Freitag, 13. Mai 2016

Übers Land gefahren...

Meine Freie Zeit, am frühen Abend verbringe ich momentan damit, die Region besser kennen zu lernen. Bio Hofläden zu finden und mir dieses wundervolle Land vom Motorrad anzuschauen....
Kaum 15 Minuten von unsere Küste entfernt, ändert sich das Land und auch seine Energie.
Die Wieschwiesen gehen langsam in die Dunklen Tiefen der alten Moore über. Alte Höfe, Moorkaaten und verfallene Häuser wechseln sich mit viel Weite und altem Baumbestand ab. Manchmal, zwischen Bäumen gelegen, erkennt man ein Reid gedecktes Dach, kann man kleine Schätze erkennen.

Die Straßen sind fast Schnur gerade, aber von der moorigen Substanz, doch sehr holperig. Aber das macht nichts, denn nur durch " Langsamkeit" kann man die unterschiedlichen Düfte von Rabs, Rhododendron , Flieder, Obstblüten oder dem sumpfigen Gerüchen des Moores erfassen, die mir in die Nase steigen...

Kleine Ortschaften wie Morgenland, Sibirien, Kötermoor, Rönnelmoor, Kreuzmoor, lassen erkennen, wo wir uns befinden; Irgendwo im Nirgendwo, zwischen Brake, Nordenham und Ovelgönne. Zwischen der vom Moorwasser dunklen, stillen Jade und der, den Gezeiten umspülten schiffbaren Weser. Hinter uns liegt die Nordsee und die Nordseebäder Tossens, Fedderwadersiel und Burhave.


Wie Inseln scheinen die Häuschen und verwunschenen Gärten am Wegesrand und weit draußen im Moor. Das Leben dort war wahrlich Jahrhunderte lang nicht einfach.

Den ersten den Tod, den zweiten die Not, den dritten das Brot. „ War ein bekannter Spruch der Moorbewohner. Über die Geschichte und Geschichten der Moore, habe ich schon einmal vor Jahren berichtet. ( Blogeintrag: Oh wie schaurig schön ist es übers Moor zu gehen)

Bei uns am Meer sind die Menschen recht offen, weitsichtig, trieben schon früh Handel und kamen mit vielen „ Fremden“ in Berührung. Hier war ein reges kommen und gehen.

Bei den Moorbewohnern war es eher das Gegenteil. Manch ein Familien Drama wird sich in den abgelegenen Kaaten und Höfen abgespielt haben und noch heute wirkt diese schwarze Erde sehr Geheimnisvoll und Mystisch auf mich, verschwiegen und dunkel. 

Was für uns mit dem Motorrad vielleicht 30 bis 40 Minuten Fahrt darstellt, war für die Menschen im Moor ,mit Kahn oder Karren, eine ganze Tagesreise, wenn sie überhaupt die Möglichkeit der Fortbewegung hatten oder sich leisten konnten.

Überall finden wir heute versteckte kleine Hofläden und Ateliers, mitten im Nirgendwo. Eines hat eine Töpferrei, die ich unbedingt besuchen muss, wenn ich mehr Zeit habe. Bioland Produkte finden wir hier viel und Urige Rindfiecher mit Zottelfell und langen Gehörn. Sogar einem Storch sind wir begegnet, der sich aber nicht fotografieren lassen wollte. Eine Käserei habe ich gefunden. Hof Butenland ist auch im Internet vertreten. Lecker, Bio und sehr informativ!

Dieser Energetische Gegensatz zur Küste, wo wir wohnen, ist schon enorm und fasziniert mich total. Wir hier benötigen nicht mal fünf Minuten zum Meer und schon braust diese unmittelbare wilde und Elementare Kraft auf uns ein, es trägt und reinigt, beschwingt und kräftigt. Das Moor aber behält Geheimnisse für sich, ist dunkel und düster, birgt uralte Heiligkeit und das Wissen darum. Die dunkle Mutter ist dort zu Hause.

Wenn wir die langen und ziemlich dünn besiedelten Landschaften befahren, dann kann man ab und an einen Weg sehen, der von der Landstrasse abgeht, manchmal befestigt, manchmal nicht.

Ab und an erahnt man ein Haus, einen Hof dahinter, in weiter Ferne. Wer aussteigen will, seine Ruhe haben möchte, der ist da genau richtig! Ich persönlich weiß nicht, ob ich es gruselig finden soll oder mich der Gedanke an die langen Winter in so einer einsamen Moorkaate erschreckt. 

Bei uns ist es ja schon still, aber dort? Bei uns geistert ja schon so manch einer über den Hof…aber da??! Auch die Menschen scheinen verschlossener, skeptischer zu sein. Ab und an kann man jemanden am Wegesrand sehen, im Garten oder den kleinen Gehöften. Man sagt, sie seien freundlich aber zurückhaltender gegenüber Fremden.

Und jedes Mal , wenn wir am frühen Abend unsere Moorrunde mit dem Motorrad fahren, entdecken wir neues. 
Schöne Höfe, versteckte Läden und eine zauberhafte Landschaft, zwischen Jade und Weser, die mich unsagbar inspiriert….

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