlichen Ausflügen einen jungen Mann. Nennen wir ihn mal Thomas. Thomas war in etwa im gleichen alter und sie verabredeten sich nun immer wieder. Wie es so ist, aus einer tiefen Freundschaft wurde Liebe und einige Zeit später waren sie ein Liebespaar.
Thomas wuchs bei seinem Onkel, dem Grafen von der Mark auf. Seine Familie war bei einer Fehde vor einigen Jahren ermordet worden, Thomas war der einzig Überlebende. So hatte sein Oheim ihn zu sich genommen. Er war zwar von Adel, aber ansonsten völlig verarmt und mittellos. Der Graf von der Mark hatte selbst 6 Kinder, darunter befanden sich 3 Söhne, für die er Sorgen musste. So war die Aussicht auf ein Erbe auch nicht Erfolg versprechend.

Aber das alles störte das junge Glück herzlich wenig. Es war unwichtig.  Ihr Geheimnis teilte Agnes nur mit ihrem kleinen Bruder, der ab und an mit ihr kam.
Bis zu jenem Tag, als Agnes Vater das erste Mal von Verheiraten sprach. Agnes war entsetzt, wollte nicht heiraten, nicht ihr zu Hause, nicht Thomas und vor allem nicht ihren Bruder verlassen. Aber damals wurde nicht danach gefragt, was eine Frau will. Es gab nur zwei Möglichkeiten für ein Mädchen; Heirat oder Kloster.

Jemanden von Adel sollte es sein, mit vielen Ländereien und viel Vermögen, so stellte sich der Vater seinen Schwiegersohn vor. Agnes wurde nicht gefragt und so kamen in den nächsten Monaten von überall her Junge und auch alte Männer, um sich das Fräulein von Vierbecke anzusehen.
Aber die Begeisterung für das junge Adelsfräulein hielt sich in Grenzen. War Agnes für unsere heutigen Begriffe eine schöne und bewanderte Frau, so kam sie damals überhaupt nicht gut an. „Wie eine Bäuerin sei sie,“ betitelte einer der Holden Männer Agnes. Hatte sie doch keine Haut wie Porzellan, was eine Sünde für die Adeligen darstellte. Nur eine Bäuerin hatte solch eine Sonnengebräunte Haut, erkannte man Leute von Adel doch gleich an ihrer Hautfarbe! „Und vorlaut sei sie und wisse zu viel! - Fast schon wie eine Hexe sei sie“ – So hörte der Vater von den Männern, die dankend abwinkten. Und so machte sich Agnes nicht weiter Gedanken, wenn sie keiner wollte, so würde sie einfach so weiterleben, wie immer. Sie war eben siebzehn.

Aber nach einem langen und harten Winter, indem Jakob immer wieder krank wurde und Agnes sich nur unter hoher Gefahr zu Thomas schleichen konnte, wurde alles anders.
Draußen wurde es langsam milder und die Ostara Feuer brannten, als ihr Vater alle Bediensten kommen ließ und Agnes dazu holte. Er drohte nun jedem, der Agnes half nach draußen zu gehen, damit, ihm oder ihr eine Hand abzuhacken. Und so wurde Agnes eingesperrt, damit zumindest sie nach außen wie ein Adelsfräulein aussah und der Vater endlich einen Mann finden konnte.

Alle Tobsuchtsanfälle und gutes Zureden half nichts mehr und so ergab sich Agnes nach 4 Wochen verzweifelt und voller Sehnsucht nach Thomas ihrer Gefangenschaft hin. Essen rührte sie kaum an und starrte hinaus in das Leben, das draußen wieder erwachte. Jacob aber, der seine Schwester sehr liebte, nahm sich eines Tages ein Herz und ein Pferd und ritt hinaus, um Thomas zu suchen.
Thomas, der von allem nichts wusste, war voller Sorge und hatte schon hier und da gehört, wenn er sich nach dem Fräulein Agnes erkundigte, das niemand wirklich etwas wusste, außer sie solle verheiratet werden.

Als er dann von Jakob hörte, dass Agnes unbedingt heiraten sollte, war er verzweifelt und tief traurig. So fasste er einen Entschluss. Ritt nach Haus Vierbecke und hielt um Agnes Hand an.
Er erzählte von seiner Adeligen Herkunft und das er bei seinem Oheim, dem Grafen von der Mark lebte. Aber nicht alles, was Thomas erzählte entsprach der Wahrheit, er erzählte von Reichtümern und Ländereien. Und als der Vater die Freude in Agnes Augen bemerkte, wusste er, dass er seine Tochter nun doch verheiraten konnte. So wurde die Verlobung bekannt gegeben.

Thomas, hatte ein besonderes Verlobungsgeschenk, es war gleichzeitig das Einzige was er von seiner Familie noch hatte; das Goldene Spinnrad seiner Mutter. Dies schenkte er Agnes zur Verlobung und alle waren sehr beeindruckt.
So begann wohl die Glücklichste Zeit der Agnes von Vierbecke. Aber Väter sind nicht dumm und der Adel damals hatte ebenso seine Verbindungen wie heute, nur dauerte es eben etwas länger, bis der Vater herausfand, dass Thomas völlig verarmt war.

Da hätte seine Tochter sogar einen Bauern heiraten können! Aber alles schreien und toben half nicht, denn die Verlobung lies sich so einfach nicht Rückgängig machen, hatte der Ritter von Vierbecke doch Angst, den Grafen von der Mark zu verärgern, der immerhin Güter von Soest bis zur Hansestadt Dortmund besaß und dem die Stadt Hörde und Wickede unterstand.

So dachte der Vater sich einen Plan aus, Thomas loszuwerden, ohne den Grafen zu verärgern oder Agnes Ruf zu schädigen. Bei Nacht und Nebel versammelte er die verschwiegensten Männer seiner Untertanen um sich und heckte einen Plan aus. Agnes und Thomas ahnten von all dem nichts. Aber nach einer Weile blieb Thomas aus und Agnes wartete und wartete.

Da sie immer noch nicht raus durfte, verzweifelte sie fast. Bis nach mehr als zwei Monaten eine Nachricht zu ihr drang, man hätte einen Jungen Mann gefunden, unten im Teich, mit eingeschlagenem Schädel und kaum zu identifizieren. Aber einen Ring fand man bei der Leiche, mit dem Siegel des Haus Viebecke (der Verlobungsring) und da wußten Agnes und ihre Familie, dass man die Leiche von Thomas gefunden hatte.


Erleichterung machte sich beim Vater breit, so breit wie bei Agnes die Trauer. Aber er hatte eines nicht bedacht, Agnes war schwanger. Glatte zwei Monate später wusste auch er davon und war wieder einmal entsetzt. Nun musste schnellstens ein Mann gefunden werden und wenn nicht von Adel so doch mit viel Geld und Reichtümern.

Ein Kaufmann aus der Hansestadt Dortmund nahm die Gelegenheit beim Schopfe, suchte er doch eine Frau, da die seine im Kindbett des zweiten Kindes gestorben war und er eine Mutter für die noch zwei kleinen Kinder suchte. Er war zwar doppelt so alt wie Agnes, aber bekanntlich spielte das damals keine Rolle. Natürlich wusste der Kaufmann um die Schwangerschaft und so musste Agnes Vater die Mitgift seiner Tochter ein wenig erhöhen. Aber so wusste er Agnes in guten Händen, reich einheiraten war damals wichtig.

So musste Agnes sich fügen und trat die lange Reise zur Hansestadt Dortmund an.  Heute hört sich das überhaupt nicht schlimm an, aber für Agnes war es mehr als eine Tagesreise von Dortmund nach Hause und Dortmund war im 11. Jahrhundert eine sehr dreckige und enge Stadt, kein Vergleich mit dem wo Agnes groß geworden war. Zumal war Dortmund eine Freie Stadt, welchem dem Grafen von der Mark ein Dorn im Auge war und es gab immer wieder Auseinandersetzungen mit ihm.

So wurde Agnes die Frau eines Kaufmannes, der in einem großen Haus lebte. Ergeben fügte sie sich ihrem Schicksal und bekam einige Monate später ihr Kind, ein kleines Mädchen.
Da Agnes eine sehr intelligente und wissenshungrige Frau war, fing sie an sich für die Arbeit ihres Mannes zu interessieren und so kam es, dass der Kaufmann als bald auf Agnes Meinung großen Wert legte. Da ihr Mann sehr viel auf Reisen war, führte Agnes das Haus und wurde bei den anderen Kaufläuten eine sehr geachtete Frau.

 Im laufe der Zeit verdichteten sich die Gerüchte in der Hansestadt , der Graf von der Mark und die Hohen Männer der Stadt Dortmund hätten eine Auseinandersetzung und an allen Ecken  hörte man neue und beunruhigende Nachrichten. Agnes hatte ein ungutes Gefühl und bat ihren Mann, ob sie mit den Kindern nicht zu ihren Eltern fahren könnte, zu lange hatte sie ihren geliebten Bruder nicht mehr gesehen. Aber ihr Mann musste unbedingt rauf an die See und versprach ihr, sobald er wiederkam, könne sie vereisen, aber jetzt müsse sie ihn hier unbedingt vertreten. Und so bleib sie.


Eines Abends stand ein Mann in Agnes Haus, der ihr den Atem nahm. Es war der lange tot geglaubte Thomas! Er war damals überfallen worden, man hatte ihn auf ein Schiff als Matrosen verschleppt, auf dem er unfreiwillig seinen Dienst tun musste. Und wieder nach Hause zu kommen, dauerte über ein Jahr.


Er hatte ihre Nachrichten zukommen lassen, viele, sehr viele. Aber keine war je angekommen! Und als er wieder da war, hatte er von der Hochzeit gehört und war aus Trauer und Wut den Soldaten seines Oheims beigetreten. Deswegen sei er hier. Sie würden die Stadt bald belagern und aushungern und sie solle schnellstens mit den Kindern fliehen.

Aber als Agnes kam sie nicht mehr aus der Stadt. Die Tore waren schon längst verschlossen und so musste sie ausharren.  Um Thomas zu treffen der mit den Soldaten die Stadt belagerte, bestach sie einen Wachmann. Aber eine Flucht war nicht mehr möglich, warum auch immer. So trafen die zwei sich. Heimlich in der Nacht ließ Agnes ihren Thomas in die Stadt und bestach immer und immer wieder die Wachen.

Aber sie hatten wohl die Rechnung nicht mit dem Grafen von der Mark gemacht. So kam es, das Agnes wieder einmal eines der kleinen Stadttore öffnen lies und so anstatt Thomas, Soldaten in die Stadt stürmten. Sie drangen in die Stadt und plünderten, aber letztendlich wurden die brandschatzenden Horden von den Dortmunder Soldaten zurückgedrängt.
Der Graf der Mark musste kapitulieren.

In einem Vertrag einigte man sich mit der Grafschaft Mark auf einige Ländereien.
Man hatte Agnes schon längst gefasst und als Verräterin eingesperrt.
Gnadenlos wurde sie verurteilt, einmal als Ehebrecherin und zum anderen als Verräterin der Stadt Dortmund.

Thomas konnte nichts für sie tun. Und auch Agnes zurückgekehrter Mann, der fassungslos und am Boden zerstört war, war machtlos. Aller Einfluss half nichts und so wurde Agnes eine Woche später vor die Stadtmauern gebracht und lebendig verbrannt. Ihre Asche wurde in alle Winde zerstreut.

Was mit dem gemeinsamen Kind von Thomas und ihr geschah, das ist unbekannt. Ob Thomas es je erfahren hat, auch. Agnes Vater, der Thomas an allem Unglück die Schuld gab, versenkte noch in derselben Nacht, das goldene Spinnrad in einem der Teiche von Haus Vierbecke.

Noch heute soll man in Vollmondnächten das Glöckchen des Spinnrades hören und eine in weiß gekleidete junge Frau sehen, wie sie weinend nach ihrem Geliebten ruft…

Mehr dazu bei Wikipedia 

Dienstag, 31. Dezember 2019

Gute Wünsche für 2020

Ihr Lieben, 

2019 geht zu ende, es war für mich ein Jahr des Abschiedes und hat mir fast die Füße unter dem Boden weggezogen, wie schon zuvor das Jahr. Zwei harte Jahre liegen hinter mir und meiner Familie.

Aber dank meines Mannes und meiner Familie, haben wir uns nicht unterkriegen lassen und sind nun wieder in der alten Heimat mit vielen neuen Ideen und Plänen. 

Auch wenn es noch so viele böse Menschen und Neider gibt, noch so viele, die dummes über mich und meine Arbeit erzählten und erzählen, so bin ich stolz, das ich in diesem Jahr den Neu Anfang gewagt und geschafft habe und trotz einiger Widerwärtigkeiten einiger Personen, mein neues Buch auf dem Markt gebracht habe. Ein Buch, was Deutschlandweit ganz besonders und noch einmalig ist.

Ja ich "beweihräuchere "mich, denn ich habe die letzen zwei Jahre, so viel Mist erlebt, habe gesehen, wie viel Neid und Missgunst es unter den "angeblichen Schamanen und Hexenschwestern" gibt und wie hart der Konkurrenzkampf im Online Gewerbe geworden ist.

Ich bereue meine, unsere, Entscheidung nicht, bin stolz und froh über 6 ganz wundervolle Jahre an der Küste. Ich habe viel lernen dürfen und vor allem Künstlerisches und Spirituelles. Und bin stolz darauf , das wir trotz "Psycho Terror"  überlebt haben, um hier wieder die alten Kreise zu ziehen. 

Ich bin stolz darauf, nicht nur davon zu schreiben oder zu reden, das ich neu anfange, sondern  auch immer tue, was ich sage. Trotz dieses Erlebnisses, bin ich mir selbst treu geblieben und wurde belohnt, mit einem Neu Anfang auf den alten Wegen meiner Heimat....

Die lieben Menschen, die alles hautnah miterlebt haben, wissen, das ich heute alles Recht habe, stolz zu sein, wieder aufzustehen, um meiner Berufung auch weiterhin zu folgen. 

Ich wünsche Euch und Euren Familien, das ihr gesund und fröhlich in das neue Jahr geht, dies wünsche ich allen Menschen, auch denen, die mir meine Lebensgrundlage entziehen wollten, sie haben sich damit eigentlich nur selbst geschadet. Denn nur unzufriedene und kranke Leute tun so etwas anderen an. 

Ich bin nicht so wie ihr, ich lebe was ich tue und ich bin zufrieden mit dem was ich habe. 

Ich freue mich jetzt riesig auf die alte und neue Arbeit im Hexenladen und drum herum, ich freue mich auf neue und alte Begegnungen und Geschichten, auf Vollmondverkäufe, kreativ und magische Seminare, auf Wanderungen und Private Aktivitäten mit meinen Lieben....

Ich wünsche euch ein gesegnetes 2020! 







Sonntag, 22. Dezember 2019

Hagazussas Hain


Nun sitze ich hier, bei Tee und Keksen, meine Nase läuft, der Kopf schmerzt ein wenig und die Ohren sind in Watte gepackt. Seit langer Zeit mal wieder so richtig erkältet, aber so richtig!


Dennoch geht es mir heute schon wieder ein wenig besser, gestern hätte ich wirklich gedacht, ich schaffe die Eröffnung nicht. Eigentlich ein gutes Zeichen, denn meine erste Hexenladen Eröffnung im Jahre 2003 habe ich mit Windpocken im Bett verbracht, dank meiner Kinder. Und dank meines Enkels hänge ich nun mit Halsschmerz und Roter Rudolf Nase hier rum.

Aber Sei es drum, gestern war plötzlich alles wie vergessen, es war so voll, das man sich teilweise nicht mehr bewegen konnte und dank meiner Mädchen und meines Mannes, konnte ich überall beraten und dem ein oder anderen die Hände (unter Wahrung der Ansteckungsgefahr) schütteln oder wurde gleich herzlich umarmt. Natürlich waren meine Clanfrauen dabei und es wurde auch Musik gemacht. Ich hatte gar keine Zeit mehr, darüber nachzudenken, ob meine Nase läuft oder meine Ohren sausten. Mein Adrenalin tat die richtige Arbeit....

Wir wurden mit einer solchen Freude, fast schon liebevoll begrüßt, dass ich zeitweise fast schon Tränen in den Augen hatte. Ich begrüßte viele alte Gesichter, einige noch durch die Netzwerke verbunden, aber einige eben auch nicht. Es hatte sich 
„herumgesprochen“ dass die Hex nun wieder zurück ist. Es waren auch neue Besucher dabei.  Es begann erst langsam, aber dann, mit einem Male, war es im Laden so voll, das kaum mehr Menschen hätten reingepasst. Dies zog sich dann konsequent bis um kurz nach 18 Uhr fort, bis es, wie auf einem Schlag, leer wurde.

Ich hörte mich um, niemand hatte Fotos gemacht, weil es einfach nicht hat funktioniert. Viel zu voll und jeder war zu 100 % ausgelastet. Selbst der nette Fotograft der Zeitung hatte so seine Schwierigkeiten.  Somit schoss mein Mann zum Abend hin ein paar Bilder, alle waren erledigt aber sehr glücklich.

Unfassbar, ich hatte nicht damit gerechnet, das so viele Leute vorbei schauen würden und das sie uns mit ihrem Kauf einen grandiosen Start ermöglichten, denn der Umsatz toppte alle anderen der letzten 20 Jahre bei Weitem und so sind die ersten Monate der Ladenmiete gesichert.

Danke, Danke an Euch! Danke das ihr da wart und danke, dass ihr hoffentlich wieder kommt, weil ihr das zu schätzen wisst!
Das Jahr endet damit einfach zauberhaft, wunderbar, traumhaft und das brauchte ich, brauchten wir. Nach Allem was in den letzten zwei Jahren passiert ist. Somit konzentriere ich mich nun auf meinen Laden, auf den Verkauf und meine Kreativität und Hexenwerkstatt. Das ein oder andere Seminar, Lesung und Veranstaltungen wird es sicherlich wiedergeben. Ich bleibe nun bei mir, lokal und nahbar.

Fern ab des Hexen Main Stream, denn das gibt es schon, seit einer ganzen Weile. Fast hätte es mich mitgerissen und verschlungen, jetzt aber, bin ich hier und ihr wisst wo ihr mich persönlich finden könnt….


Frohe Yulezeit! Frohe Weihnachten! Gesegnete Feiertage!

Sonntag, 15. Dezember 2019

Die letzten Tage bis zur Eröffnung....


Noch knapp eine Woche bis zur Eröffnung meines neuen Lädchens in Dortmund Berghofen.
Wir sind fleißig ,das heißt, wir sind fast jeden Tag ,viele Stunden damit beschäftigt, den Laden zu gestalten und die Ware einzuräumen. Einige Freunde halfen und helfen uns dabei und dafür bin ich sehr dankbar und freue mich darüber sehr.

Natürlich wird am Eröffnungstag nicht alles perfekt sein, so ein Hexenladen wächst mit den Jahren erst. Das war 2003 bei meiner damaligen Eröffnung von "Minervas Hexenladen" so und später auf dem Hof auch. 

Mein erstes Geschäft wandelte sich mit den Jahren, wir wuchsen langsam zusammen, so wird es auch dieses mal wieder werden. Vieles habe ich mir vorgenommen, was aber erst später Gestalt annimmt. 



Ich bin, nein wir, sind wieder angekommen in der alten Heimat und es scheint, als wolle das Jahr positiv, kraftvoll und kreativ enden.

Unsere Tochter kommt aus München . So wird das Yulefest mit der  Familie und den Enkelkindern gefeiert. 

Und wenn ich am 21.12,  zu Yule, die Tore von Hagazussas Hain öffne, dann beginnt wieder eine neue und dennoch alte und sehr bekannte Zeit in meinem Leben.....

Kreise in Kreisen, so lebt die Hexe

www.Hagazussas-Hain.de