Donnerstag, 23. Juni 2016

Sonnenwend Ritual

Sonnenwende, Litha oder Mitsommer….

Für mich bezeichnen diese Namen einen Zeitraum, der längsten Tage und kürzesten Nächte. Es ist die Zeit des Sommers und die der Heiligen Hochzeit. Diese Feste feiere ich, wenn meine innere Stimme es mir sagt, wenn das Gefühl zu ihnen stimmt und wenn auch das Wetter mitspielt
Leider regente es am 21. Juni und auch die Mondin war nicht zu sehen, vom Wind ganz zu schweigen..... Gestern aber war es warm, fast windstill und einfach eine Nacht, wie gemacht um das Ritual der Sonnenwende zu begehen und die Götter zu ehren…
Mehr als früher noch, seit wir hier mitten in der Natur leben, bin ich der Meinung das diese heiligen Feste gefühlt werden sollten. Kalender haben sich reformiert, über Jahrtausende geändert aber Naturenergien und den richtigen Zeitpunkt bestimmen keine Daten, sondern unser Gefühl zu dem jeweiligen Fest. Die Sonnenwenden und andere Feste sind eine natürliche Zeitspanne…alles andere ist für mich zu Dogmatisch.

So bereiteten wir gestern Nachmittag alles vor, streuten das Jahresrad mit seinen acht Speichen mit Mehl aus und dekorierten alles mit ganz vielen Rosen und Blumen. Und wärend ich so dekorierte, alles an seinen Platz stellte, bereitete ich mich innerlich auf diese Nacht vor, die sicherlich lang sein könnte….

Wir aßen in Ruhe zu Abend, wärend wir auf die Dämmerung warten. Es gab frischen Salat, gefüllte Pilze und Tomate Mozzarella mit Brot. Nicht gerade ein Traditionelles Essen aber was soll´s ….

In der Dämmerung zündeten wir das Feuer an, mit einem Segensspruch ehrte ich den Osten, die Luft, den Westen, das Wasser, den Süden, das Feuer und den Norden, die Erde. Begrüßte die Göttin und den Gott und die Wesen des Ortes. Räucherte Weiden Rinde mit Fichtenharz. 

Am warmen Feuer und im Schutze der Dunkelheit begehen wir zu zweit unsere Heilige Hochzeit, rufen Gott und Göttin, stellen sie da in diesem Augenblick. Begehren uns  und heiligen die Natur in diesem Moment….

Zum Abschluss springen wir gemeinsam über das Feuer, gesegnet und gereinigt. Dann verabschiedete sich Chris. Es war für ihn ein viel zu langer Tag. Es war schön ihn bei mir zu haben, diese Uralte Kraft der Vereinigung miteinander erleben zu können.

Ich setze mich greife zu meiner Trommel und hörte plötzlich Stimmen. Ungewöhnlich, hier bei uns, es war Mitternacht! Ich schaue mich um, und bemerkte in weiter Entfernung junge Leute, mitten auf dem Feld um eine Feuerstelle sitzend. 

Lachend und erzählend genossen sie die Nacht. Ich schaue und bemerke weitere Radfahrer die in Richtung des Feldweges fahren. Es sind junge Leute, fröhlich und lachend.
Wo gibt es das noch, das Schulabgänger sich draußen auf dem Feld an einem Feuer treffen, um gemeinsam die Nacht zu begehen??! Vor gut 30 Jahren war ich ähnlich drauf, mit meinem Mann und damaligen Freunden waren wir auch nächtelang in der Natur unterwegs…
Ich beschloss die Stimmung auf mich wirken zu lassen, setzte mich an das  Feuer und begab mich auf meine ganz eigenen Reise….

überall um mich herum knisterte und kramte es, ich bin nicht alleine in der Nacht…die Mondin steht  riesig und immer noch Erdbeerrot am Himmel, ein wenig hatte sie ihre Rundung eingebüßt aber nicht viel. In weiter Ferne hörte ich leises Lachen und sehe den Schein des Feuers auf dem Feld. 
Die Frösche in den Gräben fangen an ihr Lied zu quarken. ich sitze einfach nur da und darf "sein"...
Ich genieße die Milde der Nacht und kommuniziere mit meinen Spirits, schüre das Feuer und Räuchere…ich höre das Käuzchen rufen und die Füchsin mit ihrem heiseren Bellen ihre Jungen rufen…ein Igel schmatzt unter mir am Platz ..dann wird das Feuer weniger und ich werde müde.

Irgendwann, es muss in den frühen Morgenstunden sein, gehe ich rein. Gegen vier am Morgen, wecken mich die Katzen, weil sie nach draußen möchten. 

Ich habe das Gefühl, ich sei gerade erst ins Bett gegangen. Ich öffne die große Stalltüre, genieße den Sonnenaufgang und den Tagesanbruch. Dann höre ich die leisen Stimmen wieder, die Jugendlichen sind immer noch da, dort hinten am Feuer sitzen sie.
Toll, meine Hochachtung für das Durchhaltevermögen.  

Ich begrüße den Sonnenaufgang und lege mich dann wieder schlafen….

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen