Dienstag, 4. Oktober 2016

Der Oktober ist Ahnenarbeit




Wie in jedem Jahr beginnt der Monat Oktober mit Ahnenarbeit. In Einstimmung auf Samhain. 
Vorbereitung auf das nach innen gehen,
den Ahnen zuhören, 
diese Kontakte pflegen und ehren…
sich einstimmen und einschwingen
auf die Ahnenkräfte...


Ich liebe den Herbst, bin ein Kind der Ahnengeister und somit diesen alten Plätzen immer sehr nahe.


In all den Jahrzehnten, die ich diesen Weg beschreite, zieht es mich in dieser Jahreszeit hinaus, um alte Plätze zu (be-)suchen, um sie zu ehren, mit den Alten zu sprechen oder vielleicht auch, um sie zu heilen oder gar sie neu zu beseelen. Je nachdem….
 Ich finde, werde gefunden, lasse mich von ihnen finden. Das ist meine tiefste Aufgabe, die eine Verbindung zu einem Land ausmacht, auf dem man wohnt. 
Diese innige Verbundenheit mit den heidnischen Stätten.
Den alten Kultplätzen und Kraftorten. Ihnen gebe ich Kraft, aber aus ihnen schöpfe ich auch tiefes altes Wissen….ein Austausch von Energien.
Und so fuhren wir wieder entlang der Küste und besuchten Hünengräber, Hügelgräber und Megalithen. 

Durch wunderschöne kleine Bauernschaften, wo die Hühner noch freilaufen (dürfen) und ganz in „Landlust-Romantik“ auf dem Misthaufen schaben. Ich hätte es fast nicht geglaubt.

Ich musste anhalten und aussteigen und dieses niedliche Federvieh betrachten und freute mich wie ein Kind darüber: Freilaufende Hühner und dazu noch mit ihren Kindern!!! 


An einer alten Wassermühle aus dem 13 Jahrhundert fuhren wir vorbei und an einem Kirchlein, das auch in England hätte stehen können ….aber Moment mal! Umdrehen! 


Dort musste ich einfach anhalten! Obwohl nur kurz vorbeigefahren, hatte ich das Gefühl, diese Ort zog mich magisch an. So drehten wir um. Ich bin kein Kirchgänger, aber diese Kraft hatte ich sofort beim Vorbeifahren bemerkt und alles zog an mir…sie rief mich zu sich.
Eine uralter Mauer von Findlingen umgab das kleine, sehr schlichte Gemäuer, das auf einem Hügel stand.

Nicht üblich hier, da hier, soweit vom Wasser weg, diese Kirche sicherlich nicht auf einer Warft gebaut worden war. Kein Schild, keine Erklärung, dennoch wusste ich sofort, hier stand ich, auf einem uralten Kultplatz. 


Einem Thing! Ja, es war ein Thing! Diese Kraft war klar, eindeutig, ich brauchte kein Schild, um das zu wissen.

Einige der Eichen, die in der Kreisrundung um das Kirchlein standen, waren so dick und riesig. Nicht mal mit ausgebreiten Armen hätte ich sie umarmen können. Locker hatten die 500 Jahre und mehr an Alter…


Ein schmaler Pfad führte entlang den Steinfindlingen, rund um die Kirche nebst kleinem Friedhof. Seltsamerweise strahlte das Kirchlein. Es war eine sehr sanfte Energie, nicht wie es oft der Fall war, dass diese Orte einfach nur christlich geschändet waren. Nein hier schien der Platz und die Kirche sich geeinigt zu haben, vor langer Zeit. 
Selbst der aus Holz erbaute Glockenturm machte einen freundlichen Eindruck auf mich. Ich fühlte, wie ich richtig beseelt wurde, als ich so, seltsamerweise, gegen den Sonnenlauf um das Kirchlein ging.

Mir viel eine benachbarte Wiese auf, auf der ein ziemlich krummer Baum stand. Sogleich hatte ich das Gefühl von Gräbern dort. Vielleicht war dort einst eine alte Begräbnisstätte gewesen.

Und auch hatte ich das Gefühl ein Langhaus war zunehmen, dort wo das Gemeindehaus stand, nicht ganz darauf, sondern daneben. Aber wer weiß..

Dies Kirchlein hätte auch irgendwo in England stehen können, denn es war so nordisch, wie ich sonst selten etwas gefühlt habe.
Dann stiegen wir wieder ins Auto und fuhren ganz langsam wieder zurück. Besuchten noch am Nachmittag die kleine Weserinsel Harriasand, wurden aber vom Regen überrascht und beschlossen wiederzukommen, um sie und ihre Natur in Ruhe zu erkunden.

Es passte auch nicht so ganz, zu diesem Tag, der ganz im Sinne der Ahnen war. Hatte ich doch mehrere Hühnenstätten besucht, geopfert, gesungen und geräuchert, verblassen diese aber seltsamerweise in der Erinnerung an dies Kirchlein….

Und ich recherchierte heute Morgen. Diese Kirche stammt von 1240, die Grundmauern sind aber noch älter, da sie um 1200 abgebrannt ist. Ich denke die Chauken, die dort wohnhaft waren, haben wohl ein wenig gezündelt. Erst später wurde dann auf den Grundmauern ein neues Gebäude errichtet und der Lichtgöttin…ähm…sorry…der „heiligen“ Lucia geweiht, was ziemlich ungewöhnlich ist, da Lucia ja eher eine Schwedische „Heilige“ ist. Ehemalige Lichtbringende Göttin, die eben mal wieder kurzerhand vereinnahmt wurde. 
Das Gebäude selbst, soll sich auf einem Uralten Begräbnisplatz der Chauken befinden, was ich eher verneinen würde, sondern lieber „Thingplatz mit angrenzender Beerdigungsstätte“ draus machen würde. Aber über Ausgrabungen derlei, weiß ich leider (noch) nichts. Belassen wir es mit folgender „christlicher „ Überlieferung „von der Gemeinde Seite:

…“Auf einem alten Begräbnisplatz wurde diese Kirche um 1200 errichtet und kurze Zeit später niedergebrannt. Es war eine bewegte Zeit, in der sich nicht unbedeutende kämpferische Auseinandersetzungen in unserer Gegend abgespielt haben. Der Wiederaufbau erfolgte um 1240
Die Grundmauern der Kirche waren stehen geblieben. Es sind etwa 80 cm starke, aus Feldsteinen errichtete Wände. …“

Auf unserem Rückweg las ich ein Ortschild, welches mich sehr stark an die Nordischen Stämme und auch an eine Rune erinnerte: Uthlede. Warum an eine Rune…? Ich kann es nicht sagen. Nur wieder mal ein Gefühl, eine Eingebung, wie eine leichtes Streifen einer Erinnerung ….

Kommentare:

  1. Wunderschön geschrieben und zauberschöne Fotos. Ich war dabei, bei deinem Spaziergang und konnte fühlen und riechen.

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  2. So ein schöner Streifzug durch die Gegend, Natur und Zeiten,
    und vor allem so beschrieben das Leser voll dabei mitgenommen, traumhaft !
    freufreu
    Dank an Dich Minerva...
    Schöne Grüße
    Brigitte

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