Dienstag, 3. Juli 2018

Ein alter Baum....


Bäume sind Lebewesen, sind Kraftquelle und viel mehr als nur Um- Wandler zu dem Stoff, aus dem das Leben ist. Durch sie können wir atmen und existieren. 
 

Ich glaube, dass vielen das überhaupt nicht mehr bewusst ist.  Ich liebe Bäume, vor allem alte und knorrige, denn sie haben etwas zu erzählen, sie schauen schon seit vielen Jahrhunderten auf uns herab. 

 

Sie sind schön, mystisch und versetzten mich immer wieder in ein sehr demütiges staunen, aufgrund ihrer Ausstrahlung. Bäume, gerade solche Alten Riesen, sind Schützenswerte Wesen. Alte Wälder haben ihre ganz eigene Ausstrahlung und Kraft, ich kenne keine Hexe, die nicht gerne stundenlang und so oft es ihr möglich ist, in ihnen herumwandert. 

 

Das ist das einzige, was ich hier in Butjadingen ein wenig vermisse, die schier endlosen Wälder des Sauerlandes. Aber Mutter Meer tröstet mich jeden Tag darüber hinweg. Umso mehr fallen mir besonders schöne und große Bäume in meiner Umgebung auf. Und wer meint, die gäbe es nicht an der Küste, der irrt gewaltig.

Vor ein paar Monaten erhielt ich eine nette Mail. Es war eine Anfrage von einem Buch Autoren und Fotografen, der ein Fachbuch über die ältesten und größten Bäume Deutschlands schreibt. Er hatte gehört, dass es bei uns in Butjadingen einen der wohl ältesten Nussbäume geben sollte und da er mich bei Mare TV gesehen hatte, dachte er, ich könne ihm helfen.

Nun, da ich erst 5 Jahre hier oben bin, wusste ich auf Anhieb nur drei sehr große Bäume zu nennen, und zwei davon waren Blutbuchen. Es gab noch einen, der mir bei meinen etlichen Erkundungstouren mit dem Fahrrad aufgefallen war, mich gerufen hatte. Chris und ich fuhren hin, um zu schauen, um was für eine Baumsorte es sich dabei wohl handelte. 

 

Es zeigte sich schnell, alleine durch die Form und den Geruch der Blätter, das es sich um einen Wallnusbaum handelte. Unfassbar! Ich habe noch nie im Leben einen so mächtigen Wallnussbaum gesehen! Ich hatte mit allem gerechnet, aber nicht mit einer Wallnuss!

 

Wir machten Fotos und haben ihn dann auch vermessen. Im Durchmesser auf 130 cm beträgt dieser Baum 4,65 cm. Wir googelten und stellten fest, dass es sich dabei um den wohl umfangreichsten Baum in ganz Deutschland handeln könnte. Ich schrieb den Autor an und zeigte ihm die Fotos. Er war begeistert. Natürlich lässt er es sich nicht nehmen, uns und diesen Baumriesen Ende August persönlich zu besuchen.   

Mir aber reichte das nicht, dieser Baum ist schützenswert. Also rief ich bei der hiesigen Gemeinde an und fragte nach, ob man von diesem Baum wisse. Der Zuständige am anderen Leitungsende teilte meine Begeisterung mäßig. Und als ich auflegte, verstand ich die Welt nicht mehr. Nicht nur, das alte Bäume schützenswert sind, nein, es wäre ein toller Werbeträge für Butjadingen

Man könnte sogar rund um diese Walnuss, Bänke aufstellen ein Schild und einen Radweg dahin ausschildern…Mein nächster Anruf galt der NABU , die mich dann an die Untere Naturschutzbehörde in Brake verwies, aber nicht ohne den Vermerk, das sie das wirklich spannend fanden und gut, dass ich mich kümmerte. 
Am anderen Tag hatte ich den netten Herrn von der Naturschutzbehörde in der Leitung und dieser war mehr interessiert. Er versprach, sich zu kümmern, den Landbesitzer anzuschreiben und sogar zum Termin mit dem Autoren da zu sein. Sehr gut. Als ich Chris davon berichtete lachte er und sagte:

„Mein Weib in ihrem Element! Das machst du gerne, dich für Natur und Menschen einsetzten. Du könntest in ganz Deutschland herumfahren, um dich für sowas einzusetzen, da wärst du glücklich.“

 
…Naja, ich finde es als eine Selbstverständlichkeit eines Naturreligiösen Menschen, sich um die Natur zu kümmern. Schließlich ist sie uns Hexen heilig. Aber Recht hat er natürlich schon, es ist schön, etwas in seiner Umgebung als schützenswert zu betrachten, sich einzusetztn  oder etwas zu bewegen, Menschen aufmerksam zu machen.

Aber das sollten wir alle tun, oder?! 

Seither waren wir schon viele male wieder an diesem Baum, nun sehen wir die Früchte reifen und hoffen, dass der „Besitzer“ , der Landwirt, der Gegenüber einen Ferienhof betreibt, diesen Wert auch für sich und seine Gäste erkennt. Wir werden es sehen…..