Donnerstag, 13. Oktober 2016

Vorbereitung auf die Stille Zeit


Langsam wird es Herbst hier. Die Energien scheinen sich wieder auszugleichen, denn mit jedem Tag habe ich mehr und mehr das Gefühl, die Ahnen stehen schon vor den halb geöffneten Pforten und warten darauf, dass sie sich nun ganz öffnen. Die Nebel steigen aus den Gräben, die Zugvögel sind da und nun treiben die Bauern die Kühe von den Weiden. Alles ist abgeerntet. Vorbereitung auf den nahen Winter…ja, nach dem Jahr voller Turbulenzen und Ver-rückungen, scheint hier wieder alles an seinem richtigen Platz zu sein.

Momenten ist viel los auf dem Hof. Herbstferien halt. Neue und alte Gesichter, nette Gespräche. Nach dem langen Sommer und Herbst freue ich mich dann doch ziemlich auf die Ruhe des Totenmonats….aber in die Stille gehen, unter die Ahnendecke kriechen, das kann ich dann immer noch. Der Oktober ist Vorbereitungszeit. 
Denn wer im November, der Totenzeit, der Zeit von Frau Hel, ein neues Projekt beginnt, der wird kläglich scheitern, denn es ist die Zeit des Stille- Stehens. Erst wieder im neuen Jahr oder besser gesagt im Februar, mit Beginn des Lichtmonats, sollten wir etwas Neues beginnen. Geduld zahlt sich schließlich aus, und Ruhe auch. 
Und ich freue mich auf die paar Wochen unter der Ahnendecke sehr....


Momentan bereite ich mich aber erst auf Samhain vor und freue mich auf Ruhe und Kreativität. Ein kleiner Vorgeschmack schenkt mir momentan der Oktober, ich habe wieder Kerzen in den Fenstern an, trinke Tee und der Kamin in der Zauberwerkstatt prasselt wieder. Die Blätter fallen auf Dach des Ateliers und ich sitze darunter und gestalte Kastanienkränze oder male meine Geisterlichter für die dunkle Zeit….räuchere bei Kerzenschein und nehme Kontakt zu den Spirits auf...

So bereite ich mich vor, auch auf meine Schülerinnen am übernächsten Sonntag. Denn auch da ist natürlich das Thema auf die Ahnenverehrung und das Fest Samhain. Es ist eine schöne kleine Runde, auf die ich mich freue. Nach dem Sonntag mit ihnen,  kommt dann das endlich! letzte Wochenende im Oktober, das Fest Samhain. Das Jahr ist beendet!

Eigentlich war ich in diesem Jahr zu Samhain bei meiner ehemaligen Schülerin , einer heutigen Santera eingeladen. Es sollte eine große Miesa (wird das so geschrieben, ich weiß nicht?!) gemacht werden und sie wollte ihren Santera Geburtstag feiern. Priester und Priesterinnen aus ( soviel ich weiß), Kuba, waren eingeladen. Da ich von Natur ein neugieriger und wissbegieriger  Mensch bin, was andere schamanische Kulturen und Techniken angeht, hatte ich  überlegt, ihrer Einladung Folge zu leisten. 

Wann hat man mal so eine Möglichkeit daran teilzunehmen?!
Wer kann ja schon von sich behaupten, bei einer echten Santeria Miesa gewesen zu sein, als „Uneingeweihte“. Mit Trance Tanz und bestimmt ganz vielen neuen Erfahrungen. Es wäre die Reise wert gewesen, aber leider musste sie alles, aus gesundheitlichen Gründen dann doch vor ein paar Tagen absagen. 
Naja, vielleicht im nächsten Jahr. 

Also sollte wieder hier auf dem Hof ein Ahnenritual stattfinden. Samhain ohne Ahnenritual?! Nein für mich nicht denkbar. Gesagt, getan-eingeladen….ich als Samhain Kind kann es kaum erwarten.....
Viele meiner liebsten Hexenschwestern und Brüder sind meiner Einladung gefolgt und verbringen die Ahnenzeit mit uns. Geplant ist ein großer Ausflug zu den alten Stätten und ein Ahnenritual in der Nacht des 31. Oktober. 

Vielleicht schaffen wir es, wie im letzten Jahr, in meinen Geburtstag hinein zu trommeln…wir werden sehen. Für mich das schönste Geschenk, es mit diesen Menschen verbringen zu können und das Ahnenritual zu leiten, das Vertrauen zu genießen, die Spirits zu rufen….jedes Samhain ist anders, immer neu aber immer auch sehr unheimlich. Ich habe viel Respekt vor dem eigentlichen Ritual des Ahnenrufens. ...aber noch dauert es ein wenig....
 Hier warte ich nun, dass auch die letzten Grünen Blätter sich färben und zu Boden fallen, denn der Oktober ist Vorbereitung zum Stillstand. Zur Stillen Zeit....aber bis dahin gibt es hier noch viel zu tun...





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