Montag, 1. August 2016

August, der Monat der Kräuter….


Anfang August begehen wir das Schnitter Fest oder auch Brotfest genannt. Nun wird das Korn geerntet und zu Brot verarbeitet. Traditionell war dieses Fest der Göttin Ceres aber auch der Germanischen Freya oder auch Siff geweiht. Im keltischen war es an dem Sonnengott Lugh orientiert, welcher mit dem Germanischen Loki verglichen werden kann. 
 
Dieser Monat ist der Germanischen Göttin Freya gewidmet. Sie ist eine Göttin aus dem Geschlecht derWarnen und sie verkörpert den Schoß der Mutter Erde.
Sie wacht über Liebe und Sinnlichkeit, über die Fruchtbarkeit und die Zyklen der Frau, wie auch über die Gezeiten denn sie ist auch Hüterin der heiligen Gewässer. Sie hat die Macht über Leben und Tod, denn sie fährt mit ihrem Streitwagen über die Schlachtfelder und wählt die Gefallenen aus. 
Freya ist eine freie Frau die sich alle Rechte nimmt und ihr Leben selbst bestimmt.  Sie rechtfertigt sich nicht und ihre Freude und Lust ist ihr Maßstab. Sie ist die Beschützerin aller freien und selbstbewussten Frauen. Der August ist der Monat der Frauenkräuter! Denn mit ihnen konnte man Fruchtbarkeit herbeiführen, verhüten oder eine Geburt begleiten , um die Schmerzen zu mildern. Desweiteren das Haus und seine Bewohner schützen und vieles mehr. Das alles lag in der Hand der Frau.
Anbauen, sammeln und ernten von Kräutern war schon seit der Steinzeit in Frauenhand. Und auch heute noch ist das bei vielen Naturvölkern so. Ein paar historische Aufzeichnungen enthalten noch Spuren davon, wie das geltende Recht im Mittelalter, das alle Erträge des Gartens und der Vorratskammern erhielt die Witwe, wenn der Mann verstarb. Auch in der deutschen Sprache hat sich der Garten bis heute erhalten:  Hildegart oder in Irmgart, beispielsweise. Das sind sehr alte Namen, germanischen Ursprungs. Also diejenigen Frauen , die "den Garten bestellen..."

Die Sonne steht nun heiß am Himmel und in keinem anderen Monat sind unsere Kräuter und Pflanzen so heilkräftig. Das wussten unsere Ahninnen, so dass dieser Monat den Göttinnen , wie Ceres, Demeter oder Freya geweiht wurde. In einem alten Klosterkalender aus dem 15. Jh. Ist zu lesen:
 
„Um Mariä Himmelfahrt sollen die Kräuter und Wurzeln für die Apotheke gesammelt werden…“
Wenn wir denken, dass es sich bei der christlichen Kräuterweihe, um ein ur-altes christliches Fest handelt, dann ist das (mal wieder) falsch. Denn vermutlich liegen hier die Wurzeln wieder bei den Germanischen Stämmen, denn die Kräuterweihe, die hierzulande so eng mit diesem christlichen Feiertag verbunden ist, kommt nur so im deutschsprachigen Raum vor. 

 Der Missionar Bonifatius versuchte beispielsweise dieses Ritual der Kräuterweihe zu verbieten, er war Gegner der geweihten Bündel. Aber als sich das Verbot nicht durchsetzen konnte, wurde es christlich umgewandelt. So trat Maria an die Stelle der Naturgottheiten, wie Astarte, Isis, Demeter oder eben Freya.
Am diesen heiligen -heidnischen Tagen vor Maria Himmelfahrt durchstreiften unsere Vorfahren die Wälder, Wiesen und Felder und sammelten Körbeweise Heilkräuter. 
Nach alter Überlieferung müssen alle Pflänzlein vor Sonnenaufgang, ohne Messer und mit der linken Hand „ unbeschrien“ gesammelt werden. Also in aller Stille.
Viel wurde auch am Donnerstag vor diesem hohen Feiertag gesammelt, am Tag des Donner Gottes, da es sich um Wetterpflanzen handelte, diese dienten häufig zur Abwehr von Unwettern. Einige waren auch bekannte Verhütungs- und Abtreibungsmittel.
Diese Kräuter wurden dann in einem heiligen Ritual geweiht und gesegnet, dies übernahm später dann die Kirche.
Wusstet ihr das die Stadt „Würz-burg“ ihren Namen davon bekam? Und da vermutlich die Leute von nah und fern dort ihre Pflanzen sammelten und weihten, erhielt so die Stadt ihren Namen. Eben die Stadt der Kräuter: Naheliegend erscheint eine direkte Ableitung über das althochdeutsche Wort wurz (= Kraut, Gewürz). Joseph Schnetz zum Beispiel gibt als Bedeutung von wirziburg „Stadt auf dem kräuterreichen Platz“ an. (Wikipedia)
 

Ursprünglich kamen in den Kräuterbuschen ausschließlich Wildpflanzen. Aber mit der Christianisierung kamen die Gartenpflanzen dazu. Je nach Region waren in diesen heidnischen Kräuterbuschen:
Eisenkraut, Dost, Frauenmantel, Wiesenknopf, Johanniskraut, Kamille, Kornblume, Labkraut, Königskerze, Rainfarn, Weidenröschen, Wegwarte, Schafgabe, Rohrkolben, Enzian, Quendel, Odermennig, Blutweiderich, Baldrian und Alant.
Mit der Christianisierung kamen folgende dazu:
Dill, Eberraute, Liebstöckel, Salbei, Weinraute, Wermut und die wichtigsten Getreidesorten. Manchmal auch Zwiebeln und Knoblauch. 
Der Hauptbuschen kam auf den Dachboden um das Haus vor Gewitter, Feuer und Hagel zu schützen. Die anderen Buschen wurden im Haus verteilt. Eheleute bekamen einen Teil ins Kissen genäht für Kindersegen und sogar den Verstorbenen gab man so einen geweihten Buschen mit in den Sarg. Aus den Teilen, der verschiedenen „beschrieenen „ ( besprochenen/ verzauberten)  Buschen stellte Frau im Laufe des Jahres die unterschiedlichsten  Heilmittel her. 
 
Bei Bau eines Hauses, wurde einer unter die Türschwelle gelegt und ein weiterer in den Dachfirst gehangen. Vielleicht kommt daher auch der heutige Brauch mit dem Richtkranz?!
Alles an Kräutern, was in der Zeit den sogenannten Frauendreißigern (etwa vom 15.08 bis 08. September), gesammelt wird, hat eine enorme Kraft. Damit man auf die Zahl dreißig kam, verlängerte man noch bis zum 13. September, die Kräutersammelzeit. 
 
Dies aber erst in der Christlichen Zeit.
Wichtig war auch bei all dem „Nehmen“ das „Geben“ also den Pflanzengeistern ein Opfer darzubringen. Wir segnen beispielsweise unsere geernteten Kräuter und nutzen dieses Ritual zur Wirkungsverstärkung. Unsere Vorfahren schöpften dazu Wasser aus geheiligten Quellen. Ich nutze das Wasser der hiesigen Wodans Quelle. Man kann sie durch die Elemente weihen, in dem man sie in die einzelnen Himmelrichtungen hält und sie um ihre Heilkraft bittet. Viel Spaß in diesem Monat beim Kräutersammeln wünsche ich euch!
 
 
(Quellen: Wolf Dieter Storl, Rudi Beiser, Marlis Bader)

1 Kommentar:

  1. Liebe Minerva, dein Beitrag über das Kräutersammeln ist wunderschön! Aber irgend etwas hält mich diesen Sommer vom Sammeln total ab. Gut, dass in meinem Hexenschrank noch genug Vorrat da ist. Sei lieb gegrüsst!

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