Dienstag, 29. August 2017

Witch Camp - Santeria Ritual


 
Waaaas??? Schon wieder vorbei???

Eigentlich kann ich es gar nicht glauben, nach all der Vorfreude! Da fiebert Frau wochenlang auf das Witch Camp hin , bereitet vor, tut und macht und schwups…vorbei!




Natürlich war es wieder einfach zauberhaft, Wetter passte und alles andere auch…wobei das Wetter wirklich das Wichtigste war! *DANKE* an die Wettergöttinnen!




In diesem Jahr hatte ich selbst keinen Part, denn der komplette Samstag stand im Zeichen der Kubanischen  Göttin Yemaya.




Yemayá (andere Schreibweisen u.a. Yemanjá, Yemoja, Iemoja) ist in der Religion der Yoruba, in der kubanischen Santeria und im brasilianischen Candomblé die Göttin (Orisha / Orixá) des Meeres und der Mutterschaft. Sie wird daher häufig als Wasserfrau dargestellt, und repräsentiert z.B. in Brasilien das Salzwasser des Meeres. 






Sie ist Mutter der gesamten Menschheit, ist Hüterin des Heimes und Schutzpatronin der Seefahrer. Große Festlichkeiten zu ihren Ehren werden am Meeresstrand zelebriert. Um ihr zu danken, Wünsche an sie zu richten oder ihr zu huldigen, werden in Brasilien traditionell Blumen, Düfte oder andere kleine Gaben an das Meer geschenkt. Entweder vertraut man die Gaben am Ufer des Meeres den Wellen an, oder man fährt mit dem Boot hinaus und legt diese ins Wasser.










Die wörtliche Übersetzung ihres Namens stammt aus dem Yoruba Yèyé omo ejá und bedeutet ‚Mutter der Fische‘. Deswegen durften wir am Samstag, der übrigens auch ihr geweiht ist, keinen Fisch essen. Was wir natürlich auch nicht taten. Sonst wäre sie sehr erbost gewesen. Yemayá gilt als eine der wichtigsten Orishas auf Kuba.



Selbstredend hatten wir eine Santeria Priesterin als Leiterin des Ritualtages eingeladen. Welch ein Glück, das sie eine ehemalige Schülerin von mir war und mittlerweile eine sehr gute Freundin/ Hexenschwester ist. Antonia hat in Brasilien und Kuba gelebt und ist dort ausgebildet worden. Sie ist Santerra und Spiritista (Medium).




Sie führte uns zu verschiedenen Ritualstationen von den Ahnen, hin zu Yemaya. Ihre Farben sind (Hell-)Blau und Weiß, ihr Metall ist Silber. Ihre Anhänger tragen dies daher oft in ihrer Kleidung oder als Schmuck.

Und dem kam die Frauengruppe in ihrer Wahl der Kleidung auch nach. Denn die Regeln zum Kontakt mit den Orishas sind streng, die Vorgehensweise vorgegeben und erfordert Disziplin und meist auch viel Opferbereitschaft der Protagonisten. Das hat eine jede Teilnehmerin auch gefühlt und wurde dafür mit dem Segen Yemayas beseelt.



 Über unsere Ahnen gelangten wir dann zu einer weiteren Station, einer Reinigungszeremonie.

Im Vorfeld hatten wir schon von Antonia eine Liste von Dingen erhalten, die eine jede mitbringen sollte, vor allem Opfergaben an die Ahnen, Opfergaben für das Reinigungs und Segnungeritual und natürlich für Yemaya selbst. Auch die Kleidung war vorgegeben. Einige Frauen waren deswegen erst ein wenig zurückhaltend, aber schon als wir alle mit weißen Kleidern und blauen Tüchern zusammenstanden, fühlten wir, dass dies zur Veränderung und Einstimmung sehr dienlich war.  Yemaya war alleine durch die Santeria Priesterin schon sehr nahe und mit jeder Vorbereitung, jeder Station kamen wir ihr ein wenig näher…..





 Alles wurden tanztend auf den Altar für Yemaya gestellt und tanzend ging es weiter. Wellen, Sturm, Wasser, Quelle, Mutterschaft, Mutterliebe, das rudern der Seeleute…und wieder die Wogen des Meeres, das Wiegen des Kindes..…all das verkörperte dieses Ritualtanz, all das verkörpert auch diese Göttin.


Wir tanzten und tanzten, Schweiß hatten wir wohl alle auf der Stirn. Dann wurden die Kerzen für Yemaya von uns besprochen, mit Wünschen und Segen, in der Hoffnung, das Yemaya uns ein Zeichen gibt. Wir hatten erst Bedenken, ob unsere Kerzen auch an bleiben, es war doch recht windig an der Linde. Und tatsächlich musste ich einmal alle Kerzen neu entzünden.



 Wir gaben nun den Altar für die Kraft der Meergöttin frei und machten eine Pause. Das Essen wurde geliefert und so aßen alle erst einmal. Als die erste nach dem Rechten am Altar schaute rief sie uns andere dazu, denn siehe da, die Kerzen waren zu einem großen Ganzen verschmolzen und brannten mit einer enormen Energie!

 Alle standen drum herum und betrachten ehrfurchtsvoll das Schauspiel. Unsere Wünsche an Yemaya wurden erhört und sie schien mit den Geschenken zufrieden zu sein. Nach einiger Zeit wurde das Feuer gelöscht und die Gaben nochmals mit Sirup und Maismehl gesegnet.

Nach dem reinigen, was ja auch in den hiesigen Traditionen eine große Rolle spielt, stellten wir nun die Gaben für Yemaya zusammen. Und eine jede Frau trat mit ihrer Schüssel voller Opfer den Tanz zum Ritualplatz, quer durch unseren Garten an….was für eine Energie!
Das hintanzen  könnt ihr als kleinen Fim auf meinem Instagram Akount sehen!
Rituell im Gesang und Tanz zu einem großen Paket verschnürt und wiederum tanzend und singend zu einen der Autos getragen. Zum Meer ist es bei uns ja nicht weit. Und einen kleinen Sandstrand, der etwas abgelegen ist, den gibt es auch. Dort fuhren wir hin.








Natürlich waren wir dort nicht alleine, das kann man eben in der Urlaubszeit auch nicht erwarten, aber in einer großen Gruppe voller lachender und singender Frauen hatte niemand ein Problem damit und wir wurden in unserem tun nicht gestört. Singend wanderten wir in das Meer, ganz langsam. Wunderbar erfrischend schien es, wie als ob es auf uns warten würde.


 Etwa bis zur Hüfte gingen wir, ganz langsam mit dem Geschenk, wiegten es in den Wellen und sangen das Lied für Yemaya. Dann wurde losgelassen. Und ich hatte das Gefühl, eine Hand würde sich danach ausstrecken…

Ein paar Minuten standen alle still, lauschten und schauten nur…dann ablaudierten wir. Yemaya war geehrt und beschenkt worden. Unsere Arbeit war nun vorbei.

Und erst danach, als wir noch schwatzend am Strand standen, kam eine junge Frau auf mich zu, um zu fragen, was wir denn da getan hatten. Wir erklärten und sie hörte gebannt zu. Kein einziger der Männer hatte sich getraut zu fragen, nein, eine junge Frau, die hatte kein Problem damit…und wer weiß, was wir damit in ihr ausgelöst haben.


Wir fuhren zum Hof zurück, zogen trockene Kleidung an und unterhielten uns. Der Abend war schnell da und auch ein wenig Regen. Aber das Zelt war groß und bot genug Platz für alle. Es wurde noch getrommelt und gesungen, bis auch die letzten die Müdigkeit überkam….



Ein sehr kraftvolles und magisch sehr intensives Wochenende war es, an dem wir alle viel dazu lernen durften. Mal über den Tellerrand schauen, andere Magie weben, das war schon richtig gut. Ob nun Yemaya oder Sedna oder Ran. Ganz gleich. Wir haben miteinander Magie ausgeübt und gewebt, gelacht , getanzt und vor allem, ganz besondere Erfahrungen dabei machen dürfen. Viel ist in der ein oder anderen los und ausgelöst worden.

Danke nochmals den tollen Frauen und meiner Ritualleiterin! Denn wir haben alle ein wenig für die Heilung der Frauen beigetragen, denn auch das war Thema an diesem Wochenende….