Mittwoch, 7. Mai 2014

Zauber zwischen Himmel und Meer...

Weiter Himmel, flaches Land...
Ich höre das singen der Windgeister um mich her und lausche dem ein -und aus atmen des Meeres....
Außer den piepen der Wasservögel und dem Klang der Wellen, die an das Ufer schwappen ist kein Geräusch zu vernehmen. Tröstende Stille...meiner wichtigsten Aufgabe folgend, suche ich Kraft und Ritualplätze für meine Ritualgruppen und Einzelpersonen.

Hier her findet kaum ein Urlauber den Weg. Im Sommer muss dieses Fleckchen hier wunderschön sein. Das ist es jetzt schon, aber wie sehr erst, wenn die  Sonne den Erdeboden wärmt und die Salzwiesen blühen.... 

Die Salzwiesenkräuter um uns herum gedeihen üppig und der Geruch des Küstenbeifußes mischt sich mit dem des Meeres. Auf dem Saum zwischen Meer und den zum Teil überschwemmten Salzwiesen wandern wir dahin.

Jedes Mal erstaunt mich dieses Land von neuem. Die Leute sagen hier, nirgendwo anders ist so  wie in Butjadingen. Die weiten Ebenen hinter und vor dem Meer, könnte man fast schon mit Schweden oder Schottland vergleichen oder gar mit Kanada. Und wirklich, wenn ich hier so stehe, und für einen Augenblick den fernen Deich hinter mir lasse, dann ist es so, als stünde ich weit, weit weg...irgendwo...in der Ferne Kanadas....
Die leichte Dämmerung und das um uns herum ziehende Gewitter tun ihr übriges, das Meer wird beleuchtet von den Strahlen der Sonne, die durch die dunklen Wolken scheint. Ein wirklich magisches Licht. Wie fern ab jeder Zivilisation, könnte man meinen....

Vieleicht ist hier der richtige Ort für die Meerrituale, Wasserweihen und Reinigungsrituale?! Von hier lässt sich gut ins Meer gehen...es wird sich zeigen, was im Sommer hier los sein wird. Dennoch, auf dieser Schwelle, zwischen Meer und Land, zwischen wabernden Salzwiesen und Prielen, da lässt es sich besonders gut zaubern....
Und mit jedem male heilt ein wenig meiner Seele ein bisschen mehr. Hatte ich noch gedacht, von hier aus noch mehr Fernweh zu bekommen, so ist das nicht so. Diese innere Unruhe und Zerrissenheit, die ich in Dortmund immer mehr wahrnahm, sie ist kaum noch vorhanden. Diese Landschaft will mich erinnern, so scheint es mir

Es ist schön auf heilem Boden zu arbeiten, auf altem Boden. Auf Boden, der nie sonderlich bewegt worden ist, bearbeitet schon, aber nicht mehr. Dennoch, zu diesem Element der Gezeiten gehört seit jeher auch Vergänglichkeit, Tod und Sterben. Eine gute Erdung ist hier wichtig. 

Hier am Wasser ist es so viel leichter, eins mit allem zu werden aber man kann sich auch schnell in seiner Tiefe und diesem unbändigen Fluss verlieren. Die Eigenschaft dieser Wasserenergie birgt große Heilkraft. 

Hier, ganz genau dort wo ich stehe, wo Wind, Wellen und der Rhythmus der Gezeiten spielt , ist es viel leichter sich aufzulösen, eins zu werden mit der Urkraft. Unsere Urkraft.
Sich hier zu verlieren, gereinigt zu werden, um sich dann neu und gereinigt wieder hinaus in die Welt zu begeben, ist ein Uraltes schamanisches Ritual.
Wasser ist Teil unseres Körpers, die Urmutter aus der wir entstanden sind. Das Meer kann dich aus deiner Mitte reißen aber dann wieder zu einem neuen Menschen zusammensetzten!
Bilder steigen in meinen Gedanken empor, von einem Kraftvollen Ritual der Wandlung und der neuen Wege, der Umwandlung, der Kraft und der Reinigung.....hier kann man seine Kräfte neu ausrichten.
Wind, Brandung, Wellen, Rauschen ...aus all dem entsteht eine Melodie. Während ich das genieße fange ich mit dem Wind zu singen an....
 
Der lebendige Atem der Mutter im Meer, spürbar, erlebbar, fühlbar. Hier wird ein starker Heilplatz entstehen. Nichts ist fest hier, auch das gegenüberliegende Land schwimmt nur oben auf. Alles fließt und die Grenzen werden verwischt...
Ein Schwellengang ist es, hier genau zwischen Land und Meeresarm.

Nicht das Land umschließt das Meer, sondern umgekehrt. Respekt sollten wir den Fluten immer wieder zollen und deren Bewohnern. Wer einmal bei einer Sturmflut am Meer gestanden hat, wird diese unbändige Kraft nicht mehr vergessen. Das Element Wasser kann Einsichten, Mitgefühl und die Verantwortung für unsere Handeln schenken, wenn wir es zulassen.
Im Keltischen heißt es; erst wenn du die Quelle und den Fluss gemeistert hast, dann führt der Weg der Göttin dich zum Meer. ...nun, ich bin da!

Ich habe angefangen bei den heiligen Quellen, habe von Mutter Rura gelernt, ihr sogar meinem Clan Namen gegeben und nun bin ich am Meer...am Quell habe ich meinen Weg begonnen und bin nun bei dem Ursprung des Lebens angekommen.

Das Meer bedeutet Anfang und Ende gleichermaßen und wenn man dem nicht gewachsen ist, so wird man hinweg gespült. 
Die Sagen von den Selkis fallen mir ein, diese erzählen die Küstenbewohner. Es sind Meeresbewohner die zeitweilig an Land kommen um dort eine körperliche Verbindung mit einem Menschen einzugehen. Ihr Verbleiben ist aber Bedingungen unterworfen. An den Küsten der Nordsee kursieren auch Geschichten von Gestalten Wandlern, die in Vollmondnächten als Seehunde an Land kommen um dort ihr Fell abzulegen und sich dann mit einem Menschen zu paaren. Vieleicht werde ich einmal in einer Vollmond Nacht es wagen hier heraus zu gehen...
Diese Geschichten gibt es überall entlang der Meere, bis hoch in den Norden hinein. Dort sind es die Wale, die sich in einem Menschen verwandeln können, aber nur, wenn ihnen die eine und wahre Liebe begegnet. Diese Geschichten zeigen, dass wir verwandt sind, mit dem Meer, es schützen müssen, denn wir kamen einst aus ihm...

Für meinen Wassergeister Workshop aber auch für das ein oder andere Jahreskreisfest werde ich bestimmt einmal mit den Nixen und Wassermännern hier tanzen, da bin ich sicher....



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