Montag, 22. Februar 2016

Die Traumwelt nähren..

„….Die Traumwelt kann genährt werden. Viele nähren sie mit Schrecken, mit den letzten grausamen Nachrichten, mit Horrorfilmen oder blutigen Krimis.
Mein Einschlafritual: ich lese ein Märchen, höre eine Cd mit schöner Musik oder einer sanften Stimme, blättere in einem Buch über eine fremde/vergangene Kultur. In Portugal höre ich dem Gesang der Hunde zu, den Geräuschen kleiner Tiere, dem „rrraaa“ der Kröte (in der Regenzeit) dem Zirpen der Zikaden (im Sommer). Schlafe ich draußen lasse ich mich von den Düften einhüllen….“Luisa Francia

Danke liebe Luisa für diesen Eintrag in deinem Tagebuch! 
Er hätte genauso von mir sein können.
Auch ich habe mit den Jahren festgestellt, wie blutige Horrorfilme und schlimme Bilder aus den Nachrichten am Abend, meine Seele vergiften. 

Ich tue  mir das nicht mehr an, weil dieses Gift, genauso wie das von Medikamenten, im Körper gespeichert wird und wieder raus muss! Denn es setzt sich als düsterer Schatten in die Träume und ersetzt Ahnungen und setzt sich als Alp in deine Seele. Genauso wie Nikotin den Geist nach und nach vergiftet, deinen Körper in Abhängigkeit zerrt, so zerren Horrorfilme deine Seele ins Dunkle.
Vielleicht auch erst ab einem gewissen Alter, das kann sein. Oder man wird ab einem gewissen Alter sensibler für diese subtile Art der „Unterhaltung“ auch das wäre denkbar. Aber auch die Entwicklungen der letzten Jahre haben mich anders mit diesen Bildern aus Filmen oder Nachrichten umgehen lassen.

Am Morgen lese ich die Zeitung und bis in den Nachmittag höre ich Radio und Nachrichten. Danach nicht mehr. Denn ich weiß, wäre etwas Wichtiges und meist ja dann auch schlimmes, in der Welt passiert, werde ich eh darüber informiert, ob man das nun will oder nicht. Dafür sorgen Instagram, WhatsApp und Facebook und Co. schon. Alleine wenn ich meine Mails bei Web de abholen will, schlagen mir die aktuellsten Nachrichten schon entgegen. Nein, Nachrichten schaue ich dann am Abend fast gar nicht mehr.




Wolf Dieter Storl sagt, er würde in der Nacht nicht arbeiten und auch sonst nur im Dunkeln auf die Toilette gehen, denn sonst würden einem, nach alter Überlieferung unserer Vorfahren, die kleinen Dämönchen, den Kopf verdrehen und allerlei Sorgengedanken in den Kopf pflanzen.  Da hätten die besonderen Spass daran. In der Nacht wären wir einfach für schlechte Gedanken viel emphatischer. Damit diese schlechten Spirits  ihn nicht sehen, geht er halt in der Nacht nur ohne Licht auf die Toilette, und um nicht ganz in der „Hier Welt „zu sein. Ja, das ist mir auch schon aufgefallen. Das man auf seltsame Gedanken kommen kann, wenn man allzu lange wach liegt.


Vor dem Schlafengehen gibt es bei mir auch ein Ritual. Ein wenig selbstgemachte Duftessens versprühe ich im Raum, als Opfer für die Geister, und als Schutz für den Schlaf. Es duftet unfassbar gut nach Blumenwiese. Dann schlage ich meine Klangschalen an. Von Klein nach groß. Das gibt ein wirklich warmes Energiefeld im Raum ab. Manchmal lese ich noch eine Weile, oder höre leise ein Hörbuch. Ich habe festgestellt, so schläft es sich besser. 

Meine Katzen stört das nicht, sie kuscheln sich gemütlich an meine Seite, und ich finde nichts ist schöner, als eine schnurrende Katze neben sich.
Aber meist höre ich lieber den Wind zu, der durchs gekippte Fenster hineinweht, er erzählt mir viel, wenn er mit den Windspielen draußen sein Unwesen treibt. Ab und an hört man auch mal den Fuchs bellen. Wer ihn einmal gehört hat, vergisst das nie wieder. Das hat was Unheimliches. Aber auch das Eulenpaar, welches bei uns wohnt kann einem im Sommer den Schlaf rauben. Ihre Schreie können dich ins Mark erschüttern und dir eine Gänsehaut nach der anderen bescheren.

Ich kenne es ja auch anders, die Nebengeräusche der Stadt, die ständig fahrenden Autos, der nachhause kommende Nachbar mitten in der Nacht, die Sommerpartys u.s.w….
das alles ist Vergangenheit und gerade am Abend wird mir das ganz stark Bewusst, wie schön es ist, nur und das ausschließlich , die Geräusche der Natur zu hören.

Im Sommer, bevor ich ins Bett gehe, wandere ich nochmals eine Runde zum nahen Siel. Barfuß und ganz oft einfach in Schlafsachen. Zähne sind schon geputzt und alles ist ruhig auf dem Hof. Vielleicht noch eine Jacke drüber werfen und los. Das ist für mich Luxus Pur! Denn ich begegne dabei keinem Menschen. Sauge die gute Luft und die Sterne ein. Auch in klaren Winternächten ist das manchmal eine schöne Sache vor dem Schlafengehen, nur dazu braucht es Überwindung.
Wenn ich nach etwa 15 Minuten wieder das Haus betrete,  so bin ich so in meiner Ruhe angekommen, dass ich beseelt ins Bett falle.

Manchmal muss man sich Nachrichten einfach antun, keine Frage. Die Realität ist schon brutal genug. Ich nähre meine Seele seit Jahren mit schönen Bildern und achte immer mehr darauf, denn sie wird schon genug von Dingen und Bildern vergiftet, die ich selbst nicht unbedingt ausfiltern kann.
Ab und an wandere ich dann im Geiste zu meinem Traum Kräutergarten, durchschreite das Tor und sehe, wie schön er werden wird. Atme seinen Duft ein.

Oder ich begebe mich zu anderen Lieblingsorten von mir, sitze auf meinem Hügelgrab umgeben von Fingerhut und Farnkraut…und das Geräusch des immerwährenden Nordseewindes wiegt meine Seele in den Schlaf….

Kommentare:

  1. das stimmt liebe Minerva ich war vor kurzem zu besuch bei meiner tante in berlin, ,mein bruder und ich sind in berlin geboren aber hier aufen dorf aufgewachsen, er fühlte sich sehr wohl in der grossen stadt ich hingegen fühlte mich eingengt alles war zu voll zu stickig überall leute und , ne mein ding ist das nicht ich war froh wieder in meiner kleinen stadt sulingen zu sein woh ich atmen kann ohne gleich zu husten..... ich sehe auch keine horro filme mehr mein mann ist grosser fan von horror filmen für mich ist das nix ich bekomme dann immer sofor alpträume, nachrichten höre ich morgens im radio, und ansonsten ab und an mal abends.. ich habe mir vor ein paar jahren angewöhnt bevor ich schlafen gehe ein schönen tee zu trinken und noch ein gutes buch zu lesen so schlafe ich am besten ich mach mir dann auch noch kerzen im schlafzimmer an..

    lg simone

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  2. Liebe Minerva, dem kann ich nur hundertprozentig zustimmen! Mir geht es auch seit einigen Jahren so, dass ich schlimme Bilder aus den Nachrichten, Horror- oder Psychofilme und Krimis mit grausamen Serienkillern nicht mehr in meinen Kopf und in meine Seele einziehen lasse. Solche Dinge tun mir nicht gut und brennen sich in jede Zelle meines Körpers ein....Ich denke auch, dass das mit dem Alter zu tun hat, wir werden feinfühliger und müssen uns bestimmten Dingen nicht mehr aussetzen. Natürlich sollte man/frau die Augen vor dem Weltgeschehen nicht verschließen, jedoch haben wir die Wahl zu filtern, was und wie viel bei uns "eindringen" darf. Bevor ich schlafen gehe, höre ich schöne Musik, lese in Büchern die mich verzaubern und glücklich machen, kuschel mit Hund und Katzen auf dem Sofa, habe gute Gespräche mit meinem Mann (Probleme und Sorgen werden bei uns grundsätzlich abends nicht gewälzt), gehe mit dem Hund noch einmal in den Garten und lausche ins Dunkel. So kann ich anschließend wunderbar einschlafen.......

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  3. Nachrichten schaue und lese ich schon seit vielen Jahren nicht mehr. Sie machen mich depressiv und wühlen mich auf. Ganz anders als fiktive Krimis. Denn die Realität ist härter und schlimmer als alles Erdachte. Desweiteren räuchere ich jeden Abend beruhigende und reinigende Kräuter auf dem Stövchen, das sorgt für einen sanften Schlaf und nicht allzu wilde Träume :)

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