Dienstag, 24. April 2018

Shooting bei der Babara und von Gewürzen und Ahnen.....

Quelle : http://shop.barbara.de/mehr-zu-barbara/
Vor einigen Wochen erhielt ich von der Redaktion der Frauenzeitung Babara die Anfrage zu einem Interview über meine Naturverbundenheit und die Arbeit als Nordseehexe. Da ich meine letzte Frauenzeitung mit etwa 25 gelesen habe und auch sonst wenig von Zeitungen in diese Form halte, bin ich immer erst ein wenig zurückhaltend.  „Babara „ sagte mit spontan so gar nichts. 
 
Nach einem wirklich netten ersten Telefongespräch, wusste ich, dass es diese Zeitung von und mit der Babara Schöneberger ist. Ja, ist mir bei Instagram ab und zu mal begegnet.

Es ist eine Zeitung mit einer hohen Auflage und wohl mittlerweile einem ziemlich großen Bekanntheitsgrad, da sie eben nicht so ist, wie die üblichen Zeitschriften für Frauen. Eine Hexenschwester teilte mir dann zusätzlich ihre positive Resonaz auf die Babara mit.

Ich fand diese Zeitung dann sympathisch und auch die Intension hinter dieser Reportage. Ich sagte zu und telefonierte mit der Journalistin, die mir alles Weitere erläuterte. Ich müsse nach Hamburg kommen, natürlich auf Kosten der Zeitung, für ein Foto Shooting, denn die Babara hat sich da immer ein bestimmtes Farbschema auf die Fahne geschrieben. Und das Thema war, natürlich, Grün! Grün wie die Natur eben.


Diesbezüglich wurde ich gebeten, einige Kleidungstücke mitzubringen. Sie hätten mir auch etwas gestellt, aber ich wollte autentisch bleiben und sollte es auch. 

Der 23.04 um Elf Uhr Vormittags sollte es werden. Ich wurde, ein paar Tage später, dann noch von der Visagistin und dann noch von der Fotografin kontaktiert und fühlte mich danach so richtig wichtig…( Scherz). Sie waren so was von nett. Ich mein, das ist ja schon etwas Besonderes, so eine große Zeitung!


Gesagt getan. Mein Gatte und ich starteten am Montagmorgen mit der Bahn Richtung Bremen, um von dort nach Hamburg zu fahren. Ich mein, wer bitte fährt schon mit dem Auto in eine Großstadt, wenn man auch bequem und Stressfrei, zudem auch Umweltfreundlich und kostenlos, erster Klasse reisen darf??! 


Aber…der Regional Zug Richtung Bremen kam und kam nicht und plötzlich stand da auf der Anzeigetafel „ Fällt aus“, …was eine schei…, da fährt man doch recht oft von hier aus mit selbigen Zug nach Bremen, um von dort ins Ruhrgebiet zu kommen und immer klappt es. Und gerade heute, heute, wo ich um 11 Uhr einen Termin habe, da nicht!

Es half nicht, wir stiegen ins Auto, in der Hoffnung, in Bremen den Anschlusszug noch zu erwischen und fuhren los.  Auf meinem Ticket stand:  Richtung Hamburg Hauptbahnhof – von Bremen Hauptbahnhof, 8.50 Uhr. Wir hatten 8.15 Uhr…und mussten nun 80 km nach Bremen mit dem Auto.


Das Navi zeigte dann, Ankunft Bremen Bahnhof 8. 39 Uhr. OK das können wir schaffen und los ging es. Kurz vor Bremen dann Stau. Das Navi sprang auf 8.49 Uhr. Nein, keine Chance mehr! So rief ich bei der Redaktion an. Die liebe Journalistin beruhigte mich und sagte, wir sollen uns nicht hetzen ,wenn wir halt später kämen, dann wäre das auch Ok. Gut. Und wir konnten beruhigt  weiterfahren. Um genau 8.42 Uhr parkten wir und beschlossen zwar schnell zu gehen, aber das rennen zu unterlassen. Vor der Treppe zum Gleis kam dann die Erleichterung. 

Ankunft 8.50 Uhr aber Abfahrt erst 9.20 Uhr , das hatte ich überlesen. Zusätzlich noch 15 Minuten Verspätung: Na, das nenne ich dann mal Schwein gehabt!

So konnten wir sogar noch in Ruhe Frühstücken und dann gemütlich erster Klasse Richtung Hamburg fahren. Also, wenn ich mir das leisten könnte, würde ich echt nur erster Klasse Bahn fahren. Sehr schön! Und so verging die einstündige Anreise wie von selbst.
Der Hamburger Hauptbahnhof ist riesig, also für meine Begriffe jedenfalls. Und ein Gewusel von Menschen, Taschen, Koffern, Kindern, Hunden. Mittendrin Läden und ganz viel Essen und Trinken von ziemlich vielen Erdteilen. Mc Dummes, was für Veggis, Belgische Pommes, Kuchen, Donuts, wieder was für Veggis, China, Asiatisch, nochmals Donuts, wieder was für Veggis, dann was, was da hies ,„ Schweinebacke“…boahhhh….



Wir aber mussten erst einmal weiter. Mit der U Bahn. Drei Stationen. So gut wie keine Wartezeit und diese Bahn war verdammt schnell. Ich kenne ja die Dortmunder U Bahn, aber die ist eine Schnecke dagegen. Ich hatte mich schon gewundert, warum alle sassen oder sich so fest an die vielen! Haltestangen klammerten….naja, beim Anfahren wusste ich das. 


Nach einer kurzen Orientierung hatten wir einen etwa 5 Min. Fußweg hinter uns, als wie das Studio in einem Loft fanden. Obwohl nicht angesagt, zeigte sich Hamburg von seiner Sonnigen und ziemlich warmen Seite. Angesagt waren eigentlich 16 Grad und leichter Regen.  Wir hatten mindestens 24 Grad und strahlenden Sonnenschein! Drinnen wurden wir sehr nett von der Fotografin, ihrer Assistentin und der Visagistin begrüßt. 


Wir unterhielten uns, tranken erst einmal etwas und dann suchten wir zusammen das passende Kleidungstück aus, welches ich zum Shooting tragen sollte. Dann ging es an das Schminken für die Fotos. Es geht dabei eher darum, den Typ zu unterstützen.

Dennoch wurde gepinselt, getuscht und aufgehübscht. Aber sehr natürlich, die Augen strahlten ein wenig mehr und das Gesicht war matt für die Bilder. 
Es wurde nicht übertrieben und das war gut so.

Dann wurde fotografiert. Hier gezupft, dort gepudert, da die Haare wieder gelegt. Sehr ungewohnt für mich.  Diese Frauen hatten aber einen wirklichen Spaß an ihrer Arbeit, das merkte man ihnen an, es war ein fröhliches und gut gelauntes Team. Die Fotos darf ich, nach der Veröffentlichung, behalten.  Und ich bin schon ganz gespannt, wie alles zusammen aussehen wird. Natürlich bekomme ich vorab die PDF Datei zu sehen, wie das für gute Zeitungen üblich ist, was eben nicht immer der Fall ist. 
Bei TV Aufnahmen ist das nie so, da muss man sich drauf verlassen, was die Redakteure und Texter draus machen, ein Überraschungsei eben.  



Wir verabschiedeten uns gegen Mittag und da wir unsere Rückfahrt so gebucht hatten, das wir noch einige Zeit in Hamburg bleiben konnten, fuhren wir mit der U und S Bahn zu den Landungsbrücken. Was übrigens auch total fix war. 


Dort angekommen suchten wir das Porotgiesen Virtel auf, wo man gut essen kann, sagte man uns. Bei einem kehrten wir ein, schlemmerten lecker Salat und Pasta und machten uns danach einfach zurück zum Hafen, wo wir uns ein wenig in der wundervollen Sonne ausruhten und das Wetter genossen. 






Wir waren nicht weit von der Speicherstadt entfernt, dort hatte ich vor ein paar Jahren das Gewürzmuseum entdeckt, als wir dort einen Abendlichen Spaziergang machten. Damals hatten wir unsere Tochter nach Hamburg gefahren. Ich hatte mir vorgenommen, das Museum mal zu besuchen, denn als Kräuterhexe ist das natürlich schon ein „muss“ für mich. 


Der etwa 10 Minuten Fußweg war warm und wurde wärmer. Das Museum lag in einem alten Speicher im dritten Geschoss und ich war schon ein bisschen in Luftnot, als wir oben ankamen. Es duftete nach der großen weiten Welt, nach Orient und Magie…
Der Eintritt, ich gebe zu, ich finde ihn zu teuer, enthielt aber dafür für jeden eine Packung Pfeffer . So schlenderten wir durch diese Kuriosum an Gewürzen und Kräuter.Maschienen und Düften...







Ich muss gestehen, wenn man sich mit Pflanzen beschäftigt, diese auch noch verkauft, so ist dort nichts unbekannt, dennoch fand ich es sehr sinnlich, das all die Gewürze auf kleinen Schalen aufgestellt waren, um sie anzusehen und daran zu schnuppern…








 Ein Paradies für die Kräuterhex ....



Der Liebeszauber darf natürlich nie fehlen ....




Nach unserem Besuch wanderten wir  zurück zum S Bahnhof ,um in die Vergangenheit meines Mannes abzutauchen. Sein verstorbener Bruder, lebte bis vor etwa 25 Jahren in Altona, in einem Uralten kleinen Haus, welches meine Schwiegereltern damals gekauft und saniert hatten. 

Mein Schwager gehörte damals der alternativen Punk Szene an und war mir sehr symphytisch. 


Er war aber wesentlich älter als mein Mann. Er verstarb vor einigen Jahren mit knapp 60 Jahren  in Portugal, in das er vor etwa 25 Jahren von Altona auswanderte. Vorher lebte er lange Jahre in diesem Häuschen, das wir besuchten. Das blaue Links.


Mein Mann erkannte es sofort, auch die Arbeiten seines Vaters, die Schieferplatten am Haus, am Kamin, die Stuckarbeiten und vieles andere. Er erzählte mir, wie oft er als Kind in Hamburg war und erinnerte sich dann an dies und das. 



Ich ging auf die andere Straßenseite um besser zu fotografieren, da rief er mich wieder zu sich, ganz blass war er. Zeigte auf die alte und recht schäbige Haustüre (wobei das Haus selbst einen gepflegten Eindruck macht) und ich glaubte nicht, was ich da sah: 

Den Namen meines verstorbenen Schwagers auf der Tür! ????Unheimlich. Oder?! Wer macht bitte einen Namen, von jemanden, der seit mehr als 25 Jahren dort nicht mehr wohnt, nicht weg?! Wir waren überrascht.



Danach gingen wir Richtung Altona Altstadt langsam zurück und ich entdeckte auf der anderen Seite einen Laden, wo in großen Lettern „ Kaufmannsladen“ prangte. Ein ganz uriges, kleines Geschäft, mit Holzfußboden und massiven Regalen, voller Keramik Waren, Gewürzen und Räucherwerk. Gänzlich herrlich!

Von draußen aus der Auslage, hatte ich mir vier der kleinen Kännchen mit hinein genommen und stand nun an der kleinen Kasse. Der Inhaber erzählte uns, dass diese Sachen aus Portugal kämen…ich fragte, wie alt der Laden ist, der Zeitrahmen passte aber nicht, er konnte meinen Schwager nicht gekannt haben. Ausgerechnet aus Portugal...
Die Kännchen sind nun wohlbehalten bei mir zu Hause und ich werde eines davon meiner Schwiegermutter schenken, zu Erinnerung an ihre Zeit Hamburg und ihren Sohn, denn es verbindet beides, Hamburg, Peter und Portugal, auf besondere Art und Weise. 
Zufall?? Ich glaube nicht.   

Wir hatten Altona nicht geplant, denn wir planen so gut wie nie, lassen uns treiben. Ganz kurz in die Kindheit meines Mannes und in Gedenken an seinen Bruder, der bei uns war. Ganz sicher. Dann wurde mir bewusst, wie nahe wir an Beltane sind, denn es ist ja auch ein Ahnenfest, wie Samhain. Und wisst ihr, was noch gruseliger ist, heute wurde mir klar, das Peter, fast auf dem Tag genau um diese Zeit gestorben ist....
Es sollte so sein! Er war mit dabei.

Altona ist Multi Kulti, aber wohl im Umbruch. Das Alternative kann man noch sehen und fühlen. Bio Läden und Bio Mode aber auch Türkische Supermärkte, viele kleine Lokale rund um einen Marktplatz. Aber auch hier, reges und geschäftiges Treiben. Viele Menschen. Ich glaube Hamburg ist überall voll. Dennoch hat es seine eigene Aura und Magie. 


Mir gefiel es, für eine kurze Weile.

Später saßen wir wieder am Hauptbahnhof, bei einem Stück Kuchen und einem Milchkaffee, um dann auf den ICE nach Hause zu warten, der uns, wie üblich, mit ein wenig Verspätung nach Bremen brachte und von dort mit dem Auto zurück auf den Stillen, Verwunschenen und Naturnahen Hexenhof. 

Mit vielen Eindrücken beginne ich nun die neue Woche….DANKE Hamburg, DANKE an das nette Team der BABARA. 
DANKE Peter fürs erinnern.....

PS: Erscheinungsdatum der Babara : 07. Juni 2018