Dienstag, 10. Juni 2014

Küsten Kräuter: Ein Ausflug in die Salzwiesen

Umgeben vom Wasser liegt eine besondere Zone des Wattenmeeres: die Salzwiesen.

Dort, am Übergang zwischen Land und Meer, haben sich die Pflanzen und Tiere den Gezeiten angepasst. Auch in meiner arbeit sind Übergänge  magische Pforten und somit ist für mich diese "Grenzregion" zwischen Land und Wasser , etwas ganz magisches.
 
 Die salzhaltigen Pflanzen waren in alten Zeiten für Mensch und Tier eine gehaltvolle Nahrungsquelle. Der Strandbeifuß beispielsweise. Das aromatische Gewürzkraut wird in Butjadingen für die Zubereitung des hochprozentigen Wumken verwendet. Das ist ein Schnaps. Als Tee hilft er aber auch bei Magen und Menstruationsbeschwerden. Als Kräuterbad ist er ein reiner Kraft bringer und Muntermacher.

Die silbigen Teppiche aus Strandbeifuß, auch Nobbekrut genannt, sind hier nicht zu übersehen . Sein Aroma hat etwas von Curry und Kresse. Schmeckt aber gut auf Käse- und Wurstbrot oder im Kräuterquark.

Im Gegensatz zum gewöhnlichen Beifuß wächst diese Art langsamer, breitet sich auch unterirdisch durch Ausläufer aus, vom Duft her ganz ähnlich wie der Römische Wermut. 


In Europa kann man den Strandbeifuß am Mittelmeer und an den Atlantikküsten bis zur Ostsee hin finden. Eine etwas abweichende Form des Strandbeifußes wächst auch in den Wüsten und Steppen Osteuropas und Innerasiens. Der Steppenbeifuß. Er eignet sich auch Räucherkraut mit Bernstein gemischt hervorragend.

Wichtige Inhaltsstoffe dieser Heilpflanze sind: Ätherisches Öl mit Santonin, Cholin. Der Strandbeifuß wird in der Pflanzenheilkunde innerlich und äußerlich angewendet. Der Strandbeifuß ist ein seit Jahrhunderten bewährtes Mittel gegen Spul- und Madenwürmer. Die wurmtreibende Wirkung dieser Pflanzen beruht auf den Santoningehalt im ätherischen Öl. Der Strandbeifuß sollte, um möglichst jedes Risiko auszuschließen, Schwangeren und Kindern nicht verabreicht werden.

Je nach Standort wird der ausdauernde Strandbeifuß 30 bis 60 cm hoch. Das Salz wird über die Blätter wieder ausgeschieden, so dass der Strandbeifuß gut auf den Salzwiesen zurechtkommt. Meistens sehen wir ihn in Pflanzen Gruppe zusammen stehen und er verbreitet einen herrlichen starken Duft.

Schaut man über die Salzwiesen sieht man die silbernen Pflanzen zwischen dem Strandflieder. Der Strandbeifuß blüht im September und ist damit die letzte blühende Pflanze.  Wir haben ihn mitlerweile im Garten angeflanzt, wo er sich viel Raum nimmt.
Auch finde ich den zartlila blühenden Strandflieder, der  einen betörenden Duft verströmt. Und die Salzmelde, die man wie Spinat zubereiten kann. Aus ihren Wurzeln machten sich die Menschen früher einen Kaffee- oder Mehlersatz. Schmackhaft?! Hmmm....

Wir finden hier den Queller, der mit Quark gemischt ein würzig-salziges Aroma dazugibt. 
Übrigens: Viele Pflanzen der Salzwiesen stehen unter Natur Schutz.

Kommentare:

  1. Hi, Im Ruhrgebiet hat es Sturm gegeben. Zahllose Bäume barsten oder fielen um. Ich werde von unserer alten Pflaume die unter einer geborstenen Birke begraben wurde wohl einige Äste aufheben. Was ich damit mache weiß ich noch nicht. Von der Linde im Frünstreifen blieb auch nichts übrig. Dabei hätte ich so gerne lindenblüten geerntet im Juli.
    Ich finde es schön das du den Strandbeifuß zu dir in den Garten holst. Sieht ja auch toll aus und macht fernweh...
    Lg Hella

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    1. Liebe Hella,
      nein hier gab es kein Unwetter...alles schön und angenehm, ein wenig warm war es heute, trotz des Windes...kein Vergleich mit den großen Städten....dort möchte ich auch nicht mehr "sein":)

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