Dienstag, 23. Februar 2016

Minervas Hexen 1x1 - Februar 2016 die Weide





Die Weide 

Die Weide liebt das Wasser und so gedeiht sie an den Ufern von Seen, Flüssen sowie an Bächen. Aber auch in Gegenden wie Mooren und Sümpfen. Ihr Name Salix ist keltischen Ursprungs und bedeutet Sal= nahe und lis= Wasser. Das Wort „Weide“ stammt vom indogermanischen Wortstamm „uei „ab und bedeutet so viel wie „biegen“ oder „winden“. Vom gleichen Wortstamm kommt auch weich, weichen oder Weib. 

Aus ihren Ästen werden aufgrund ihrer Biegsamkeit seit Jahrtausenden Körbe und andere Flechtwerke hergestellt. Die Salige, die weise Frau, die Heilerin, ist eng verbunden mit der Weide. In meinem früheren Wohnort gab es einen Vorort, der nach den Salinger Frauen benannt wurde.
Sal-ix ist der Name für die Weide, Salinge/n auch ein Name eines gütigen weiblichen Naturgeistes, der weißen Salinger Frau  und wahrscheinlich auch eine Bezeichnung einer Seherin oder Hexe, wie Veleder oder Völver. Vielleicht erhielt die Weide aber auch ihren Namen von den Römern, denn bei ihnen gab es die Göttin Salus, eine Heilgöttin. In Anlehnung an die Heilkräfte der Weide.
Die Weide selbst besitzt einen eigenen hohen Wasseranteil. Ihr Holz ist weich und modert schnell vor sich hin. Dennoch ist sie ein schnellwüchsiger Baum und ihre Blüte ist eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen im Frühjahr. 

Noch während ihres Wachstumes stirbt sie immer wieder, das Holz fault weg und hiterlässt hohle Stämme, die als Heimat für Fledermäuse, Eulen und anderes Getier dienen.
Durch ihr wachsen, gedeihen und vergehen, steht sie im engen Bezug zum Mond. Sowohl das Element Wasser, als auch der Mond, symbolisieren Fruchtbarkeit und den Kreislauf des Lebens. Daher ist es nicht verwunderlich, dass die Weide eine innige Verbindung zur großen Mutter /Mond Göttin hegt. 

Die Symbolik als Baum des Wachstums und der Wiedergeburt wird jedoch nicht nur durch ihre Liebe zum Wasser und Mond verdeutlicht. Die Weide beheimatet die ungebändigte Urkraft des Lebens. Ein frischer, schräg angeschnittener Weidenast, der in die Erde gepflanzt wird, treibt nach kurzer Zeit Wurzeln und erwacht zu neuem Leben. So lassen sich unter anderem ganz einfach wundervolle Weidenhäuser oder Schwitzhütten aus Weide anlegen.
Archäologisch sind irisch-keltische Schwitzhütten aus Weide belegt und wie bei den Indianern handelt es sich dabei eindeutig um Initiationen, wie Todes und Wiedergeburtsrituale, um Mutproben und Begegnungen mit der Göttin. ( STORL :) 

Stutzt man die Äste einer Weide, so wachsen aus den verbliebenen Kopfseiten innerhalb kürzester Zeit unzählige neue junge Äste. Auch wenn sie uns tot scheint, erwacht in ihr zu jedem Frühling wieder neues Leben. 

Auch die Baumscheiben gefällter Weiden können  als Nährboden für die Entstehung einer neuen Weide dienen. Sie gebiert quasi aus sich selbst heraus. Sie symbolisiert, wie kaum ein zweiter Baum den Kreislauf von Tod und Wiedergeburt. Die Weide  zeigt damit einen unerschütterlichen Lebenswillen.

Diese ungeheure Lebensenergie der Weide wurde verstanden als eine weltliche Darstellung und Demonstration der erneuernden, sowie schöpferischen Aspekte der Göttin. Auch die keltischen Götter Cerridwen sowie Belinus werden mit der Weide in Bezug gebracht, sowie die Griechische Göttin der Zauberkunst Hekate.
Es gibt keine Zufälle in der alten Symbolik unsere Ahnen. Sie ist niemals willkürlich, sondern passt genau. Denn als Zeichen der Wiederkehr des Frühlings, erscheinen an der Weide die Weidenkätzchen und mit dem Verrennen des alten Winters und dem Erscheinen der Licht Göttin Birgit, wird die Weide auch dieser zugeordnet. 

Brigit ist zusätzlich die Göttin der Heilkunst und da die Weide gegen allerlei Krankheiten eingesetzt wurde, passt dies genau. Die Weide galt in früheren Tagen als heilender Baum, der Krankheiten (besonders Fieber und Gicht) sowie das sie Unheil vom Mensch und Tier auf sich nahm. Man bohrte ein Loch in die Weide und stopfte die  Krankheiten, genannt „ Gichter und Gichtinnen“, hinein und verschloss es hinterher gut. (STORL die Pflanzen der Kelten)
Oder man zog den Erkrankten durch einen gespaltenen Weidenbaum, damit die Krankheit sich dort festsetze. Allerdings folgte vorher ein umfassendes Schamanisches Ritual von einem Seher oder eine Seherin, die die Gichter im Körper des Patienten aufspürte, denn sie mussten unbedingt erst  „gesehen „ werden. Mit einem Zauber wurden sie bewegungslos gemacht und aus dem Patienten herausgezogen, gesaugt, gesungen o.ä. und dann in unterschiedlicher Art und Weise in eine Weide hinein verbannt. Das Loch durfte nie wieder geöffnet werden.

Weidenrindentee wurde bei Fieber, Grippe, Kopfweh sowie Rheuma oder Hexenschuss , Gicht, Arthritis aber auch bei entzündeten Mandeln gereicht.
Ihre Signatur ist eindeutig:

Die Weide, obwohl am und im Wasser stehend, hat ständig kalte und nasse Füße, bleibt aber dennoch immer biegsam. Um selbst wieder biegsam zu werden, nimmt man Weidenrinden Abkochungen oder Sud zu sich. Tatsächlich gilt die Weide in der Phytotherapie als schmerzstillend, fiebersenkend, entzündungshemmend, blutverdünnend und Schweiß und harntreibend. Salicin, benannt nach ihrem Namen Salix, ist ein wasserlösliches Glykosid, im Menschlichen Körper wird es dann zu Salizylsäure , dem natürlichem Aspirin. Es fängt Hitze ab und treibt das Wasser heraus.  
Weidenrinde wurde auch zum Gerben benutzt und ein Absud aus ihren Blättern diente zum Färben von Baumwolle.

Wer an Ausschlägen leidet, kann einen Weidenzweig schneiden, die Rinde schälen, den Zweig in kleine Stücke zerteilen. Alles  mit einem Liter Wasser einen Tag und eine Nacht ziehen lassen. Das Wasser sollte von dort kommen, wo die Weide auch steht.  Dann wird das Weidenwasser ab gefiltert und ein Mull Tuch darin getränkt. Dies auf die kranke Haut gelegt  und eine halbe Stunde einwirken lassen. ( Luisa Francia)

Die Weide ist ein Schwellenbaum, sie ähnelt mit ihren Mythen und Zauberpraktiken dem Holunder sehr und doch  ein wenig anders. Nicht nur, das die Weide an der Schwelle zwischen dem Festen Land und dem Wasser steht, sie steht auch in ihrer Zuordnung zwischen den Samhain Energien des Todes und denen der Birgit, der Wiederauferstehung des Lebens. 

Wie alle Bäume, die die Nähe zum Wasser suchen, steht die Weide auch für die Reise zwischen den Welten. Die Weide führt uns in die Welt der Göttin Hel, die Unterwelt, die Christlich zur Hölle wurde, aber nicht das Geringste mit dieser zu tun hat. Hel heißt, die Strahlende, die Helle, auch hier finden wir wieder den nahen Verwandtschaftsgrad zur „Hellen „ der Weißen Lichter Göttin Brigit.
Meiner Erfahrung nach kann die Weide, durch diesen starken Aspekt,  zur Unterstützung bei Trancereisen, Visionen und zur Verarbeitung von Trauer wunderbar eingesetzt werden.
Die Weide ist seit Urzeiten ein Hexenbaum, denn in den hohlen Weidenstämmen halten sich allerlei Geister und Elementare auf. Sie galt  immer schon als Pforte zu Anderswelt der Geister und Ahnenwesen. 

Im nahen friesischen Mooren heißt es: Wer eine Hexe werden will, der setze sich zu Vollmond  unter einen Weidenbaum und  halte einen Weiden Zweig fest und sage feierlich:
„Ich sitze hier unter dem Weidenbaum und schwöre Gott und allen Heiligen ab…“
Alsbald würde die Hexenkönigin erscheinen und die Gesinnung der Anwärterin prüfen
Von der Weide  könnte auch der Zusammenhang zum Englischen Wort „Witch/ Wicca“ für Hexe stammen. Denn dieser Begriff könnte vom altgermanischen Wort Witega, für Seherin oder Zauberer abstammen (STORL , Pflanzen der Kelten) , welches wiederum mit dem Deutschen Wort „ weihen“ in Zusammenhang steht. 

Ein geweihter Zauberbaum..?!
Nun ja, denn  Hexenbesen werden aus unter anderem aus Weidenholz hergestellt. Sie sollen ja die Elementaren wieder nach draußen treiben und alles unliebsame gleich mit aus dem Haus der Hexe. Auch würde Wetterzauber mit der Weide gemacht.
Es gibt einen Regenzauber der da heißt, wenn man frische Weidenruten so lange auf die Erde schlägt, und dabei ein Lied singt, bis sich kein Blatt mehr an ihren Ruten befindet, dann gibt es Regen. Weidenholz, genauso wie der Holunder, sollte man nicht als Brennholz nehmen, sonst würde der Hof von Hagel und Blitzen heimgesucht werden. Nur Hexen würden dies tun, um anderswo ein Unwetter heraufzubeschwören….

Die Weide galt bereits im Mittelalter als Hexenbaum. Frauen die sich des Nachts in ihrer Nähe herumtrieben, standen daher im ernsten Verdacht den Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein und böses Zauberwerk zu verrichten.

Kommentare:

  1. danke liebe minerva wieder ein tolles hexen 1*1 ...
    lg simone

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  2. Ich liebe die Weide unheimlich <3 Du hast hier wunderbar all ihre Eigenschaften wiedergegeben. Für mich ist sie untrennbar mit Hekate verbunden, die sich in ihr ja auch manifestiert.

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