Dienstag, 7. November 2017

November Geister....

Gestern Morgen stand ich am Fenster und blickte zu unserer alten Marille am Rand unseres Grundstücks. Neben ihr tauchte ein Schatten auf, wie eine Gestalt mit Kapuzenmantel. Wie mit weit geöffneten Armen stand sie da. ...


Es sah so aus, als ob sie viele kleine Seelen unter ihren Armen verborgen hielt…ich schaute intensiver und sah sie immer noch. Nun gut, dachte ich, dann ist das halt so. Ich nickte ihr zu und grüßte sie still. Dann wandte ich mich zum Frühstück. Als ich nochmals nachsah, was die Schattenfrau verschwunden. 


Ab selben Abend saß mein Mann in einem Sessel, mit Blick nach draußen. Er hat den selbe Blick durch das Fenster, wie ich am Morgen. Es war dunkel und die Mondin schien hell auf die Wiesen hinter dem Hof. Hier geht der Blick auch im Dunkel noch recht weit, diesmal aber lag ein wenig Nebel über den Wiesen.

Mit einem Mal taucht ein rotes Licht auf, kommt wie aus heiterem Himmel und steht kurz über dem Feld. Dann verschwindet es. Ich sehe es nicht, nur mein Mann. Bis ich am Fenster bin, ist es weg.
Ich gehe raus, zu mindestens kurz nachsehen, weil hier weit und breit niemand ist und auch der nächste Hof so weit entfernt, außerdem ist es ziemlich kalt. Ich stehe an der großen zweiflügligen Scheunentüre. 


Schaue quer zum Zaubergarten und hinauf, in den wunderschönen Sternenklaren Himmel über mir. Hier gibt es keine Lichtverschmutzung, wie in einer Stadt. Das ist auch das, was ich sehr zu schätzen weiß. Still ist es . Sehr still.
Und kalt ist es an diesem Abend, so kalt, dass ich meinen Atem sehen kann.

Das weiße Licht von Frau Mond wird vom Nebel zwischen Boden und Luft, reflektiert. Kein Laut, kein Wind. Ich gehe nur ein paar Schritte. Die Energie ist Zwischenzeitlich und dicht. So könnte es in der Geisterwelt aussehen. Leises Lachen und Stimmen kommen drüben vom Feld, ich bekomme eine Gänsehaut. Genau diese Stimmen hatte ich im letzten Jahr auf dem Samhain Ritual gehört…Die vergesse ich nie. Ich gehe nicht weiter, weil ich weiß, dass das hier etwas ist, bei dem ich nichts zu suchen habe. Mein Instinkt sagt mir, ich solle wieder hineingehen. Etwas ist da draussen, was keine Störungen will. 
Immer wider kommen mir in solchen Situationen Geschichten in den Sinn, vom Erlkönig oder den Heinzelmännchen. Es ist gut, Respekt zu haben und nicht zu neugierig zu sein. Es kann gehörig schief gehen, hinterfragen zu wollen. Ich lasse es und schließe die Hoftüre.


Heute Morgen ist Frau Percht über das Land an der Nordsee gezogen und hat gleich ihre Nebelschwestern dagelassen. Einen Spaziergang rund um den Hof, lasse ich mir nicht nehmen. 



Kurz den Schal um und die Jacke über der Jogginghose, hier ist eh nie einer und raus geht es. Wunderbar klare Luft, kein Wind. Ein paar Sonnenstrahlen versuchen es durch den Nebel, der aber ganz langsam dichter wird. Jedes Mal aufs Neue bin ich fasziniert. Und dann fliegen noch die Kraniche über mich hinweg. Ja, nun wird es Winter werden. 


Als ich reinkomme, wartet der Kaffee in der Küche und der Kamin prasselt in der Zauberwerkstatt, in einigen Stunden hat er zumindest die Küche und den Flur geheizt.

Es wird nun Zeit alles auf den Winter einzustellen. Draußen im Garten fallen die Pflanzen in den Winterschlaf und die Bäume werfen ihr letzten Blattwerk ab. Es liegt auf dem Weg und raschelt und knistert.  Alles was nun an Beeren und Kräutern noch wächst gehört der dunklen Göttin. Ihre Nähe kann ich nun ganz deutlich fühlen…