Montag, 7. September 2015

Handfasting eine Heidnische Hochzeit auf dem Hexenhof

Das erste Handfasting auf dem Hexenhof liegt hinter mir. Sogar eine Doppelhochzeit. Also gleich zwei Premieren an einem Tag!
Ich sitze hier im Atelier, es ist Sonntag Abend in meiner Zauberwerkstatt, im Kamin knistert das Feuer und draußen zieht der Wind seine Kreise. Es war ein Wochenende der Elementaren Kräfte, was schöner nicht hätte sein können! Während der Sturm draußen tobte, sich Wolken und Sonne, Wind und Regen vereinigten, bezeugten gleich zwei Paare ihren Lebensbund vor den Göttern!
Es war einfach tief ergreifend, elementar, mystisch, magisch und zauberhaft zugleich. Natürlich hätten sie auch unter „freien Himmel“ heiraten können, denn genau diese Stunden der Zeremonie, war die Sonne da und beschien mit ihren Strahlen den Hexenhof, aber die Paare hatten sich für die Tenne entschieden, die wir am Morgen hergerichtet hatten. Die Göttin lachte und gab den Paaren eine Möglichkeit den Ort der Trauung selbst auszusuchen.
Und es wurde ein wirklich schönes und gemütliches Ambiente. So standen wir, die riesengroße Scheunentüre weit geöffnet, auf der Schwelle zwischen drinnen und draußen. Hatten somit beides vereint.
In meiner Funktion als Priesterin der Göttin, weihte ich die Paare den Elementen, begrüßte die Götter und die Ahnen. Brot und Wein wurden gereicht und jeweils die Eheringe ausgetauscht. Ein jedes Paar hatte sich seine Handfasting Kordel selbst hergestellt.
Die Liebesbekundungen waren  so wunderschön und ein jedes Paar erhielt Segenswünsche der Teilnehmer in ihre Handfasting Kordel hineingeknotet. Und immer wieder rauschte der Wind draußen über das Dach und tat seinen Beitrag dazu, dass wir uns drinnen so wohl fühlten.

Genauso sollte es sein und machte alles noch romantischer. Wie riesige Wellen rauschte der Wind über die Bäume und gab uns das Gefühl, unmittelbar in der Natur zu sein. Es schien, er wolle den Paaren auch seinen Segen geben.



Als wir uns dann alle wieder umgezogen hatten war es schon früher Abend und es wurde Zeit  zusammen essen zu gehen in unserem Lieblingsrestaurant direkt am Wasser. Ein Tisch war bestellt und wir wurden von den Brautleuten dazu eingeladen.  Aber vorher wurde noch der Altar der Göttin draussen mit den Blumen und Kränzen der Bräute geschmückt, als Opfergabe und Ehrehrbietung an sie.
Bei strahlendem Sonnenschein konnten wir nach Abschluss der Handfasting Zeremonie dann tatsächlich draußen Fotos machen.
 Und hatten wieder, dank den Windgeistern, eine Menge Spass dabei!

Diese Paare haben schon manchen Sturm in ihrer langjährigen Beziehung erlebt, da konnte sie das bisschen Wind am Wochenende nicht schrecken....

Für den Abend hatten wir einen Tisch bei unserem Lieblings Lokal, direkt am Wasser im Hafen von Fedderwardersiel bestellt. Als wir am Restaurant ankamen, da war der Hafen überflutet und kaum saßen wir dann am Tisch auf unseren Stühlen, da peitschte der Sturm den Regen und das Meer auf und ein Regenbogen segnete unseren Abendlichen Abschluss.
Es sah aus, als hätte es genau in diesem Moment jemand für die Paare bestellt. Mit Blick auf die offene Nordsee, im Angesicht der Wellen, aßen wir und lachten, tranken auf uns und ließen nochmals die Zeremonie vor unseren Augen ablaufen. 
Wieder auf dem Hof versammelten wir uns in der Dunkelheit der Tenne, bei Kerzenschein und Räucherwerk, leckerem Met, noch einmal in der geschmückten und so gemütlichen Tenne. Auf Heuballen sitzend trommelten wir alle gemeinsam und sangen für die Götter unsere Lieder. 

Während draußen der Sturm blies und die Schwaden des Räucherwerkes durch die Tenne trieb, waren wir uns alle einig, dass dies nicht hätte besser laufen können. Und wir beschlossen die Tenne für die Zauberfrauen jetzt viel öfter zu nutzen. Für ein Ritual und einen Trommelkreis ist sie schließlich groß genug. Es war so gemütlich, das Gefühl zu haben draußen zu sein aber doch geschützt.
Die Scheunentore waren weit geöffnet und gaben den Blick auf den Erdenmutter Altar mit unserm schönen Kastanienbaum frei, der im Winde rauschte und sang.

Aber alle waren dann doch so müde, das es  kurz vor Mitternacht ins Bett ging. Am nächsten Morgen nach dem Frühstück wurden die Handfasting Ritual Boote zu Wasser gelassen, das geweihte Brot, das Salz und einen Rest der Rosenblüten den Wasserwesen übergeben, mit guten Wünschen für den weiteren Lebensweg der Paare.
Wie gut, das wir das Wasser so nahe haben. Und der gemeinsame Gang zu diesem der Abschluss des Eherituals darstellte.
Diese beiden wundervollen Ehepaare, die einen aus der alten Heimat, die anderen aus Wilhelmshaven, sie festigten mit dieser Zeremonie unsre neue Heimat hier. Eine wirklich schöne Symbolik! Es war gleichzeitig ein gelungener Abschluss des Sommers auf dem Hexenhof und ein letztes " I Tüpfelchen", jetzt und hier, zuhause angekommen zu sein.

Kommentare:

  1. Hach liebe Minerva, beim Lesen deiner Zeilen und betrachten der wunderschönen Fotos lassen wir "unseren" Samstag noch einmal an unserem geistigen Auge vorüberziehen.......Gelungener hätte unser Handfasting nicht sein können. Der Tag begann sehr aprilig, aber als es Nachmittag wurde zeigte sich die Sonne und gab unseren über alles geliebten Friesenhimmel mit seinen schönsten Wolkengebilden frei. Die Windsbräute gaben alles und sangen mit der großen Kastanie für uns ihre Lieder. Alle Elemente waren an diesem besonderen Tag zu unserer Feier gekommen und als Extrabonbon bekamen wir abends beim Essen noch diesen wunderschönen doppelten Regenbogen geschenkt.
    An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal bei dir für die tolle Zeremonie bedanken und bei Angelika und Heiner für ihr Vertrauen, mit uns das "gemischte Doppel" zu begehen. Und natürlich ein ganz dickes Dankeschön an Chris und Sophie für die wunderschönen Fotos.......
    Herzlichst Jörg und Kerstin

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  2. Eine wunderbare Zeremonie, welche uns ewig in Erinnerung bleiben wird. Danke liebe Minerva, für diesern traumhaften Tag in sonniger und windiger Kulisse - schöner hätte es nun wirklich nicht sein können. Und auch wir möchten uns bei Kerstin und Jörg für ihr Vertrauen zu dieser doppelten Zeremonie bedanken.... wir hatten das Gefühl uns schon ewig zu kennen - nichts war fremd, alles erschien so selbstverständlich und gewohnt....Und ein ebenso großes Dankeschön an unsere "Helferlein" im Hintergrund: Chris und Sophie

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