Freitag, 13. April 2018

Odins Tochter und Frau Holles Kind….Teil1.


Anmerkung der Verfasserin: Wer mich kennenlernt, weiß auch heute noch, dass ich keine schwebende „Licht und Liebe Bringerin „bin, keine „Auserwählte“ meiner Art oder sonst wie „Andersweltlich“. Ich bin kein Labiler Mensch, glaubt mir und ich denke, dass mein Bewusstsein ganz gut geerdet war und noch immer ist. Die nötige Erdung gaben und geben mir meine Familie, mein Partner und meine Kinder und Enkel.


Ich war lange, sehr lange ein Mensch, der mehr auf die Botschaften in der hiesigen Welt lauschte, als in Schamanischen Reisen, Meditationen oder bei den Trommel Trancen. Mein weltlich- anerzogenes Bewusstsein, benötigte viele, sehr viele Jahre, um zu verstehen, dass es mehr, als diese eine Ebene gibt. Immer wieder zweifelte ich an dem, was ich wahrnahm. Das ist sehr lange her, kommt mir aber hin und wieder in meine Erinnerung und lässt mich selbstmitleidig lächeln….

Aber da Götter ja bekanntlich ab und zu auch in Menschengestalt in unserer Welt zu finden sind, bin ich ihnen ganz real begegnet. Weil sie wohl keine andere Möglichkeit sahen. Diese Begegnungen waren jeweils so intensiv, dass ich sie bis heute nicht vergessen habe. Und kennt man die Edda(s) so liest man ja auch hin und wieder von dem Besuchen der Götter bei den Menschen….

 
Angefangen hat alles vor etwa 19 Jahren, bei einer Waldwanderung, bei der ich, wie eigentlich fast immer, alleine unterwegs war. Ich wanderte achtsam, langsam und ruhig, meditativ, in mich versunken, vor mich hin. Ich weiß noch, das ich sehr erschrak, als dieses Pferd an mit vorbeitrabte, nicht sehr schnell, sondern in einem eher gemächlichen Tempo. Dennoch hatte ich es nicht kommen hören, aber das war nichts Ungewöhnliches für mich, so in meinen Gedanken versunken, wie ich immer in den Wäldern umherstreifte. Der Weg war allerdings so beschaffen, dass ich es gut hätte hören müssen, was mir aber zuerst nicht einmal auffiel. 
 
Langsam trabte es an mir vorbei und ich sah, dass es in einiger Entfernung links von mir stoppte. Erst dann wurde mir bewusst, dass es ein Apfelschimmel war, nicht sonderlich groß. Ich erkannte einen Mann der langsam von ihm herunter glitt, seine langen sehr blonden Haare und der Kleidungsstiel war auffällig.  Fell und Leder.  Eine Weste mit Fell und eine Lederhose. Ob das Pferd einen Sattel hatte?! 

Ich glaube mich daran erinnern zu können, aber genau weiß ich das nicht mehr. Ich kann mich an Pfeil und Bogen des jungen Mannes erinnern und dass er sich umschaute, direkt in meine Richtung. Erst als ich etwa 10 Meter von ihm weg war, sah ich, dass er plötzlich wieder auf das Pferd stieg und weiterritt. Aber wie in einem Nebel war Ross und Reiter, als ich kurze Zeit später, an derselben Stelle stand, plötzlich verschwunden, einfach unauffindbar. Nicht zu sehen und nicht zu hören. Als seien die zwei nie da gewesen. Ich glaube ich habe in diesem Moment tatsächlich mit dem Kopf geschüttelt….

Und da erst realisierte ich, dass ich eine nicht weltliche Begegnung hatte und ich stand wie geschockt ein paar Minuten. Denn weder hatte ich Ross und Reiter kommen, noch weitertraben gehört und diese Ecke war so Licht, das man zu allen Seiten weit schauen konnte. Es war niemand da, ich war alleine! Es passierte danach nichts weiter.  Es gab keine tiefere Botschaft dazu. Nichts, nur diese kurze, sehr skurrile  Begegnung. 

Als ich weit aus später, im Zuge einer ganz anderen Recherche, auf Beschreibungen des Gottes Baldur stieß, erschrak ich. Genauso wie in dieser Beschreibung, hatte der Mann ausgesehen! Mit diesen eher unscheinbaren, nur wenigen Minuten andauernden Sequenz fing alles an.  Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, das es hätte gut Baldur sein können, so richtig glauben, konnte ich das damals aber nicht.

Heute weiß ich nicht mehr, wieviel Zeit dazwischenlag, aber ich sah an meinem Platz im Wald, immer wieder einen Mann auftauchen, der in einiger Entfernung an einem Baum lehnte, als ob er mich beobachtete. Er schien nicht wirklich real, manchmal durchscheinend, es war mir, als ob ein grauer Nebelumhang in umhüllen würde. Ich besuchte meinen Ort , ein altes Hügelgrab seit einigen Jahren, ohne Zwischenfälle, erst danach tauchte irgendwann dieses „ Gespenst“ hinter den Bäumen auf.
Einige Zeit redete ich mir ein, es wäre halt eine optische Täuschung. 

Aber jedes Mal, egal zu welcher Zeit ich meinen Platz im Wald besuchte, mich an meinem Baum hinter dem alten Hügelgrab setzte und räucherte, jedes Mal, sah ich ihn wieder. Wie oft ich dann an genau dieser Stelle nachgesehen habe! Aber es war dort nichts, weder etwas, was diese Täuschung hervorrufen konnte, noch Fußspuren oder sonst was. Nur Bäume, Farn und Waldboden…und dieser Mann hatte eine Kapuze auf, manchmal einen Hut, manchmal einen Stock…aber immer war er dunkel, fast schwarz, eher wie ein Schatten. Langsam gewöhnte ich mich an diesen Anblick und redete mir ein, dass es ein Baum sein müsse. Manch einer, den ich um Rat fragte, sagte es könne auch eine dunkle Energie sein, sowas wie ein Dämon. 

Aber da ich nie das Gefühl von Bedrohung oder gar Angst hatte und sowieso nur bedingt an Dämonische Sachen glaube, kam das für mich gar nicht in Frage, diesen Gedanken für mich weiter zu spinnen…ich glaubte eher an einen Wächter, vielleicht ein Elementarer oder ein Blick in eine längst vergangene Zeit.
An diesem besonderen Tag aber, betrat ich meinen Wald wieder, wanderte mit meinem Stab und Rucksack wieder zu meinem Platz im Wald. Als ich eine kleine Brücke überquerte, stand dort ein großer Mann, ganz in schwarzer Kleidung mit einem Hut. Zwei große Schwarze Hunde hatte er dabei, die unter ihm im Wasser des Baches tobten. Eigentlich normal, deshalb grüßte ich freundlich und wanderte an ihm vorbei, ohne weiter das Spielen der Hunde zu beobachten. 

Aber nach kurzer Zeit bemerkte ich, dass dieser Mann hinter mir herging, seine Hunde hatte er inzwischen an der Leine. Immer noch nichts, worüber man sich Gedanken machen müsste. So setzte ich meine Wanderung fort, allerdings nicht so entspannt wie sonst. Ab und zu schaute ich mich um, und sah ihn immer noch, im selben Abstand hinter mir.  Ganz langsam fühlte ich mich dann doch unwohler. Egal wie schnell meine Schritte wurden, der Typ war immer im selben Abstand hinter mir. 

Irgendwann begann ich immer schneller zu gehen, aber immer noch blieb dieser Abstand zwischen uns, und erst, als ich in einen schmaleren Weg einbog, wurde die Reichweite zwischen dem schwarz gekleideten und mir geringer, wie auch immer der das gemacht hatte, er kam näher. 

Langsam wurde es mir unheimlich, außerdem wollte ich in keinem Fall, dass der mir zu meinem heiligen Platz im Wald folgte oder diesen womöglich noch sieht. So ergriff ich die Gelegenheit, weil ich mich ziemlich gut auskannte, und rannte wie eine Furie, einen kleinen versteckten Trampelpfad der zwischen zwei großen Ilex Büschen vom Weg ab zeigte, geradewegs den Berg hinauf.
Das schlimme daran, ich hatte das Gefühl die Angst sprichwörtlich im Nacken zu haben…

Ich wurde das Gefühl nicht los, das er immer noch hinter mir war. Wie gehetzt fühlte ich mich, beim wahrsten Sinne der Worte, die Angst im Nacken.  Als ich oben auf dem Hügel ankam, hätte ich mir meine Lunge festhalten müssen, damit sie nicht rausfällt, denn jeder Atemzug tat weh und ich war fix fertig.  Ich bin und war nie besonders sportlich, welch ein Glück, zumindest Nichtraucher zu sein. Kurz aber völlig außer Atem, schaute ich mich um. 

Ich sah glücklicherweise nichts mehr von diesem Mann und seinen Hunden. So lief ich schnellstens weiter, so gut es eben ging, zu meinem Platz am Hügelgrab, von dem ich einen guten und geschützten Überblick hatte.  Wenn man nicht wusste, wo genau es lag, war man dort fast unsichtbar. Dennoch konnte man die Wege von dort gut überblicken. 


Ich lies mich Atemlos fallen, nein, ich rutschte förmlich mit meinem Rücken am Baum gelehrt, diesen runter und landete auf meinem Hintern. Denn mein Unsportlicher Kreislauf fand das alles gar nicht so nett. Und mir wurde  Schwindelig. Ich sah lila Punkte und versuchte langsam zu atmen. 

Ab diesem Zeitpunkt, weiß ich nur noch, dass eine grauschwarz gekleidete Gestalt über mir stand, mich ansah, den großen Hut abnahm und mir sagte, ich solle nicht vor dem weg laufen, das würde eh keinen Sinn machen.  Er wäre Wodan, auch Odin genannt.

Meine Erinnerung dazu ist bis heute Lückenhaft, ich kann mich an Bilder erinnern die er mir zeigte, es waren leider keine schönen Bilder. Bilder eines Stammes, meines Stammes, der komplett ausgelöscht wurde.  Bilder dieses Ortes an dem ich mich gerade befand. Bilder von Feuer und Tod. Ich sah eine junge Frau, die einen Schwur leistete, viele Feuer und viel Schmerz…dass alles innerhalb weniger Sekunden.   
Bevor ich aber so richtig verstand, was da mit mir passierte, zeigte er mir meine heutige Bestimmung, teilte mir einiges mit, welches ich im Herzen behalte und geheim.  Ich weinte ganz heisse Tränen, daran erinner ich mich noch gut. Er schenkte mir eine "Gabe" , wie er sagte. Dann wurde es nebelig und ich sah wieder bunte Farben, wie ein Regenbogen, um mich herumtanzen. 

Irgendwann trat mein rationales Bewusstsein wieder an seinen Platz und machte mir klar, dass es sich hierbei um so etwas wie „Einbildung“ handeln musste. Dennoch, mein Gesicht war nass von Tränen und meine Nase lief unaufhörlich.
Natürlich war es das, Einbildung, was auch sonst?! Oder etwa doch nicht? !

Ich beruhigte mich, versuchte langsam zu atmen und schaute mich um, niemand war da. Ich war alleine. Auch auf den Wegen war kein Mensch zu sehen oder zu hören.
Der Schatten Mann war nicht mehr da. Gut. Ich räucherte aber blieb an diesem Tag nicht so lange wie sonst. Bei meinen nächsten Besuchen war wieder alles , wie ich es kannte.

Ein bisschen war ich darüber erleichtertet, das ich an meinem Platz erst einmal keinen Besuch hatte .
Aber wenige Wochen später, beobachtete ich einen alten Mann, ziemlich flink, den Hügel zu meinem Platz, an dem ich saß, hinaufspazieren. Einen Hut trug er und einen Wanderstab. Kein Hund. Naja, der machte mir keine Angst. Eher neugierig. So zielstrebig, wie er heraufwanderte, quer durch den Wald, war mir ganz klar, dass er zu dem Hügelgrab wollte, an dem ich saß und räucherte. 

Als er mich am Baum gelehnt entdeckte, blieb er stehen, aber er schien irgendwie nicht überrascht, er grüßte freundlich und fragte gar nicht, was ich den seltsames hier oben tat. Nein, ganz im Gegenteil. Wenn mich in späteren Jahren ab und an mal die Geocachter bemerkte, dann verflüchtigten der sich entweder ziemlich schnell oder fragte meist ziemlich überrascht, was ich tat.
Dieser alte Herr da, für ihn schien es nicht wichtig zu sein.
Er erzählte mir frei weg, wie einer alten Bekannter, das er hier sein ganzes Leben schon nach dem Rechten schauen würde, denn dies wäre ja eine alte Grabstelle. Er wäre seit seiner Kindheit hier oben und käme ab und zu mal zurück.

Ich weiß noch, dass ich seine Ausssage sehr seltsam fand, weil ich bis dato schon viele Male zu den unterschiedlichsten Zeiten an diesem Ort war und nie hatte ich ihn auch nur gesehen. Es gab nur zwei Wege hier herauf.

Dieser alter Mann, mit Stab und Hut, hier mitten im Wald wäre mir doch  aufgefallen…oder nicht.? Nunja…kann ja sein, das wir uns immer wieder verpasst hatten.
Ich erzählte ihm, das ich auch schon einige Jahre hierherkam, um zu „meditieren“ (was auch sonst sagen?) und er nickte einfach nur. Ich weiß noch, dass er ganz am Anfang unseres Gesprächs gefragt hatte, ob er stört und ich es verneinte, obwohl er es ja eigentlich tat. Ich erzählte ihm nur kurz wo ich herkam und er nickte nur freundlich. Das ich hier sass, um auf diese Gräber  " aufzupassen" , das fand er gut und betonte das auch und seine Augen flackerten dabei ziemlich jugendlich. Er hinterlies mich grinsend, denn dieser alte Mann hatte eine sehr positive Ausstrahlung.

Ohne sich dann weiter aufzuhalten, sagte er mir:
Wir sehen uns bestimmt wieder und drehte sich dann, um wieder den Hügel abwärts zu laufen. Seltsam waren dann zwei Dinge. 

Nach einigen Metern, war er einfach verschwunden und ich habe ihn nie wieder gesehen…irgendwie habe ich nach ein paar Minuten und weiteren Minuten, als mein Räucherwerk dann glimmte, auf die Versteckte Kamera gewartet…es war eine sehr komische Situation, die für mich mehr Fragen aufwarf, als Antworten. Er war einfach weg! Ich hatte ihn ja schon von weitem herauf kommen gesehen und er tat sich dabei nicht ganz so leicht. Und nun war er auf selbigen Pfadt wieder zurück gewandert...wo war er hin?!


Er war hier heraufgewandert und hatte sich ausschließlich mit mir unterhalten, er hatte dem Grab keine Aufmerksamkeit geschenkt.
Von diesem Tag an, wusste ich, das mir in diesem Wald, nie etwas passierten würde. 

Es war etwas was ich nicht weiter erklären kann, ich wusste einfach, das ich beschützt wurde. Ich wanderte immer wieder zu dem Grab, sah auch später immer wieder den Nebelgrauen am Baum lehnen. Heute, egal an welchen alten Ort ich mich befinde, er ist immer in der Nähe. Er, der mir freundlich und wissend zunickt, den Hut tief im Gesicht. Immer grüße ich zurück. Seit her weiß ich, ich werde geschützt…und ab und an, sehen andere, dich mich begleiten ihn auch....

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen