Montag, 13. Juni 2016

Wo Meermagie und Frauenkräfte walten....


Sei frei, wild und wunderbar!!!!!!!
Ja so könnte ich das letzte Wochenende betiteln. Noch jetzt, wo ich dies schreibe und mich versuche „Rück-zu-erinnern“ fühle ich den Rhythmus der Wellen, die neben uns ans Ufer schlugen, fühle den leichten Wind im Haar und die Trommel in meinem Körper….das Salz auf meinen Lippen….



Ich sehe diese wunderschönen weis gewandelten Frauen, mit ihren Blumenkränzen im Haar und den Körben und Trommeln an der Hand. Sie wandern Richtung Meer und habe das Gefühl , ich befinde mich in einer ganz anderen Zeit…
Alles ist locker, gelöst, ja lustig aber dennoch kommt eine fast schon heilige Stimmung auf, als wir uns auf unsere mitgebrachten Decken setzen. Die bunten Blumen der hohen Wiesen um uns herum und das Meer direkt neben uns, lassen jedes überflüssige Wort verschwinden….


Hier benötigt es kein großes Ritual, hier sind alle Elemente vereint, ist die Lebensspendende Muttergöttin ganz nahe bei jeder von uns.
Weiß sind wir alle gekleidet. 

Weiß ist die Farbe der Geister, der Ahnen aber auch der Wasserwesen. Mit unseren Kränzen, die wir am Mittag gebunden haben, auf den Köpfen, ist eine jede wunderschön!  Eine der Zauberfrauen hat Tonerde mitgebracht, selbst gesammelt.

Wo wir uns sonst mit rotem Ocker der Göttin weihen, tun wir es heute mit weißer Tonerde. Der Tiegel mit dem Gemisch aus Erde und Meerwasser wird herumgereicht und eine jede segnet sich damit. Auch Hände werden bemalt und der Halbmond auf der Stirn schimmert weis. Wir sind eins, ein Kreis aus Hexenschwestern.


Das Wasser erreicht seinen Höchststand um kurz nach sechs am Abend. Es ist mild und auch der Wind, hier direkt am Meer, hat ein einsehen. Kaum ein Mensch weit und breit. 




Und wenn doch, so kümmert es uns nicht. Wir sind eingebettet im großen Ganzen der Natur und selbst die Vögel lassen sich von unserem Trommeln nicht beeindrucken. Nicht mal einer fliegt auf.
Die Räucherschale geht um. Eine der Frauen hatte eine Bitte, es wird verabschiedet. Gute Wünsche in Blumensträuße gegeben. 

Wir trommeln und dann verbinden wir uns mit den Zyklen des Meeres, der Erde und der Luft. Kraft atmen, Stress loslassen….in einem kurzen Moment befinden wir uns zwischen den Zeiten…..
Ganz langsam stehen wir irgendwann auf, gehen ein paar Schritte zum nahen Meer, um es zu ehren. Blumen und unsere Kränze werden in das Wasser geworfen, mit guten Energien für das Wasser. Es ist Leben und Kraft!
Wir singen mit dem Wind, der langsam stärker und kälter wird.

„Abendwind-Seelenlied
Sing für uns in der Dämmerung
Mutter Erde weckt mich auf
Mit dem Herzschlag ihrer See“

Wie lange vor uns, die Sirenen, trägt der Wind unseren Gesang weiter, so das ein Segler auf seinem Weg in unsere Richtung fährt. Was muss er wohl gedacht haben?! 
So viele weis gewandelte Frauen, deren Kleider im Wind wehen, barfuß singend am Meer….ich fühle mich in eine ganz andere Zeit versetzt, denn auch der Schoner sieht nicht unbedingt modern aus…

Aber als wir uns langsam umdrehen, nimmt auch dieser wieder neuen Kurs….seltsam. Auch das er unter der Flagge der Niederländer fährt. Wir winken ihm zu.

Und so packen wir langsam ein und wandern durch die Salzwiesen zurück, als wir dann doch ein paar erstaunte Augenpaare hinter uns lassen…


immer wieder hatte ich das Gefühl in einer anderen Zeit zu sein, das Gefühl von Erinnerung…
aber das muss man Erleben, ich kann es nicht in Worte fassen. Und nicht nur ich habe es so empfunden.

Auf dem Hof gibt es Abendessen und alle ziehen sich um. Danach sitzen wir noch ein wenig am Lagerfeuer, trommeln für die Elemente Luft, Feuer, Wasser, Erde. Singen und haben Spaß. Bis der Regen dann doch kein Mitleid mehr hat und wir gegen 24 Uhr in die Betten fallen….

Am Vormittag hatten wir alle noch Kräuter gesammelt aber auch selbst noch welche mitgebracht. 

So das genügend da waren für unsere Kränze aber auch für Räucherbündel. 
Ich zeigte den Mädels, welche Möglichkeiten es gibt, Räucherbündel herzustellen. 
So saßen wir unter der alten Kastanie und genossen den wunderschönen Vor und Nachmittag , inmitten von duftenden Kräutern….



Sehr gemütlich und das Wetter war mal wieder ganz mit uns...
Am Sonntag dann besuchen wir die Galerie am Wehlham, nur 5 Minuten von uns entfernt. 
Eine Ausstellung mit alten Göttinnen dürfen wir uns ja nicht entgehen lassen. Als wäre sie extra für uns dahin gekommen! Wir wurden so unglaublich freundlich empfangen und erhalten eine Führung und Erklärungen zum Künstler. 
Wir wurden fotografiert und haben zusammen mit der Galeristin, die am Vortag 75 Jahre alt wurde, doch den ein oder anderen Lacher. Sie schaut uns doch erstaunt an, denn bei der Frage an uns, ob wir uns mit Göttinnen auskennen, kommt ein lautes Ja, fast gleichzeitig von allen Seiten. Wir erklären, was wir tun, wer wir sind. Sie findet uns ziemlich spannend und es wird ein sehr informativer Vormittag.







Alle erwerben noch ein Göttinnen Buch über Ausstellung und wir tragen uns in das Gästebuch der Galerie ein. 

Danach geht es zum Hof. Natürlich wird zum Abschluss nochmals im Hexenladen geschoppt was das Zeug hält, schließlich kommen viele von sehr weit her. Und danach geht es leider wieder in alle Himmelsrichtungen nach Hause….

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