Dienstag, 23. Mai 2017

Mai Treffen der Zauberfrauen


Ritual im Kräutergarten


Was soll ich sagen…schon wieder vorbei. So schnell rast die Zeit heran und wenn man mit so tollen Frauen zusammenarbeitet, dann vergeht diese noch viel schneller…
Angefangen hat das Wochenende leider mit einem Abschiedsritual. Manchmal ist es so, das eine der Frauen aus Beruflichen oder auch Gesundheitlichen Gründen den Weg mit uns nicht mehr gemeinsam gehen kann. So haben wir am Freitagabend eine von uns mit einem Ritual verabschiedet. Im Herzen wird sie natürlich weiterhin bei uns sein.

Ritual am Feuer, trommeln und singen

Erst danach begannen wir dann mit unserem gemeinsamen Segnungsritual der Begrüßung, trommelten und schamatisierten. So dass wir gegen Mitternacht erst den Tag beendeten, denn schließlich hatten einige eine sehr lange Anreise, von mehreren Stunden hinter sich.

Die Sonnenuntergänge werden immer gerne von den Zauberfrauen angeschaut

Am Samstag frühstückten wir recht früh, um danach zusammen zu dem großen Kultareal aufzubrechen, von dem ich schon hier im Blog berichtet hatte und welches mich doch sehr beeindruckt hat. 5km wandern ist zwar nicht die Welt, aber da es so viel zu sehen gibt, hatten wir uns vorgenommen, recht früh aufzubrechen.
Gesagt getan- Ritualgegenstände eingepackt, Essen und Trinken und los ging es!
Hexen auf Erkundungstour

Bäume, Kräuter, Pflanzen....was wächst denn da?!

 Wir wanderten über die Hoch Heide der alten Häuptlingsburg, vorbei an sehr vielen Hügelgräbern, hinein in den Bereich der Totenstadt, bis hin zur Schanze, einem Fest und Kultareal. Kleine Pausen mussten natürlich unterwegs schon sein, reinfühlen in die verschiedenen Energiemuster. Und eine jede hatte das Gefühl, dieser ganze Bereich wimmelt von Geistern aus einer anderen Zeit….
viele Gräber gab es zu betrachten....

Mit Gepäck auf Kultplatz Tour, die waren Schätze kann man nur zu Fuß erreichen...

Räuchern für die Ahnen...aber auch gegen die Mücken:)
 

Altar der Götter

Ritual Vorbereitungen


Am eigentlichen Ritualort ließen wir uns nieder. Assen gemeinsam um dann, jede erst einmal für sich, Kontakt mit dem Ort aufzunehmen. Trommel, Rassel und Gesang trafen sich dann wieder und wurden zu einer Einheit. Geister tanzten um uns herum. Unsere Opfergaben wurden mit Freude angenommen und alles wurde von der Sonne gesegnet. 

Es war warm...
 Es war doch sehr warm, aber unser "Medicin Walk" , unser "Pilgerweg" im heidnischen Sinne, war sehr lohnenswert.
Opfergaben für die Ahnen


Gemeinsames Picknick



Bunt sind wir!


So verging wie im Fluge die Zeit auf diesem Areal und wir brachen gegen frühen Nachmittag wieder auf, vorbei an Hügelgräbern und einer Steinsetzung, einem Hünengrab. Dort verweilten wir nochmals, genossen diesen Ort und die Störche über uns. Auch der Kuckuck begleitete uns fast die ganze lange Zeit auf unsere Wanderung.



Wir Hexen so sind, philosophierten wir über die Pflanzen am Wegesrand, über die magisch verdrehten und hohlen Bäume und so manches weitere…ja, es scheint als ob wir alle auf einer Ebene schwingen, uns gefunden haben. Lange habe ich mich nicht mehr so verbunden gefühlt, wie bei diesen Frauen. 

ds große Areal des alten Kultplatzes


Annäherung ....

 Als wir ins Auto stiegen war es stille, jede war noch mit den Eindrücken beschäftigt.

Am Nachmittag, wieder auf dem Hof gab es erst einmal essen und eine Pause. Danach versammelten sich alle um unsere Feuerstelle im Kräutergarten. Alles andere passiert dann wie von selbst, singen, trommeln, tanzen.
Einweihungsritual im Kräutergarten


Die Göttinnen wurden gerufen, Mutter Erde geehrt und vor allem die Holle spielte eine große Rolle. Als die Hoffledermaus über uns ihre Kreise zog, wurde es schnell dunkel. Die Geister wurden geehrt und dann verabschiedeten wir uns wieder kurz vor Mitternacht.







Für die guten Geister deses Ortes!

Für die guten Geister dieses Ortes!



Am nächsten Morgen war allen klar, dass die Zeit geflogen ist, nach dem Frühstück gab es nochmal ein Abschluss Ritual im Kräutergarten. Wir segneten einander, sprachen über das Wochenende und wünschten allen eine gesunde Heimreise. Trommelten und sagen.

Natürlich war der Bummel im Hofladen wieder obligatorisch und gehört zum Abschluss der Frauen dazu.
Gegen Mittag verabschiedeten wir uns voneinander. In Erwartung auf das Witch Camp im August!
Holla-so sei es!

Dienstag, 9. Mai 2017

Ausflug zu Rühlemanns Kräuter und Duftpflanzen…



Was Stonehenge für die einen, ist Rühlemanns für die Kräuterhexen, habe ich manchmal so das Gefühl.
Viele kennen und lieben diese Kräuterrei, die wohl einer der ersten war, die sich auf einheimische wie auch auf außergewöhnliche Pflanzen und Kräutlein spezialisiert hatte und schon von Anfang an auf den Online Handel gesetzt hat. 


Fast gleichzeitig mit meinem ersten Online Shop, ging Rühlemanns auch an den Start. Ich kenne Rühlemanns seit etwa 20 Jahren. Also seit ihren und auch meinen Anfängen. Das verbindet...irgendwie..
 
Ich glaube, ich hatte die Adresse in einem Fachbuch oder Gartenbuch gelesen und einen Katalog erhalten. Einen Online Shop, wie es ihn heute gibt, gab es damals nicht. Ich erinnere mich, meine ersten Pflanzen für drinnen waren keine Einheimischen, sondern Aloe , Mentholpflanze , Zimmerknoblauch, Traumkraut. Für draußen bestellte ich die Gundelrebe, Jaohanniskraut, Hauswurz, Waldmeister, die ich damals überhaupt nicht kannte. Heute finde ich sie blind…

Ich muss sagen, ich bin von den Pflanzenlieferungen nie enttäuscht worden, habe aber auch immer zeitig im Februar bestellt, um dann etwa zwischen April und Mai meine Kräutlein zu erhalten. Gut, wer Küchenkräuter haben möchte, muss nicht bei Rühlemanns bestellen, aber wer außergewöhnliches (nicht nur) zum Kochen und würzen sucht, wird dort mehr als fündig. 

Ich habe mich auf meinem Weg zur heutigen schamanischen Kräuterkundigen ja schon früh mit den einheimischen und fast vergessenen Pflanzen beschäftigt. Da ich am Anfang meines Weges eine ziemliche Abneigung gegen alles was christlich eingeschleppt wurde, hatte, so habe ich mich schnell von den Mönchskräutern aus dem Klostergarten, wie Lavendel, Thymian, Basilikum und wie sie so alle heißen, abgewendet.

Nach zwanzig Jahren meiner Reise, habe ich mich diesen „harmlosen“ christianisieren Kräutern von der Fensterbank wieder angenähert und verwende sie natürlich gerne und oft zum Kochen. Ich liebe Basilikum und auch Lavendel.


Und in meinem großen Zaubergarten gibt es natürlich die bekannten „Küchenkräuter“. Sie eignen sich für den normalen und „unhexischen“ Alltag wunderbar, auch für Seminare mit Kindern, da sie sehr harmlos sind, im Gegensatz zu unseren heidnischen Pflanzen des vorchristlichen. Auf die habe ich mich spezialisiert und die liebe ich sehr.

Da war ich bei Rühlemanns natürlich genau richtig, durch den damaligen Katalog und meine Bestellungen, damals für den Balkon und für Töpfe, habe ich viel lernen können.

Mein Wunsch war, immer mal direkt bei Rühlemanns zu kaufen, sich alles anzusehen und einfach zu stöbern, zu schnuppern, auf sich wirken zu lassen. Vom Ruhrgebiet damals, war es uns einfach zu weit, aber jetzt wohne ich etwa gut eine Stunde entfernt.
So besuchte ich am Montag diesen wunderbaren Kraut und Pflanzenhandel in Hostete bei Bremen.


Ich muss sagen, ich war ein wenig überfordert, als ich in das große Gläserne Gewächshaus trat, wie gut, das kaum Leute da waren. Am Eingang steht eine große Tafel, wo welche Pflanzen zu finden sind, eingeteilt von A-z und in den Außen und Innenbereich.
Klar war, dass die Pflanzen die ich suchte, im Außenbereich waren. Ab dorthin, durch eine große Gläserne Schiebetüre. 


Und erst mal musste ich stehen bleiben. Pflanzen soweit das Auge reichte! Wahnsinn. Aber nach kurzem Umschauen bemerkte ich, dass das Verkaufsareal gar nicht so groß war, man konnte in den Versand und die Aufzucht sehen.  Auch drinnen ist das so, der Verkauf ist kleiner als ich eigentlich gedacht hatte. Dennoch finden sich natürlich alle Pflanzen und die hilfsbereiten Mitarbeiter gehen einen gerne zur Hand. Man merkt, das wohl etwa 80 % über den Versandhandel geht, wer genau weiß, welche Kräutlein er will, der ist auch über die Bestellung online gut aufgehoben. 



Ansonsten kann man sich gut berauschen lassen, zu jeder Pflanze steht eine ausführliche Beschreibung, die Düfte, gerade im Innenbereich, sind einfach toll. Nicht so gut ist die Sache mit den Preisen gelöst. Das man Vorort 10% weniger als im Katalog bezahlt, ist erfreulich, aber an den Pflanzen selbst, sind wohl aus organisatorischen Gründen, keine Preise. Diese gestalten sich in Preisklassen von 1-29(?) so etwa. Es ist umständlich, immer im beiliegenden Heft nachzuschlagen oder nachzusehen, denn es gibt keine Preistafeln.
So kann man leider auch schnell den Überblick darüber verlieren, was man ausgibt. Auch deswegen habe ich weniger eingekauft, als geldlich geplant.


Ich bin froh, das ich Tollkirschen gefunden habe, oder den Wacholder, ein ganz wichtige Ahnenpflanze und den Hirschzungenfarn. Dieser heimische Heilfarn wird schon seit Jahrhunderten vielfältig verwendet: Innerlich sind Wurzelstock und Wedel auswurffördernd und hustenlindernd, sowie gegen Lebererkrankungen und als harntreibendes Mittel. Äußerlich - als Umschlag - hilft es bei der Heilung von Verbrennungen und Hautentzündungen. Oder den Bergfenchel, es ist eine heimische Staude aber selten anzutreffen und steht daher auf der roten Liste. Also sehr wichtig. 

Natürlich dürfen die Pflanzen der Salzwiesen nicht fehlen, wie etwa die Salzmelde. In Deutschland soll es noch ein paar Wildbestände geben. Die Blätter können roh oder gekocht gegessen werden, sie haben einen leicht salzigen Geschmack. In Holland und England wurden früher die jungen Blätter in Salzlauge eingelegt gegessen. Man hat wohl auch  eine blutzuckersenkende Wirkung bei Diabetes 2 festgestellt, welche vermutlich auf den hohen Chromgehalt zurückzuführen ist. Auch mein geliebter Küstenbeifuß, den ich nun schon einige Jahre in einer Schale ziehe und der jetzt schon recht groß geworden ist, hat noch einmal für den Garten Zuwachs bekommen. Demnächst werde ich mich mal an de Queller heranwagen. Den gibt es bei Rühlemanns auch zu kaufen. 

Das Mutterkraut, oder auch das Hexenkraut ist in meinem Einkaufswagen gelandet, wie auch Heilzirst oder die Apotheker Rose, wohl die teuerste Pflanze in meinem Wagen, aber lohnenswert. Der süße und fruchtige, unverwechselbare Rosenduft gehört wohl zu den beliebtesten Düften überhaupt. Ihren Namen bekam diese Rose, weil alle Teile dieser Rose für medizinische Zwecke genutzt wurden. Schon im 13ten Jahrhundert wurden Rosenblütenblätter dieser Art in bedeutendem Umfang geerntet, und waren Handelsgut für Apotheker, die sie für die unterschiedlichsten Heilzwecke einsetzten.
Wie auch bei anderen Rosenarten eignet sich die entzündungshemmende und zusammenziehende Wirkung ihrer Inhaltsstoffe zur Bereitung von Salben für rissige oder entzündete Haut. Außer dem lustvollen Schnuppern an den Rosenblüten gibt es noch viele andere Möglichkeiten, das köstliche Rosenaroma zu genießen, z.B. als Rosenkonfitüre, Rosenzucker, Rosenessig, Rosenöl, Rosentee, Rosengelee, Rosenwasser oder Rosenbutter.
Das Hexenkraut, an dem konnte ich auch nicht vorbei für meinen Garten, auch schon wegen dem Namen. Es wächst immer noch in unseren Wäldern, man muss es eben nur kennen.

Es wird seit alter Zeit für Zauber und Gegenzauber verwendet. Das Kraut ist mit der Nachtkerze verwandt und völlig ungiftig, soll aber bei Verwendung durch Frauen tatsächlich eine starke, charismatische Wirkung entfalten. Im Osten Deutschlands wurde früher das Kraut als Schutz gegen Behexung im Viehstall aufgehängt. Vermutlich daher der Name Hexenkraut, weil die stacheligen Früchte so leicht am Gewand hängen blieben. Aber viel mehr weiß ich darüber ( noch) nicht…



Wie das so ist mit meinen Pflanzenkindern, wir müssen uns nun erst einmal in Ruhe kennenlernen. Es ist schön, sie in den Garten auszupflanzen, ein wenig „Freiheit“ und nicht in Kästen, Kübeln oder Töpfen, wie ich sie früher hatte. Ich kann mir nun schon richtig vorstellen, zwischen ihnen zu laufen oder zu sitzen, sie auf mich wirken zu lassen und ihre Botschaft zu lauschen…..