Dienstag, 1. Mai 2018

Eine magische Beltain Nacht

Es stürmt heute und Regen peitscht an die Fenster des Hofes und auf das Glasdach des Ateliers. Zwischen Ladenbetrieb, Haushalt und Kunden, bearbeite ich meine Fotos der gestrigen Nacht….

Was war das bitte für eine Beltain Nacht?! Ich kann es kaum glauben, welche Wendung sie nahm.


Nun, es war Vollmond, dann noch im Sternzeichen Skorpion, meinem Sternzeichen, in einem sehr starken Bezug somit auf Samhain. 
Dies Beltain war anders, kraft und machtvoller....

Der Abend war durchzogen von Regen und dunklen Wolken. Ich hatte nicht mehr damit gerechnet, überhaupt noch draußen das Ritual zu begehen. Aber gegen 22 Uhr war der Himmel fast sternenklar und die Mondin stand groß, hell, ja fast strahlend am Himmel. 

Am Vormittag hatten wir zwischen den Regenschauern und einzelnen Sonnigen Abschnitten, den Ahnenbaum neu errichtet und gesegnet. Opfergaben abgelegt und alles Weitere vorbereitet, in der Hoffnung, das Wetter wäre gnädig mit uns. Nun, erst sah es nicht so aus.
Und siehe da…eigentlich wollte ich erst gar nicht mehr raus, aber etwas rief so stark in mir, das ich gar nicht anders konnte. Die Mondin war so wunderschön und die Sterne leuchteten, es wäre eine Sünde gewesen, nicht nach draussen zu den Geistern zu gehen. Es ist wichtig sich selbst zu überwinden, denn so etwas nenne ich dann „Götterdienst“. Aus seiner Komfortzone herauszusteigen, das wird immer belohnt. Wir als Hexen haben in so einem Moment einfach die "Priesterliche Verflichtung" den Göttern dienlich zu sein und nicht nur sie uns. Leider vergessen das heute sehr viele. 


Wir entzündeten die Feuer, eines in der Feuerschale und eines zum Wärmen, in der Feuertonne. Aber das brannte nur kurz, denn als ich begann die Götter zu rufen, da verloschen die Flammen in der Tonne und die Flammen  in der Schale, die loderten plötzlich auf. Eine Unmenge an Rauch entstand und mit ihm waren sie plötzlich da: 

Geister und Götter. Überall rund um uns schien dieser Nebel zu sein. Über uns Sternenklarer Himmel.


Ich bemerkte leider zu spät, dass ich den Alkohol ganz vergessen hatte, die Opfergabe an die Geister. Außer den großen Beifuß Sträußen und meinem Fichtenharz hatte ich alles drinnen gelassen. 
Ich hätte noch mal gehen können aber ich wollte die Magie nicht unterbrechen. Außerdem hatte ich schon vergessen dementsprechend einzukaufen, gar kein Alkohol im Haus. Wer mich kennt weis, ich nehme das als ein Zeichen an. Sonst hätte mich einer meiner Geister daran erinnert, diese Dinge nicht zu vergessen. Alles kommt so, wie es kommen soll.  Dann wird halt mit dem gearbeitet, was zur Verfügung steht....
Nun ja, ich sang und betete und wir ehrten diese Nacht. Es geht auch so. Der Ort alleine und der Zeitpunkt waren schon magisch und kraftvoll genug. Mein letztes gesammeltes Fichtenharz und meine Beifusbündel vom letzten Sommer wurden als Opfer in das Geisterfeuer gelegt.
Ich wante mich den Göttern zu, bat um Schutz und um Botschaften, um Gerechtigkeit und Segen. 
Holle, du Fruchtbare
Frigg ,du Schöne
URd ,du Vergangene
Verdandi ,du Gegenwärtige
Skult ,du Zukünftige
Odin, Geliebter
Wodan, Vater
Gehörnter, Beschützer
Pan, Tänzer
Cernunos , Wilder Jäger....
Irgendwann setzte ich mich auf die Bank neben meinem Mann. Die Feuer brannten und wir genossen das Quaken der Frösche, welches immer anschwoll, sobald ich leise zu singen anfing. Das war lustig. Sie schienen mich zu verstehen.
Dann traf es mich, wie ein Schlag, wir hatten vergessen unsere Krafttiere zu erfragen! Kaum hatte ich diesen Gedanken auch real ausgesprochen, da gleitet ein Schatten über den Kräutergarten, auf den Ahnenbaum zu. Eine Eule setzte sich mitten auf unseren Baum und sah in die Runde. Trotz der Feuer unter ihr!


Ich konnte es nicht fassen. Sah nur ich sie? Ich flüsterte leise, da oben, schau da oben! Und mir liefen die Tränen der Rührung die Wangen herunter. Ja, wir sahen die Eule, oben auf dem Baum! Sie saß da, ganz real und schaute auf uns herab.
Was für eine Botschaft! Nach kurzer Zeit, flog sie, genauso lautlos aber sehr elegant, wie sie gekommen war, vom Ast des Ahnenbaumes, um in der Nacht über dem Hexenhof zu verschwinden. Ein Segen aus der Welt der Götter. Frigga war da und ihre Botschaft war eindeutig.
Nochmal schluchzte ich auf! Was für eine Botschaft.

Mein Mann, mit seinem trockenen Humor, meinte danach nur :

Das mit den Krafttieren finden, hat sich damit erledigt. Und wir lachten.



 Ich danke der Großen Göttin für ihr Wohlwollen und dem Gehörnten für seinen Schutz!

 Was für ein Erlebnis!