Freitag, 3. Juli 2015

Vollmond Ritual im Juli

Lauwarm ist der Abend, es dauert lange bis die Sonne untergeht. Aber dann steht die Mondin voll und klar am Himmel, rötlich glänzend wirft sie ihren Schein auf den Ritualplatz. Den ganzen Tag war es recht windig aber sehr warm, ja fast schon heiß, obwohl nur Menschen, die in der Stadt leben, wirklich wissen, was das bedeutet . Hier draußen atmet Mutter Erde noch ein und aus....
Gestern Nacht hatte ich mir fest vorgenommen nach langer Zeit mal wieder ein Vollmondritual zu begehen. Ich ehre zwar die Mondin wenn sie voll ist, aber meist  durch Kerzen auf meine Altar und Räucherwerk, als bei jedem Vollmond ein Mondritual zu veranstalten.Im Sommer ist es einfach zu lange hell und da ich abends nach einem eh schon langen Tag, todmüde ins Bett falle, ist an ein Ritual im dunkeln wenig zu denken...
Da haben wir es natürlich im Winter einfacher, aber dann ist es auch wesentlich kälter. Ich finde, solche Rituale müssen aus dem Herzen kommen und wenn da ein  Zwang hinter stehen würde, ist das nicht mehr authentisch und wirksam dann schon gar nicht. Aber gestern wollte ich unbedingt, die Wölfin in mir rief....
Mein letztes Ritual der Götter war schon länger her,  mit den Zauberfrauen ende Mai.  Auch wenn ich mal wieder ziemlich müde war, weiss ich doch, das mir diese Arbeit gut tut und wenn ich erst einmal beginne,  dabei bin, mich einlasse, dann ist es wie ein nach Hause kommen.
Wie ein Ur- Instinkt, einer Erinnerung aus einer alten und anderen Zeit...

Diese Art die Götter zu ehren ,gibt mir eine ungeheure Kraft. Wenn es echt und richtig ist, sollte man sich nach dem Ritual "wohlig kaputt" fühlen aber dennoch kraftvoll und aufgetankt. Wenn das Gegenteil der Fall ist, so machst du irgendetwas nicht richtig oder du hast dich dann doch gezwungen, zu tun, wozu du nicht bereit warst....
Das Wetter spielte wunderbar mit, als ich den Ritualplatz vorbereite, ist es immernoch traumhaft warm. Und der Wind hatte meine Bitte erhört und war verschwunden, so dass ich tatsächlich meine Kerzen aufstellen und auch anzünden konnte. Was hier an der Küste nicht selbstverständlich ist, schließlich haben wir hier immer Wind, nun ja, meistens jedenfalls. Aber die Windin hat meine Bitte gehört und es wurde eine laue Hochsommernacht inmitten von Kerzen und Rauch des Räucherwerks.
Auch wenn wir wieder müde waren, so bereiten wir erwartungsfroh alles vor,  die Geister machen es uns leicht mit einer klaren abendlichen Sommerluft und der Holunder hinter mir, leuchte mit seinen weißen Blüten mit dem Mondlich um die Wette....ein wirklich magischer Anblick und wer kann schon unter einem Holunder tanzen?!
Ich zünde die Kerzen an und dann verteilte ich das Mehl im magischen Kreis. Ich räucherte und bewegte mich im Sonnenlauf. Barfuss ehrte ich die jeweiligen Elemente und Himmelrichtungen, singe für sie, während meine Füße auf dem Boden stampfen. Immer im Kreis…tanze ich den tanz der Mondgöttin….eins mit allem und eins mit mir…eins mit der Kraft der Göttin…und der Holler summt dazu sein Lied und die Frösche vom nahem Wasser lassen laut ihre Stimmen hören.

Dann kommt auch mein Mann hinzu und ich fange an zu trommeln. Er räuchert und reinigt sich, ehrt die alten Götter und  zusammen rufen wir die Kraft der Mondin, die nun  zwischen den Bäumen groß und rund ihr weißes Licht auf uns scheinen lässt.   
Er verkörpert die männliche Seite, den Gehörnten, die Wildheit der Natur und der Tiere.  Ich in bin der weibliche Anteil, die Göttin und wir ergänzen einander in unsere Kraft. Beide tragen wir Weiß, als Verkörperung des Monden Zaubers. Gehen barfuss, fühlen und spüren die Kraft der Naturzyklen und der Mondin.

Das Mehl unter unseren Füßen hinterlässt helle Spuren im Mondlicht und im Schein der Kerzen und im Rauch des Salbeis tanzen seltsame Gestalten mit. Wir bitten um Kraft, Schutz und Kreativität für unsere Lieben und für uns.
Waldgott und Mondgöttin im Tanz der Elemente miteinander....
Ich wollte schon immer nackt im Mondlicht tanzen, jetzt wo sie direkt auf uns scheint, entledige ich mich meiner Kleidung und genieße diesen Inbegriff von Freiheit . 
( Nein davon WOLLT ihr KEIN Foto sehen und hier wird nicht alles geschrieben und gezeigt...)

Der Tanz von Waldgott und Mondgöttin....




Als wir enden, verlässt mein Parrner den Kreis und ich tanze und trommle allein  weiter. Für die Spirits, Götter, Ahnen , den Holunder und auch für mich. Total aufgeladen und in einer anderen Welt...
An die Müdigkeit denke ich längst nicht mehr und vergesse alles um mich herum. Aber als ein kühler Windhauch mir eine Gänsehaut verpasst, streife ich mein Gewand wieder über und bin plötzlich wieder in der hiesigen Welt. Dann bedanke ich mich nochmals bei all denen die Anwesend waren und lösche die Kerzen.
 Kurz bevor ich die letzte Kerze ausmachen will, erklingt der Ruf der Eule über unseren Köpfen. …

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