Dienstag, 26. Mai 2015

Magischer Ausflug am Pfingstmontag

Gerade habe ich das Buch ausgelesen über die heiligen drei Frauen und ihre Stätten, da findet mein Mann einen Ort, der so magisch und kreativ ist, das ich mich dort sofort sehr wohl gefühlt habe. Schließlich möchte ich mich mit den alten Stätten hier in der Umgebung vertraut machen und irgendwie klappt das ziemlich gut.

Rund 45 Minuten von uns , auf der anderen Seite der Weser, da liegt ein magisches Waldstück mit einem Namen, der auf einen alten Kultplatz hinweist: Der Weissenberg.
Nicht wirklich ein "Berg", nein eher ein verwunschener Wald, mit vielen Uralten Eichen und Sandigem Boden voller Flintsteine...
Früher soll auf Weissenberg einmal ein Schloss gewesen sein, mit einer launischen und hartherzigen Herrin, die stets nur auf das eigene Wohl bedacht war. So geschah der Küchenmagd einmal ein großes Missgeschick. Sie ließ beim Putzen einen der silbernen Becher in den Brunnen fallen und berichtete weinend der Herrin von ihrem Unglück. Doch ungerührt verlangte diese von der Magd, den Becher wieder zu beschaffen.
In ihrer Not kletterte sie in den Brunnen und ertrank. Und seitdem erscheint jedes Jahr an ihrem Todestag an dieser Stelle eine weiße Frauengestalt, die den Becher sucht. Bald darauf starb auch die Schlossherrin und wurde in der dortigen Familiengruft beigesetzt. Als man nach Jahren die Gruft öffnete, fand man nur noch einen herzförmigen Stein, der seitdem Herzstein genannt wird.

Eine Sage, die in ihrem Uralten Ursprung und Kern auf den Kult der "Weissen/Weisen Frauen" hindeuten kann. Auch der Kelch und der Brunnen sind sehr symbolisch und natürlich einmal wieder die Umdeutung einer "hartherzigen und Egoistischen Herrscherin"...sicherlich hatte  diese Sage im Kern einmal eine ganz andere Bedeutung....
Aber dieser Ort  noch mehr zu bieten. Es gibt dort eine Dreiergruppe Hügelgräber und ein größeres Einzelgrab. Diese stammen vermutlich aus der mittleren Bronzezeit und sind damit ca. 3000 bis 4000 Jahre alt. Es handelt sich hier wohl um die letzten noch erhaltenen Hügelgräber einer Gruppe von 25 teilweise sehr großen Hügeln. Diese sind kulturhistorisch besonders bedeutsam, weil sie das zuletzt erhaltene Beispiel der Errichtung von Grabhügeln auf den Heideflächen am Rande der Marsch in dieser Gegend sind.  Ende des 19. Jahrhunderts wurde in einem Hügelgrab östlich von Kassebruch ein Bronzeschwert gefunden.
Und immer wieder finden wir rund um diesen Weissen Berg, der Freya oder Venus, auch etwas, was mit Liebe und Liebesgeschichten zu tun hat. Alles deutet für mich auf die Verehrung der Germanischen Freya hin, wenn wir tiefer in die Mythologie dieses Ortes dringen.
Ein Schild dort, trägt folgende Geschichte:

Hexenhaus...???
"... Jakob Illjes stammte ursprünglich aus Sandstedt von einem großen Marschenhof und zog nach einer unglücklichen Liebesgeschichte mit einer entfernten Verwandten des Marschendichters Hermann Allmers in das Ödland am Weißenberg. Dort gründete er die Hofstelle "Wittenborgh". Er starb im Alter von 40 Jahren.
Sein letzter Wille war es gewesen, am Weißenberg mit Blick in Richtung Sandstedt beerdigt zu werden. Seine Eltern ließen deshalb das Mausoleum errichten, in dem sie auch selbst später beigesetzt wurden...." Und die Liebe zu ein und der selben Frau, zog auch einen zweiten Mann zum Weissenberg, auch er siedelte sich unweit an... seltsam, oder?


Ich kam mir fast schon unheimlich heimisch dort vor und als ich auf einem der Hügelgräber stand, wurde mir erschrenkend klar, das es ganz viel Ähnlichkeit mit meinem alten Platz im Schwerter Wald hat. Es liegt auch gegenüber einer Hofstelle mit Pferden und Zaun, genauso ausgerichtet. Selbst die Himmelrichtung sind gleich. Seltsam vertraut kam mir alles vor....

Auch wusste ich sofort, ohne auch nur den Boden näher gesehen zu haben, das es hier viele Feuersteine gibt und das stimmte auch. Jedes der Gräber fand ich wie von selbst, ohne auch nur aufs GPS Gerät zu sehen....
Alles in allem gab es viele schöne Dinge in diesem Wald zu sehen, Kunstwerke, Kreatives, Magisches Überraschendes und viele Uralte und verdrehte Bäume.
Es ist ein Ort, den ich noch weiter erkunden möchte, gibt es sicherlich noch viel mehr zu entdecken. Und natürlich habe ich zwei meiner Venus Figuren dort gelassen. Irgendwie fand ich es dann sehr passend. Es war ein magischer und sehr kreativer Ausflug der mir wieder viele Anregungen gegeben hat.


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