Mittwoch, 4. März 2015

Eine besondere Begegnung am Meer...

Seit  Monaten beschäftige ich mich mit den mystischen und Sagenumwobenen Meerwesen. Eigentlich ja schon, seit dem wir wussten, das wir so nahe an die Küste ziehen werden. Von den unterschiedlichsten Wasserwesen hatte ich hier im Blog ja schon einmal berichtet, damals wusste ich aber noch nicht, das mich das Wasser ganz und gar packen würde. Das letztendlich aus der Quelle des Lohbaches zum Fluss der Mutter Rura und später dann zum Meer eine Lebensreise wird....

Die Göttin wollte es so und sie hat mich mein Lebenslang gut geführt. Seit ich aber letztes Jahr auf die Sage einer Meerfrau gestoßen bin, die nur einige wenige Kilometer weiter gespielt haben sollte und ich seit Anfang an meiner Kindheit diesen staken Bezug zu den Wassergeistern habe, lag es nahe, sich mit all denen auseinander zu setzten und so habe ich angefangen Wissen zu sammeln.

Eigentlich sind die Meerfrauen oder Meerjungfrauen eine andere Form der unterschiedlichsten Wassergöttinnen. Sie symbolisieren nämlich alle die reine und ursprüngliche  Weiblichkeit. Sie sind sinnliche Wesen und ein Fruchtbarkeitssymbol. Sie sind das erhaltene und nährende zugleich. Sie stehen für das Prinzip der Urmutter, aus dem Meeren, aus dem das Leben auf der Erde einst begann. Sowie das Wasser der Quell allen Lebens ist und wir aus diesem bestehen. 

Die Wasserfrauen sind Hüterinnen und Wächterinnen des solchen, der Meere, der Seen, der Flüsse, der Moore und ja, sogar der Siele und kleinen Gräben hier. Die Mätsche ist hier der weibliche Wassergeist. Aber niemand scheint noch genaueres über sie zu wissen, nur das sie sich die Kinder holen kann, wenn man nicht aufpasst....

Die Wasserfrauen stehen für das Prinzip der Lebenserhaltung und Erneuerung. Dazu gehört auch, sich für andere Lebewesen und die Mutter Erde einzusetzen. Sie sollen sich nur denjenigen heute noch zeigen, die eine gute und aufrichtige Verbindung zur Mutter Erde und ihren Lebewesen haben.
Noch heute kann man ihnen an Seen, Flüssen oder Meeren huldigen, mit Blumen und rituellen Waschungen. Sie leiten uns an, sich unsrer Weiblichkeit und unserer Schönheit als Frau anzunehmen und diese zu feiern.

Aber  Schönheit liegt auch immer im Auge des Betrachters und man kann Schönheit nicht unbedingt "nur"  sehen, sondern genauso auch fühlen. Wer innerlich rein und schön ist, von gutem Gemüt, der wird den Wasserwesen begegnen, sagt man. Somit kommen auch die "WasserMänner" nur zu Frauen, die diese innerliche Schönheit ausstrahlen, um sich mit ihnen zu vergnügen und sie somit zu ihrer Partnerin zu machen.

Die Meerfrauen und Männer, sind sehr weise Wesen, sie können in die Zukunft schauen und Wünsche erfüllen. Ein solch tiefes Wissen kann man nur erlangen, wenn man sich der Verbundenheit mit Allem täglich und unmittelbar bewusst ist.Schön ist, das sie sich von Menschenmännern angezogen fühlen und somit auch der Männliche Aspekt , auch durch die Meermänner, nicht unbeachtet bleiben sollte. 

Meermänner beispielsweise kommen nur aus dem Wasser um sich mit einer Menschenfrau zu paaren.
Und man sagt, das diese Körperliche Verbindung ein Menschenleben läng hält. Meermänner sind frei und unbändig, dennoch  respektvoll der Weiblichen Art gegenüber. Sie ehren und achten die Menschenfrauen und würden ihnen nie ihre Liebe aufzwingen. Sie sollen gute Sänger und Künstler sein...

Es gibt zahlreiche Sagen, Legenden und Geschichten in denen von Wasserwesen, Göttinnen, Göttern oder Geistern gesprochen, erzählt oder gesungen wird.
Interessant ist, das es in den slawischen Ländern, wie aber auch an der Küste hier, es einen Natur Geister Mythos gibt, der ein Wesen beschreibt, das einer Meerjungfrau ähnlich ist, aber auch nahe der Felder, in den vielen Gräben und in holen Weidenbäumen leben kann. In Skandinavien nennt man diesen Wassergeist Rusalka, wobei es dabei übrigens auch Männliche Wassergeister gibt.

Und dann hören wir von den Selkies. Auch hier in Butjadingen gibt es eine Sage über sie. Sie, die  ihre Felle ablegen, als Frau, Mutter und Geliebte mit einem Fischer leben, bis sie eines Tages ihr Fell wieder finden oder sich erinnern, wo sie es versteckt haben. Dann gehen sie zurück ins Meer und kehren nie wieder.
 Selkies sind eigentlich Seehunde die sich in eine wundersam schöne und Wahrsagende Frau verwandeln, wenn sie ans Land kommen. Und so mancher Fischer versteckt ihr Fell,  um sie als Frau zu nehmen, sie zu beherrschen vielleicht auch, aber mehr, um von ihr zu profitieren, denn wer mit einer Selkie Frau verheiratet ist, muss nie mehr Hunger leiden und hat nur Glück auf seinen Wegen.

Aber sie ist halt wild und die Freiheit gewohnt und wehe sie findet ihr Fell wieder...dann geht sie, egal was es kosten mag. Von männlichen Selkies habe ich noch nichts gehört, aber es wäre zu schade, wenn es sie nicht gäbe...

http://oscartracker.blogspot.de
Übrigens gibt es einen wunderschönen Irischen Film von 2009,  der "Undine " heisst, eine schöne Geschichte und sehr sehenswert, finde ich.
Hier findest du den Film bei Amazon

Diese Selkies sind mystische und magische Wesen und man sagt ihnen nach, dass manche von ihnen mit voller Absicht, die Nähe der Menschen aufsuchen, um ihnen eine Botschaft zu hinterlassen.
Mir ist ein solches Meerwesen begegnet, just vor ein paar Tagen!Ich bin sicher es war ein Selkie....

Wir hatten  uns entschlossen noch am späten Nachmittag zum Meer zu fahren. Mit einer Thermoskanne Kaffee und Kuchen bewaffnet, fuhren wir zu unserem Lieblingsplatz. Draußen war es stürmisch und das Meer war relativ unruhig. So saßen wir im warmen Auto schauten auf die Nordsee und tranken Kaffee.
Als ich plötzlich etwas vor mir in den Wellen schwimmen sah. Eine Boje? Oder ein Wasservogel??
Ich sah nochmals hin, konnte es aber nicht erkennen, so schnappte mir meine Jacke und stieg aus.
Da war er! Ein Seehund schaute aus den Wellen heraus. Dann kam er näher und schaute neugierig immer wieder zu mir her.
Ich konnte es kaum glauben. Auch mein Mann war daraufhin ausgestiegen und war ganz fasziniert.
Ein Seehund, hier! Ach wie schön! Ab und zu war einer im Hafen des Nachbarortes, da hatte ich einen schon mehrfach gesehen .Aber hier?!

Der Seehund, bzw. die Robbe schwamm in das alte Siel hinein und schaute immer wieder zu uns. Wie ein kleiner Ball tanzte der Kopf über die Wellen. Ich erinnerte mich an die Sagen der Selkies und während der Wind stärker wurde, fing ich an ein Meer Lied zu singen. (Ich denke, ich sollte ein Lied für die Wasserwesen erfinden, für meinen Bussard habe ich ja schon lange eines...)

Dann aber, nach schier unendlichen Minuten , die Kälte war mir mittlerweile durch und durch gezogen, da schien der Selkie sich zu verabschieden, lugte ganz weit aus dem Wasser heraus und tauchte unter. Erst in der Ferne sah ich sie kurz wieder auftauchen...wahrlich eine magische Begegnung.

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