Freitag, 20. Januar 2017

Stadtgeschichten....




Manchmal bin ich mutig, wandere aus meinem kleinem Avalon hinaus in die weite Welt.....

Manchmal nur in die nächste große Stadt, aber von dieser kehre sich schnell wieder Heim, aber es gibt ein paar wenige, da bummle ich gerne mal. Schaue mir die vielen zauberhaft und mit viel Herzzblut gestalteten Läden an, vertiefe mich in kleine Gespräche, die sehr häufig durch mein Äußeres entstehen, oder bestaune Buntes, Außergewöhnliches und hole mir kreative Ideen. 

Oldenburg ist so eine verwunschene Stadt, mit scheinbar unendlich vielen kleinen Gassen, wo es immer neues zu entdecken für mich gibt. Denn ich liebe kleine besondere Läden.
 
Manchmal ist meine Reise ein wenig länger, dann geht es per Bahn in alte Erinnerungen, Familien Besuche. Ich sehe Reisende, begegne Pendlern. Weiße, Braune, Schwarze, Gelbe, Kinder, Alte und Junge. Viele schauen einen gar nicht an, sehen meist nur auf den Boden, hasten von einem Zug zum anderen. Oder hetzten schnell nach Hause, in ihre persönliche Burg. 

Es ist spannend mal aus Avalon herauszuschauen. Aber immer wieder bin ich erschrocken über die Gleichgültigkeit, die Schnelllebigkeit. Es ist schön mal ins Gespräch zu kommen und wenn es nur eine kurze Begegnung ist.

 „Hallo, sie sehen aber toll aus“ ich strahle, lache meinem Gegenüber an. Eine ältere Dame. „Danke, ich liebe Farben“ erwidere ich, sie lacht auch. „Das ist nicht zu übersehen“ strahlt nun auch sie. „Bleiben sie unbedingt so“ sagt sie noch, bevor die Strömung des Menschenrudels sie im Bahnhof weiter drängt. 

Wenn ich dann in die Stadt hinaustrete weiß ich, dass ich nicht so leben mag. Nicht in diesem Getümmel, nicht mal mehr am Rande. Nicht eng an eng....Aber jeder muss selbst wissen, wie er leben will.
In der Stadt hat niemand wirklich Zeit, scheint es mir. Wenn ich einfach nur hier schaue und mal dort stehen bleibe, habe ich das Gefühl, das der ein oder andere denkt: was macht die denn jetzt, hat die kein Ziel?! Warum stehst du mir jetzt im Weg und musst ausgerechnet hier stehenbleiben???!...und so weiter und so weiter…nichts für mich.

Ich lächle auf der Rolltreppe eine Frau an, die mir auf der anderen Seite entgegenfährt. Sie schaut auf ihre Füße. Verlegenheit?? 
Rolltreppen Zombies…
 
Bücherläden sind eigentlich immer gut, hier hat Frau Zeit. Mann anscheinend weniger…warum auch immer. Bücher! Ich liebe sie und alles was damit zu tun hat. Kindle? Wer soll das sein?? Ich brauch Blätter und Bilder und was zwischen den Fingern…so sieht’s aus! Hier könnte ich ein Vermögen lassen, versuche nicht alles Amazon in den Internet Rachen zu stecken. Leider gelingt es mir nicht immer. 



An der Kasse bildet sich eine kleine Schlange vor mir. Macht nichts, ich habe Zeit. Ich werde angesprochen, eine junge Frau mit sehr hübschen und frechen Augen spricht mich an. „Wir kennen uns doch oder?“ Ich bin irritiert, nein eigentlich wüsste ich nicht. 

( Naja, kann ich auch gar nicht, bei fast 3 Tausend angeblichen Freunden) Aber so geht es mir halt häufig. 
Ja, Facebook sagt sie und ich freu mich, sie sich auch. Tolle Begegnung. Schön dass ich bei einigen Spuren hinterlassen kann. Die Frau hinter der Kasse wird ungeduldig, wir verabschieden uns. Ich wende mich der Dame an der Kasse zu. Ja !Bücher!


Überall scheinen die Menschen getrieben zu sein, wissen genau was sie suchen, lassen sich nicht finden. Schade drum. Ab und zu sollten wir uns finden lassen. Auch in einer Stadt. 

Als ich ein Geschenk für meinen Enkel gekauft habe, begegnet mir im Erdgeschoss eine Erinnerung in Form eines Duftes. Es Erinnert mich an meine Zeit als Junge Mutter. Nach Blumen und Kräutern, bunt und lustig. Oilily! Ich steh vor dem Regal und …ach was soll´s , kaufe mir eine Erinnung….jetzt bin ich halt „Doppel Oma“ und auch der Duft wirkt anders. Tja so ist das halt mit Erinnerungen…



In einem Bio Kleidungsladen fragt mich die nette junge Frau an der Kasse ob ich Kundin bin. Im Zeitalter von Online Einkäufen ist ja alles miteinander vernetzt. Ja bin ich.  Ich geb. ihr meinen Nachnamen und sie findet mich auf Anhieb in der Datei…*gruselig* ist das schon. „Solange sie sich nicht vor mir in eine Katze verwandeln, ist alles gut...“ grinst die junge Frau mich, mit Blick auf meinen Vornamen an. Naklar, sie hat Minerva aus Harry Potter gemeint...
Ich lache zurück und denke, „wenn du wüsstest“ und erwidere: 
nein das kann ich nicht, aber eine echte Hexe bin ich schon. Ihr Gesicht bleibt unverändert, sie denkt jetzt sicher, ich hätte gescherzt. Tja…ich gehe nicht weiter darauf ein. Warum auch.


Im nächsten Kaufhaus werde ich von  einer Verkäuferin angesprochen. Ich hätte ja schöne Sachen an, ob die selbstgeschneidert sind. Nein, sage ich. 
Ich sähe so aus, als würde ich was „mit Natur machen“ meint sie. 

Ich erwidere: ja das stimmt, aber die Natur macht was mit mir, sie hilft mir, das ich Menschen helfen kann, sie inspiriert mich auch. Ah, sie sind Künstlerin?! Erfreut sich die junge Dame an ihrer Erkenntnis. 

Ich nicke nur stumm und mache mich dann auf den Weg zurück in meine ganz eigene Welt am Meer…






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