Mittwoch, 21. Mai 2014

Trauer Phase….



Wir genießen die Abende, lenken uns mit Fahrrad fahren ab. Es geht hier kreuz und quer über die „Insel“ vorbei an schönen alten Gehöften und vielen Tieren….
Aber immer wieder kommen uns die großen Traktoren entgegen und als Fahrradfahrer kann einem da ganz angst und bange werden, wie schnell die doch auf den Wirtschaftswegen fahren.  Gerade in der Erntezeit und jetzt wo die Marschwiesen das erste Mal gemäht werden, fällt mir das auf…

Kimmi fehlt, er fehlt, weil er immer der erste war bei unserem abendlichen Futter Ritual. Er war immer der erste, der auf dem Sofa gekrault werden musste und auch immer der erste im Bett beim Schlafengehen…wenn eine Katze so ist, dann fehlt sie besonders. Er kam auch immer auf Zuruf zu uns.

Zwei Tage war ich nicht fähig die anderen Katzen auch nur raus zu lassen. Dann bis zum Mittag…vorgestern waren sie beim Mähen der Wiesen hier wieder ganz drinnen.
Viele verstehen unsere tiefe Trauer und diesen Schockzustand nicht, erzählen mir einen, das Katzen ganz schlecht für die Natur wären und die Kleintiere, die Bodenbrüter....sollten abgeschossen werden und ähnliches.

Aber wenn die Bauern mit den Traktoren über die Straßen und Wege brettern, hat kein Lebewesen eine Chance. Kein Hase, keien Ente und auch KEIN KIND! Gerade gestern geschah wieder ein Unfall mit Trecker und mehreren Autos hier auf der nahen Landstraße.

Als wir zurück aus Bremerhaven kamen, kurz vor der Einfahrt zu unsere Straße war es passiert. Alles muss schnell gehen, das Gras reingeholt werden, da es ja regnen könnte. 
Landwirtschaft hat den Schwerpunkt der Wirtschaft, also das Land auszubeuten, viele vergessen dabei, dass sie vom Land, dem Wasser und den Tieren leben. Nicht alle, aber viele. Es wird gedünkt, Gift gespritzt und gejaucht was das Zeug so hergibt…und im Winter dann noch auf Hasen geschossen, die eh schon auf der Bedrohten Liste stehen. 

Nun, Zeit ist Geld und somit geht auch niemand die Wiesen ab, bevor sie gemäht werden…wie schon gesagt, der Landwirt ist Wirt und hat schon lange verlernt mit dem Land, von dem er lebt zu kommunizieren und es zu ehren. Selbst zur Erntezeit wird weder Korn noch Mais für die alten Götter als Opfergabe in der Mitte des Feldes stehengelassen. Wo sieht man das heute noch??! 

Erntedankt findet in der Kirche statt  und nicht mehr auf den Feldern , wie noch vor 150 Jahren….Schade eigentlich.
  
Und auf sowas wie Kleintiere, wie Katzen wird keine Rücksicht genommen, sie könnten ja den Jägern, sprich den Bauern, die Entenküken oder gar die Hasenjungen vor der Nase wegfressen. Vom Fuchs habe ich ja schon berichtet…
 
Natürlich gibt es auch schöne Dinge, das hier die Kälbchen mit ihren Mamas und teilweise sogar mit den Stieren auf den Wiesen stehen. Schweine die Freilauf genießen…aber momentan sehe ich nur die riesigen Maschinen die bis zum letzten Strohhalm alles aufsammeln und über die Felder und Wege rasen….Zeit ist Geld!


Meine Angst, dass ein weiteres Tier überfahren wird, ist groß. Aber ich musste sie wieder rauslassen-loslassen. Wo wenn nicht hier, können Katzen wunderbar leben?! 

Ab und an, gerade am Abend, da kommt die Trauer, überwältigt mich. Die Phasen werden aber länger, an dem ich begreife, dass er nicht mehr da ist. Was ich nie begreifen werde, ist, wie es passiert ist. Es wäre hilfreicher gewesen, ich wüsste es.

Ich lenke mich ab, habe in der letzten Zeit vieles hergestellt und stelle noch her, einige Dinge benötigen einen Trocknungsprozess bevor ich weiter arbeiten kann.  Es lenkt mich ab, bringt mich auf andere Gedanken. 

Gersten war ich mit meiner Tochter in Bremerhaven, der nahen Großstadt ein Abschluss Feier Kleid kaufen.  Mir ist aufgefallen, wie schlecht die Mode für Jugendliche geschnitten ist, nur was für Hungerharken. Was für ein Körpergefühl vermitteln diese Modefirmen den jungen Frauen damit?! 



Ich finde das einfach scheiße.
Da sind Größen von 42 und 44 so klein geschnitten, das meine Tochter, die normalerweise so 38/40 trägt, einfach nicht hineinpasst. Natürlich fragte ich nach und bekam die Antwort dass die Modefirmen die Größen eben so klein und knapp schneidern. Natürlich gab ich meine Bedenken und den  Unmut darüber an die Verkäuferinnen weiter und sie verstanden das auch alle…und richtig ist so etwas sicher nicht!

Nach einigen Misserfolgen wurden wir dann glücklicherweise und der Göttin sei `s gedankt, doch noch fündig. Und Schuhe gab es dann auch noch dazu….
Mit wunden Füßen, total verschwitzt und völlig erledigt machten wir uns wieder auf den Rückweg. Wie schön ist es dann auf der Weserfähre zurück! Die zehn Minuten Überfahrt habe ich sehr genossen und der Wind tat gut.

Heute werde ich mich wieder einigen Zaubersachen widmen und herstellen, muss den Haushalt schmeißen und heute Abend selbst über das Grundstück fahren, um die Wiese zu mähen. Dabei werde ich wieder am Grab vom Kimmi vorbei fahren und hoffe, das da in den nächsten Jahren kein weiteres dazu kommt….