Freitag, 15. August 2014

Zaubernde Helden....



Etwa gegen Ende der  achtziger Jahre las ich Starhawks, „der Hexenkult als Urreligion der Großen Göttin“ ein Standardwerk und es gehört mit zu den ältesten Büchern, die ich über die modernen Hexen besitze. Heute lese ich des Öfteren das Hexerei nichts mit Religion zu tun hätte...nun, ich denke Frau Starhawk wäre da andere Meinung, genau wie ich. Ich verbinde immer noch beides miteinander.

Dieses Buch hat für mich Türen geöffnet, neue Wege gezeigt, mein denken und handeln neu geordnet. Noch heute habe ich dieses Buch im Schrank. Von Starhawk folgten später weitere, aber keines hat mich so geprägt, wie dies.

Eines Tages und einige Jahre später stand ich mit Mann, Tochter und meinem Sohn, noch  als Baby im Kinderwagen, im verträumten Marburg, vor einem Hexenladen. Es ist etwa 19 Jahre her. Eine mittelalterliche schöne Stadt. Dort in diesem Hexenladen, der erste Esoterik Laden in dem ich überhaupt  je war, dort fand ich drei weiter Hexen Bücher. Sie waren von der Hexe Sandra, einer deutschen Hexe, sie schrieb  anders als Starhawk, in ihren Büchern fand ich kaum etwas über den Göttinen Kult, eher etwas über die Sichtweisen und Anwendungen von Ritualen. Endlich aber etwas von einer hiesigen Hexe.

Faszinierend, wie sie das lebte und beschrieb. Und vor allen, sie lebte hier in Deutschland. Ich war damals sehr froh weiteres zu meinem Interesse an den Hexen gefunden zu haben und las diese drei  Bücher in jeder freien Minute.

Ich fand wieder ein wenig später  Bücher von Szusanna Budapest, Hexe aus Amerika aber dennoch mit so viel Wissen und vielen Informationen über den alten Göttinnen Kult.

In einem Regal der Buchhandlung stieß ich nur wenig später dann auf bunte und glanzvolle Hexenbücher von Thea und Theresia, die sogenannten weißen Hexen. Die Bücher befassten sich mit Zaubern, genauen Anleitungen, Berechnungen der Mond und Sternen, Astrologischen Zuordnungen für Magische Rituale.
 Aber ich bemerkte recht schnell, das mich diese Art der Bücher nicht erreichte.  

Sie waren Vorreiterinnen ihrer Zeit, aber schon früh war da der Beigeschmack des Vermarktens  dabei, was ich weder so von Sandra noch von Starhawk kannte. Ich wollte altes Wissen und keine fertigen Zauberanleitungen haben.

Sandras Bücher stehen immer noch mit den anderen in meiner Büchersammlung, während die Bücher von Thea oder Theresia schon lange verschenkt sind, oder sich aufgrund meiner Fachliteratur sich dieser Energie ergeben haben, und sich freiwillig auflösten. Tja, so ist das mit Büchern. Aber auch da scheiden sich eben die Geister. Geschmäcker sind eben verschieden.

Dann kam in meiner "Büchersammlung"" die Amerikanische Hexe Silver Raven Wolf dazu, ihre Bücher stehen noch bei mir im Schrank, sind als „anfangs Anleitung“ nicht schlecht, aber weder prägten sie meine arbeit, noch finde ich sie sehr beeindruckend. Für mich zu amerikanisiert. Für mich wieder zu viel "walla-waller" , wenn ihr wisst, was ich meine...

Als Anleitungen, gerade für die eigenen Anfänge,  waren und sind sie sicherlich alle gut. Ich wollte aber von Anfang an keine Anleitungen, sondern den realen Zugang zu meiner eigenen (Zauber-) Kraft.  Sie gehörten also nie, zu meinen „Zaubernden Heldinnen und Helden“…

Wieder einmal, durch einen Zufall, den meine Spirits herbeigeführt hatten,  stieß ich auf die Werke von Ute Schiran (Menschenfrauen fliegen wieder) und Luisa Francia. Sie vermittelten Wissen, Lebensweise, Erfahrungen. Ohne die Berechnungen von magischen Stunden, Astrologischen Zusammenhängen oder speziellen Ritual Artikeln. 

Sie waren kraftvolle und ehrliche Frauen, die sich auf die alten Hexen des vorchristlichen beriefen und nicht auf irgendwelche mystifizierten Gewandung tragenden Mittelalterlichen Hexen, die im Dunkel der Nacht Zauberformeln über ihrem Hexenkessel brabbelten.

Sie ebneten in Deutschland den Weg, bewegten direkt in ihrem Umfeld etwas, weil sie vorlebten, weitertrugen, veröffentlichten. Machten Frauen zu starken Frauen, trugen in den Büchern zu Wissen bei und machten stark, selbst eine ganz eigene Magie zu spinnen.

Sie malten nicht nur Kreis, sie zogen auch solche, übten Magie im Tanz, im Gesang in der Lust und der Frau sein an sich. Nicht mit speziellen Ölen, vorgefertigten und auswendig gelernten Zauberformeln und Ritualen. Hilfe zur Selbsthilfe. Magie durch Eigen- Macht!

Sie benötigten keine Titel oder (Wicca) Priesterschaft, weigerten sich sogar sich über andere zu stellen und wurden so zu meinen Heldinnen und Vorbildern.  Das war Ende der Neunziger Jahre.

Hatte ich früher noch gedacht, eine Hexe müsse in schwarzer langer Gewandung daher kommen und ellenlange Rituale auswendig gestalten, wurde ich durch ihre Lebenslustigen und kunstvollen Werke etwas anderes gelehrt. Ja, genau, das war ich auch! Eine bunte junge Frau, die damals gerne Oilily ( Kinder Mode aus Holland) trug und es weder düster noch dunkel mochte.

Und siehe da, es steckt mehr Magie dahinter, mehr Kraft in der Kunst der Farben, der Energie des Tanzes , mehr Dynamik im Tanz und Trommel, als ich je vermutet hatte. Keine Berechnung der Sterne, kleine Wochentage, keine Glaskerzen oder was auch immer für teure Wurzeln...
Cambra Skade eine Künstlerin kam hinzu, deren Bücher ich erst im Hexenladen kennenlernte.

Im Zuge meiner Recherchen über den Glauben der Großen Göttin las ich Heide Göttner Abendroth, aus deren Büchern ich viel über das Materiachat und die frühen Hexen lernte. Sah Orte, Städte, ja ganze Landstriche mit anderen Augen, dazu kam noch das Kultplatzbuch von Gisela Graichen.

Sie beide lehnten sich mit dieser feministischen Sichtweise der weiblichen Früh und Urgeschichte weit aus dem Fenster. Meine Bewunderung haben sie dafür und ich besuchte viele dieser von der Göttin beseelten Orte, dank ihnen.

Durch  meines Interesses an Pflanzenkunde stieß ich Ende der neunziger auf die Pflanzen der Kelten von Wolf Dieter Storl, auch einer meiner Männlichen Helden. Auch er lebt das was er schreibt, ist ein studierter Mann, aber trägt das nicht vor sich her. Von seinen Werken lernte ich Pflanzen anders zu sehen. Auch er lebt abseits der Menschenmenge, weil er der Meinung ist, das seit alters her, die Schamanen und Zauberer immer ein wenig abseits der Masse lebten…er ist authentisch und bringt dies genauso rüber.

Durch seine Vorträge und Bücher konnte ich mir autodidaktisch alles beibringen, was ich heute über Pflanzenkunde weis und habe schon viele sehr außergewöhnliche Erlebnisse mit ihnen gehabt.

Meine „zaubernden „Helden sind:

Starhawk
Luisa Francia
Nana Nauwald
Cambra Skade
Wolf Dieter Storl

Welche "zaubernden "Helden hast Du???

Kommentare:

  1. Hallo Minerva,
    Ich finde es unheimlich wichtig, im Laufe seines Lebens so den ein oder anderen Helden für sich zu entdecken. Es ist das, was uns anspornt uns weiter zu entwickeln.
    Allerdings will ich jetzt einfach mal behaupten, dass ich mir sehr glücklich schätzen darf in einem Land aufgewachsen zu sein, wo alte magische Riten noch bis heute auf die ein oder andere Weise überlebt haben und teilweise sogar nach wie vor angewandt werden (vor allem in den Alpen). Von daher, auch wenn ich selbstverständlich das ein oder andere Buch des modernen Hexenkultes aus Interesse gelesen habe, würde ich keinen bestimmten Autor oder Öffentliche Person als meinen persönlichen „zaubernden“ Helden bezeichnen.
    Dennoch bringt mich dein Artikel zum Nachdenken, welches der Bücher mich womöglich doch ein wenig geprägt haben könnte. Da wäre vielleicht Scott Cunningham, ich mag seine unkomplizierte und bodenständige Art, vor allem aber auch einheimische Autoren wie Sam Hess oder aber Kurt Lussi haben mich sicherlich geprägt. Aber ist für mich wirklich einer von ihnen ein spezieller Held? Hmmm ich denke das würde ich so nicht direkt sagen.
    Ansonsten wurde ich wohl viel eher von Autoren aus dem Bereich der Pflanzenheilkunde geprägt. Wolf- Dieter Storl mag ich auch ganz gerne, fast noch mehr aber die Bücher der Maria Treben. :)

    Eine wirklich spannende Idee sich mal bewusst darüber Gedanken zu machen. Danke für die Anregung. ;)

    Liebe Grüsse & ein schönes Wochenende wünsche ich dir
    Nicky

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  2. Für mich gehören unbedingt die Bücher von Marian Green dazu, besonders " das geheime Wissen der Hexen" hat mir sehr gefallen. Auch Vivianne Crowley habe ich verschlungen,Wicca hat mich schon sehr inspiriert bei meinem "Freiflug" :-) !
    L.G. v: Martina aus HH

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  3. Schönes Thema :)
    Bei Heide Göttner-Abendroth wüsste ich gerne, was du hier unter "weit aus dem Fenster lehnen" verstehst. Für mich war/ist sie - auch bei Vorträgen - eine überzeugende hochintelligente Frau, die es mir ermöglich hat, zu sehen, was meine AhnInnen vom Matriarchat durch die Kirchenherrschaft in die jetzige Zeit gerettet haben. Durch sie hab ich gelernt zu sehen - und jedes Fest in Bayern ist voll von Zeichen des Göttinnenglaubens.
    Mit dem Buch "Nebel von Avalon" hat allerdings mein Denken/Fühlen begonnen (da war ich ungefähr 16)
    Ansonsten war es Gerlinde Schilcher - bzw. Judith Jannberg: Ich bin ich --- Ich bin eine Hexe --- und SOS Schützt unsere Seelen.
    Luisa Francia - mit allen Büchern ... aber auch in Vorträgen
    Angelika Aliti
    Jutta Voss mit ihrem Schwarzmond-Tabu
    Clarissa Pinkola Estés mit ihrem Buch über die Wolfsfrau
    Märchen Märchen Märchen (ich freu mich total, dass Storl jetzt dieses "Märchenbuch" ;-) verlegt hat)
    Barbara G. Walker mit ihrem "Das geheime Wissen der Frauen"
    Ute Schiran )O(
    Ganz am Anfang - so als ca. 14jährige - waren die Bücher von Carlos Castaneda. Ich glaub, dass ich ohne seine Bücher vielleicht gar nicht bereit gewesen wäre, für die "Nebel von Avalon". Aber ich könnte seine Bücher niemandem guten Gewissens empfehlen - sie sind sehr abgedreht, sehr männlich, sehr drogenverherrlichend. Ich hab die Bücher auch schon lange nicht mehr ...

    Ich hoffe, dass ich jetzt keine Bücher vergessen hab und werd jetzt gleich mal nachsehen, wer Nana Nauwald ist.

    LG Rosi

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  4. In deinem literarischen Werdegang konnte ich mich gut wieder finden. Anfang der Neunziger las ich alles was mir zu dem Thema in die Hände fiel, darunter auch richtig viel Bockmist. Es hat lange gedauert bis auch ich so ungefähr zum gleichen Ergebnis gekommen bin wie du. Ich schätze die Echtheit dieser Bücher, nicht das hochgestochene Verklärte.
    Zusätzlich zu den bereits genannten stehen in meinem Bücherschrank noch Bücher von Vicky Gabriel, Christian Rätsch (Räucherungen und Pflanzen), Phyllis Curott(amerikanische Wicca) und Desmond Morris (eigentlich Völkerkundler).
    Gehört zwar jetzt nicht zu meinen Helden hat mir aber Aufschluss gegeben, Janet und Stewart Farrar (The Witch' s Bible), na ja zumindest wie ich manches nicht mache ;)

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  5. In einem Großteil der Punkte kann ich mich Dir nur anschließend, wie ich Dir bereits gesagt hatte. Starhawk war auch glaub ich mein erstes, "richtiges" Hexen-Buch, bevor dann tatsächlich Thea & Co. folgten. Und im Vergleich erging es mir genau wie Dir. Starhawk habe ich sogar letztes Jahr noch einmal gelesen. Luisa lese ich immer wieder und Cambra möchte ich gern noch für mich entdecken. Würdest Du mir eines Ihrer Bücher besonders empfehlen wollen? Für den Einstieg mit ihr / zu ihr? Und ja - für mich sind Hexentum und Religion sehr eng miteinander verwoben. Es ist meine Religion. Aber nicht nur das, sondern noch sehr viel mehr...

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  6. Deine literarischen Empfehlungen stehen bei mir zum Teil im Regal, einige werd ich mir noch anlachen. Zur Zeit lese ich 4 Bücher gleichzeitig, von Storl Hexenmedizin, die Pflanzen der Kelten und Heilkräutet und Zauberpflanzen. Dann von Marlis Bader ei Buch über Räucherung und von Steven Farmer Magie der Erde. Als alte Junghexe bin ich dir für deine Tips sehr dankbar! Hab mir einiges notiert. Das Buch die Nebel von Avalon hat bei mir vor vielen Jahren auch sehr viel bewegt. Licht und Liebe

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