Sonntag, 21. Dezember 2014

Wintersonnenwende an der Küste

Wir sind auf dem Weg zu Meer, fahren die Landstraße entlang.
Begegnen dabei niemandem. Es scheint als hätten sich die Menschen in ihren Häusern eingeschlossen. Der Sturm biegt die Bäume rechts und links der Wege und dunkle Wolkenberge rasen über uns her, türmen sich auf, wie als ob Odin selbst schon jetzt zur wilden Jagdt geblasen hätte.
Nicht einmal vier ist es und es wird von Minute zu Minute dunkler und düsterer. So als wolle die Dunkelheit noch einmal alles geben und zeigen, dass sie nicht weichen will. Wolken türmen sich vor uns auf und der Wind weht kleine Äste und Blätter auf die Straßen. Wir zweifeln ein wenig, setzen aber unbeirrt den Weg zum Strand fort. "Wer will uns aufhalten" lachen wir, und starren fast schon ungläubig auf die Dunkelblaue Wolkenfront, die uns begleitet wie die Wilde Horde selbst.

Wir  fahren weiter, ganz langsam am Deich entlang bis zum Wasser. Als wir es wagen und aus dem Schutz des Autos zu steigen, werden wir für unseren Mut belohnt. Mit einem Mal flaut der Wind ab und eine Lücke in der dunkelgrauen Wolkendecke tut sich auf.

Aus ihr treffen Lichtstrahlen auf die See und spiegeln sich mystisch und magisch im Wasser.
Seltsame Farben entstehen und wir stehend staunend da und schauen. Heilige Zeit! Blau schimmert alles um uns herum und ein Staunen macht sich breit.

„Es ist für uns eine Zeit angekommen….“ stimmen wir an…
 am Hohen Himmel ein leuchtendes Schweigen..:“
Oh ja, in diesem Moment scheint der Stillstand greifbar zu sein und der Kampf von Licht und Dunkelheit entschieden.

Wir schließen den Kreis. Rufen die Göttin, sie die heute das Lichtkind gebiert.
Helfen ihr bei der Geburt des neuen Lichtes.
Aus dem Meer ertönt ein Gesang zu uns. Ob es der Wind ist oder das rauschen der Wellen, ist egal. Es kling in unseren Ohren, wie viele tausend Stimmen...
Aus den rauschen der Nordsee, aus dem tosen der Wellen, entsteht eine Melodie.
Der Wind nimmt zu, als ob er weis, das seine Dynamik bei der Geburt wichtig ist.

Die Erde ist die Hebamme und der Sturm ihre Helferin.
Es tut sich schwer aufzusteigen, geboren zu werden.
Immer wieder scheint es verlöschen zu wollen.
Doch bei seinem Kampf mit der Dunkelheit obsiegt das Lichtkind.
Und sehet, das Licht ward wiedergeboren!
Und alle schweigen ergriffen….

Das Licht  steigt aus dem Wasser empor zu uns und wir begrüßen die neue Sonne.
Wir stimmen im Gesang des Sturmes mit ein. 

Und wiegen uns im Rhythmus der Wellen.
Wir sind mit allem verbunden.
Jetzt und Hier
Sturm und Wind.
Hier ist das Lichter Kind!
Der Sonnenwend -Segen wir gesprochen.
Wir bitten heute nicht um uns!
Wir nehmen heute nicht für uns!

Wir sind es, die heute  segnen!
Wir sind es, die heute geben!

Ganz plötzlich, wie auf Knopfdruck, schließt sich das Loch in der Wolkendecke und die Sanftheit der wenigen Sonnenstrahlen muss unausweichlich dem Toben des Windes weichen.
Als ob es so sein soll, denn das Ritual ist beendet. Und als wir noch einen Augenblick diese Energie auf uns wirken lassen, da  prasselt Hagel auf uns herab, vertreibt uns vom Strand und peitscht mit unbändiger Wut ins Gesicht.
Durchnässt aber glücklich sitzen wir im Auto. Gereinigt vom Wind und Wasser, gestärkt von den Wogen des Meeres. Nun wartet  auf dem Hof ein heißer Apfel Zimt Punsch, Kakao und warmer Apfelkuchen auf uns. Und trockene Kleidung!
Während draußen die Dunkelste Nacht anbricht, haben wir keine Angst, denn wir haben geholfen das Lichtkind zu gebären. Der Segen der Götter sei mit uns!

Wer dies oder anderes einmal selbst erleben will, 
kann sich gerne zu den Jahreskreisfesten beim Hexenhof anmelden!

Kommentare:

  1. Wunderschön und stimmungsvoll..Ich war diesen Monat an der Ostsee und habe es genossen und die Kraft ein Stück weit wieder mit nach Tirol genommen..

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  2. Ich hoffe das nächste Jahreskreisfest bin ich mit dabei!
    Vielen Dank für diesen magischen und mystischen Bericht.
    Blessed Jule! Für Dich und Deine Family!

    Rita aus Hattingen NRW

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