Samstag, 30. Dezember 2017

Der letzte Tag des Jahres...


 Am letzten Tag des Jahres ,sitze ich in meiner Zauberwerkstatt, der Kamin prasselt, die Katzen liegen auf den Sesseln davor. Räucherwerk zieht durch das Haus und ich höre meinen Mann in seiner Werkstatt das Holz schleifen. Einen Anhänger hat er für mich gestaltet, eine wunderschöne Göttin aus Eibenholz. Meine heilige Pfeiffe, die er aus Holler gefertigt hat, liegt auf meinem Schoss. Sie erinnert mich an meine Zauberfauen und ich muss fast laut lachen, wenn ich an unsere letzten Rituale zusammen denke. Diese Frauen sind Schwestern geworden, die mir sehr am Herzen liegen. Und für die ich sehr dankbar bin. 


Heute, zum Ende des Jahres, rauche ich das heilige Kraut und räuchere somit mich und meine Umgebung mit dieser Kraftvollen Energie. Ein uralter Brauch, den ich für mich neu entdeckt habe. Das Jahr war ein gutes Jahr. Wir haben uns das auch verdient. Der Kräutergarten ist entstanden und hat mir viel Spaß gebracht. Eine Menge zusätzlicher Arbeit auch, aber das war mit bewusst. Gartenarbeit ist die reinste und urtümlichste Verbindung mit der Mutter Erde. 


Am letzten Tag des Jahres, sitze ich hier und weiß, das sich bald schon etwas bedeutend ändern wird. Eine drastische Änderung in unserem Familien Leben steht uns allen schon zum Anfang des Jahres bevor. Meine Jüngste Tochter, die jetzt 20 Jahre wird, zieht aus. Was nur natürlich ist.  Kinder müssen fliegen lernen, damit sie sich entfalten können. 


Aber sie zieht wirklich sehr weit weg von uns. Nach München geht es. Dort hat sie ein Angebot erhalten, was sie nicht ausschlagen kann. Ihr Traum, bei einer Filmfirma eine Lehre zu machen, geht nun in Erfüllung. Und ich freue mich riesig für sie! Eine riesige Chance. Sie hatte schon immer gute Geister an ihrer Seite!
Dennoch, als Mutter bin ich ein wenig wehmütig, das bald alle meine Kinder ihren eigenen Weg gehen…
Alles hat seine Zeit. 


Der letzte Tag des Jahres…gestern rief eine Freundin an, eine kleine Verbindung noch zur alten Heimat. Und ich bemerkte, das ich kaum noch Emotional an den alten Orten hänge und dass die Zeit rennt und diese Wunden heilen. Ich entfremde mich vom der alten Heimat mehr und mehr und bin ganz im Dasein der Küste.

Am letzten Tag des Jahres… schaue ich mehr nach vorn, als zurück, danke den Götter das ich sein darf, wer ich bin und das ich gefunden habe, wonach ich suchte.

Am letzten Tag des Jahres, rauche ich zufrieden meine heilige Pfeiffe und verabschiede mich vom Alten. Halte Zwiesprache mit den Geistern.
 
Ich wünsche euch einen zauberhaften Jahresstart! Kommt gesund und munter in das neue Jahr!