Samstag, 11. November 2017

Wissenswertes über Hausgeister....


Über Hausgeister habe ich schon einmal 2011 geschrieben. Allerdings in einem anderen Zusammenhang. Deshalb gibt es hier nochmal ein paar Wissenswerte Überlieferungen dazu:

Schon viele der Uralten Nordstämme kannten einen Hausgeist. 
Ihm war regelmäßig zu Opfern. "Geisterdienst" wurde das  genannt. Die Geister des Hauses und auch der Umgebung wollte man nicht vergrämen. Das war sehr wichtig!
„So brachte man den Hausgeistern von jedem Sud Bier und jeder Backet Brot die erste Gabe dar, ehe man es selbst versuchte; auch gab ein neuer Hausbewohner ihnen ein Opfer von Salz, Bier und Brot. Bei jedem Schmauſse legte man ihnen etwas zurück, und Milchopfer für sie waren gewöhnlich.“

Für die Geister des Grund und Bodens gab es folgendes zu beachten:
"Vom Michelstag ( etwa der 29. September) an, drei bis fünf Wochen lang +musste man folgendes begehen:

Während dieser Zeit wurde von der Abenddämmerung an nicht mehr in den Häusern gearbeitet, und früh schlafen gegangen, um die herumgehenden Geister der Väter nicht zu stören. Der letzte Abend des Festes wurde mit einem Essen gefeiert, dabei aber den Geistern im Vorhaus auch ein Tisch mit Speise und angezündeten Lichtern hingestellt. Wobei auch ein Büschel dürrer Späne auf das Grab der Verstorbenen gelegt wird, das die Geister sich in der Nacht Licht machen können. .."
(Vielleicht kommt daher der Brauch der „Totenlichter“ auf den Friedhöfen?)

Einen Hausgeist, besitzt nach dem slawischen Volksglauben jede Wohnung oder jedes Haus. Sollte dieser Hausgeist in der Wohnung oder dem Haus fehlen, dann muss er mittels eines magischen Rituals diese Wohnstätte mit einem Hausgeist beseelt werden. Gewöhnlich ist der Hausgeist jedoch bereits in der Wohnung oder dem Haus vorhanden. Damals jedenfalls. 

Ich kann mir aber gut vorstellen, dass es in der modernen Zeit nicht mehr so ist, da viele nicht mehr an den guten Geist im Hause glauben. Und dieser sich so unnütz fühlt und verschwindet. Auch machen Neubauten oder Feuer ihm zu schaffen.

Er wacht ja eigentlich über die Ruhe in der Wohnung oder dem Haus, beschützt die Bewohner und macht das Leben glücklich. In sehr vielen polnischen, norwegischen, finnischen, schwedischen sowie russischen Familien hat er bis heute, seinen festen Platz im täglichen Leben. Für alles, was das Zusammenleben mit einem Hausgeist betrifft, gibt es im dortigen Volksglauben eine Vorsorge oder ein Ritual.

Man darf zum Beispiel, den Hausgeist nicht vergessen, wenn man aus einer alten Wohnung oder einem alten Haus in eine neue Wohnung oder ein neues Haus umzieht. Er muss von den Bewohnern liebevoll eingepackt und mitgenommen werden. Wenn der Hausgeist zu diesem Umzug nicht eingeladen wird, dann bleibt er in der alten Wohnung oder dem alten Haus und wird sehr leiden, wenn dort jemand einzieht, der diesen nicht akzeptiert.
Um mit seinem Hausgeist gemeinsam umzuziehen, nimmt man einen alten Hausschuh oder eine kleine Holzschachtel, in die man ein kleines Kissen hineingibt, macht diesen weich und bequem und sagt:

„Der Großvater Hausgeist! Bitte gehe mit uns in das neue Haus, auf das neue Leben, auf den Reichtum“.

Danach nimmt man den Schuh oder den Kasten und bringt ihn in die neue Wohnung oder das neue Haus. Diesen stellt man in die Küche der neuen Heimstatt ab, denn die Hausgeister lieben sehr die Küche und vor allem den Herd und das Herdfeuer.
In der ersten Nacht, in der man in der neuen Wohnung /Haus übernachtet, stellt man auf den Küchentisch eine Tasse voll Milch und auf einen Teller legt man etwas Gebäck und Süßes.

Dabei erzählt man zum Hausgeist, dass auf dem Tisch die Bewirtung für ihn steht. Damit er sich ganz wieder zu Hause fühlen kann.
Am Morgen kann man die übrige Milch trinken und auch das Gebäck und das Konfekt essen oder es Kindern geben. Schöner ist es aber, wenn man alles dann nach draußen bringt. Der Hausgeist ernährt sich nur aus der Energie, von diesen Bewirtungen, denn er isst nicht physisch. Je mehr wir ihn aber akzeptieren, desto Materieller kann er werden.  Eine Woche nach der Überführung des Hausgeistes in die neue Wohnung, kann man den Schuh oder die Kiste aus der Küche entfernen.
Wenn in der neuen Wohnung oder dem neuen Haus aber der fremde Hausgeist geblieben ist, weil ihn die vorigen Bewohner nicht mitgenommen haben, so beginnen die Hausgeister zu streiten und zu schimpfen, sagt die Überlieferung. 

Um dieses Problem zu lösen, nimmt man ein Stückchen  Brot und eine Kupfer Münze. Darauf streut man eine Prise Salz. Das wickelt man in ein kleines Blatt weißes Papier und klebt es mit Klebeband über die Eingangstür zur Wohnung oder dem Haus.

In der Zeit, wo man alles vorbereitet muss man sagen:
„Hausgeist, Hausgeist! Meinem Hausgeist bleib ich treu, fremder Hausgeist, von mir nimm das Geld, damit kein größerer Schaden wird. Eß das Brot und das Salz, und gib in dem Haus die Ruhe. Zieh in Frieden von dannen! So sei es!“
Danach wird man in der Wohnung oder im Haus sofort die Wärme und die Gemütlichkeit spüren, beschreibt die Überlieferung.  

Einmal in der Woche sollte der Hausgeist – in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag – gefüttert werden. Am Abend muss man auf den Tisch in der Küche eine Tasse mit ein wenig Milch stellen. Daneben legt man auf einen Teller etwas Gebäck oder etwas Honig.
Am Morgen kann man mit der Milch die Zimmerblumen begießen. 
 ( Naja, vieleicht hat es die Katz schon weg geschleckert)

Das Backwerk und den Honig kann man nach draußen bringen oder auch selbst essen. Wenn man seinen Hausgeist sehen und sprechen will, dann ist die beste Zeit dafür am Donnerstag, morgens 03.00 Uhr, sagt die Überlieferung. (Tatsache, so gelesen)

Nach dem Volksglauben kann ein Hausgeist männlich oder weiblich, klein oder groß, jung oder alt sein. Wer seinen Hausgeist kennt, weiß auch seinen Namen und seine Gewohnheiten. Ihn mit Namen anzusprechen, bringt Glück.
Jeder Hausgeist ist verschieden in seinen Interessen und Fähigkeiten. Gemeinsam lieben alle Hausgeister kleine Geschenke von den Bewohnern der Wohnung oder des Hauses, so beispielsweise etwas glänzendes Kleingeld, Schuck, Schlüssel oder Edelsteine. Bekommt er keine, nimmt er sich einfach welche. 
Das sind dann die Dinge, die wir irgendwo ganz sicher haben liegenlassen und die dann nicht mehr auftauchen. Oder sehr viel später an einer anderen Stelle wieder da sind. Wirklich so erlebt!

Die für den Hausgeist gedachten Geschenke müssen ihm angekündigt werden, damit er diese auch in Besitz nimmt. Dafür sagt man zum Hausgeist, dass auf einem gut zugänglichen Ort ein Geschenk für ihn steht. Da sich Hausgeister sehr gern in der Küche aufhalten, sollte man diese Geschenke in der Küche der Wohnung oder des Hauses hinterlegen. ( Siehe auch meinen Artikel über den Herdgeist und Feuergeist)

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