Freitag, 9. Mai 2014

Kimmi...mein Kimmi....

Donnerstag, 8. Mai. Diesen Tag werde ich mein Leben nie mehr vergessen. Nie mehr!

Es ist 10.30 Uhr da gehe ich in die Küche, auf meinem Weg dorthin schaue ich ins Schlafzimmer. Da liegt er , eingekuschelt auf dem Bett. Mein Kimmi. Es hatte geregnet und er war nicht rausgegangen und jetzt hörte es langsam zu regnen auf.

Um 10.59 Uhr schaute ich auf die Uhr, als ein Silber graues Auto in die Hofeinfahrt fuhr. Komisch, ich hatte ihn nicht kommen sehen. Aber ich war beschäftigt. Auf dem Weg in den Hofladen fiel mein Blick wieder aufs Bett. Ah, Kimmi war nicht mehr da. Er hatte sich wohl entschlossen nun doch nach draußen zu gehen. Wann das war, ich weiß es nicht….

Das Paar hielt sich nicht allzu lange im Hofladen auf, etwa eine halbe Stunde vielleicht. Sie waren nicht so gesprächig, wie manch andere Urlauber. Ich erfuhr dass sie aus Soest kamen
( SO Kennzeichen) und in Burhave in einem Zimmer wohnten, wo sie auch unseren Flyer gefunden hatten.Dann verließen sie den Hofladen wieder, ohne etwas zu kaufen. Aber das kam ja öfters vor.


Hinter ihnen schloss ich ab. Und ging dann (glaube ich) wieder zur Küche. Ich weiß noch, das ich mich wunderte, das Auto nicht mehr zu sehen. Das Land ist flach und man kann hier die Straße recht weit einsehen. Naja…Straße ist zu viel gesagt. Eher ein befestigter Weg. Gut, die Wiesen sind nun am Wegesrand recht hoch. Ich dachte noch bei mir, dass er entweder links gefahren ist, oder recht schnell unterwegs sein dürfte. Aber ich erinnere mich , an ein ungutes Gefühl das folgte….

Ich ging dann ins Büro um an unseren Flyern zu arbeiten und nach etwa einer halben Stunde, vielleicht auch weniger, bekam ich einen Anruf. Es war unser Nachbar, der etwa 300/400 Meter entfernt wohnte. Er teilte mir mit, dass er am Weg gegenüber seiner Einfahrt eine schwarz weiße Katze gefunden habe, die dort tot liegen würde.

Ich schmiss das Telefon beiseite und lief nur noch. Ich erinnere mich  noch, das ich die große Mutter anrief, bitte, ..“bitte lass es nicht mein Kimmi sein oder mein Cosimo...“…Bitte…Bitte nicht …“fast verlor ich meine Schuhe und war völlig außer Atem, als ich den Nachbarn schon am Rand stehen sah. Er blickte fast ungläubig auf das Tier am Rand. 


Er war unverkennbar tot! Und es war mein Kimmi. Laut aufschreiend hob ich ihn auf. Presste ihn an meine Brust und versuchte so schnell wie möglich zurück zu laufen. Ich weinte, schrie. Während ich das Gefühl hatte, ein totes Kind würde wohl ähnliche Reaktionen hervorrufen. Ich hustete, meine Lunge tat unglaublich weh. Der Emotionale schock war so groß, dass ich mich mehrmals auf dem Weg übergab. Irgendwie schaffte ich die 400 Meter zurück und lies mich auf dem Ohrensessel im Atelier fallen. Mit meinem  Kater im Arm, rief ich meinen Mann an, stotterte ins Telefon und brach danach total zusammen.

Ich weiß nur, das ich Kimmi fand, da war er noch warm. Ich konnte ihn nicht aus meinen Armen nehmen, ich konnte ihn nicht loslassen. Erst als unsere Tochter aus der Schule kam, konnte sie mich überreden Kimmi in ein Tuch zu packen. Da war er schon fast steif.

Während ich das schreibe, laufen Tränen und der Kater Boots liegt auf meinem Schoss. Will trösten. Er war es auch, der am toten Kimmi kurz schnupperte. Alle anderen Katzen konnten meine Trauer wohl weniger ertragen. Kimmi, wie auch die anderen ,sind Teil der Familie, ich habe ihre Geburt begleitet, hatte ihn als erstes in den Händen, lies ihn von seiner Mama ablecken....

...Kimmi...mein Kimmi...

auch heute noch, zwischen Staubsauger und Spülmaschine starre ich ungläubig auf unsere  Holper Strecke vor dem Haus, bis zum Nachbarn kann ich diesen Weg entlang scheuen und kann in etwa sehen, wo es passiert ist. Jedes Mal, wenn wir jetzt nach Hause kommen, werden wir daran erinnert werden....

Unsere Tochter, 16, war so traumatisiert, das sie sogar bei uns schlief. Wir konnten alle nicht alleine sein.  Und heute kann ich mich nicht überwinden, meine Tiere raus zu lassen. Aber das muss ich wieder...es wäre Quälerei es nicht zu tun. Morgen müssen sie wieder laufen.

Boots schnurrt genüsslich auf meinen Schoss, während ich es nicht verstehen, das auf solch einem Weg eine Katze überfahren werden kann. Und wenn, wie man weiterfahren kann?! Kimmi lag an der Seite, sein Halsband neben ihm. Er ist dort hingelegt worden, ganz klar. Er hatte keine großen Verletzungen, blutete aus dem Mund. Genickbruch wohl, denke ich. Wie kann man gegenüber eines Hauses ein Tier überfahren und sich dann nicht melden?! Vor allem, weil Schilder auf unsere Katzen hinweisen und das diese sicherlich von uns kam!

….das Paar aus Soest könnte vielleicht helfen. Vieleicht finden wir  sie noch oder sie melden sich, wer weiß. Zumindest war er sofort tot. Nach einer unruhigen Nacht ist die Tochter wieder in der Schule und Chris arbeitet. Ablenkung ist gut. Ich werde damit nie leben können, ein Tier zu verlieren  und so schon gar nicht. Kimmi, eigentlich hies er Gimbly , wurde nur drei Jahre alt....

Kommentare:

  1. Was für ein süßer Kerl. Wie kann man nur ein Lebewesen überfahren und sich dann einfach davon schleichen ? Mir sind auch die Tränen gelaufen, mußte dir dass einfach mitteilen. Alles Liebe

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  2. Als ich anfing diesen Artikel zu lesen, bekam ich schlagartig kalte Hände. Du hast entsetzliches erlebt! Ich bin mit dir traurig, schicke dir aber liebe Gedanken.

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  3. Ein geliebtes Tier zu verlieren ist sehr schwer.... ich habe das leider viel zu oft mitgemacht :(
    Fühl dich in den Arm genommen.

    Kivi

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  4. Oh ich weiß garnicht was ich sagen soll,
    ich kenne eure straße ja nun auch und schnell fahren geht bei euch ja nunmal garnicht,
    ich verstehe solche leute aber auch nicht wie kann man das arme tier nur so einfach liegen lassen,
    es kann ja passieren das man das tier zu spät siehd aber dann geht man und sagt bescheid und haut nicht einfach feige ab..... evtl kommen sie ja nochmal wieder und erklären es.....

    Ganz lieben gruß
    simone

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  5. Fühl dich ganz lieb umarmt. Ein geliebtes Tier zu verlieren ist immer ein Schock - eine große Trauer. Mein einziger Trost ist, dass ich mir gewiss bin, sie jenseits wieder zu treffen.
    LG Rosi

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  6. Vielen Dank für Eure lieben Worte!!!!!
    Es fällt schwer aber das Leben muss ja weiter gehen...aber wenn ich den Weg hinauf schaue, dann muss ich mich arg zusammen reissen...

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  7. Liebe Minerva,

    Ob Mensch oder Tier, die die wir lieben, gehen oft zu früh.
    Aber nie aus unseren Herzen.

    Ich schicke Dir gute und kraftvolle Gedanken!

    Ganz liebe Grüße
    Naja

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  8. Meine frühere beste freundin war mal mit einem buddhisten befreundet, und der sagte ihr,dass wenn es tieren besonders gut bei einem gefallen hat,es sein kann das diese nach ihrem ableben in einem neuen tierkörper zu einem zurück kommen.sie erzählte mir dies in bezug auf ihre katze und das sie glaube das diese katzenseele die inkarnation einer ihrer vorkatzen sei.also das ist doch tröstlich,und selbst wenn er nicht zurück kommen sollte,so bist du doch immer im konakt mit ihm,nur das du ihn( noch nicht )sehen kannst- aber er dich.
    Es gibt auch fälle da haben sich die verstorbenen tiere ihrem menschenfreund nochmal als geist gezeigt und ihnen so einen letzten besuch aus dem jenseits abgestattet.also,dass leben geht weiter auch für ihn, und wer weiss ...
    ALLES ALLES GUTE UND LIEBE !!!


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    1. Liebe Ronja,
      ich hatte darüber auch schon mal hier geschrieben: Schau mal im Jahre 2011 oder suche den begriff "Wiedergebohrene Tiere"...ja, er begleitet uns sicher in der anderen Ebene weiter...

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  9. Das traurige ist einfach, man kann sich noch so weit aus der " realen Welt " zurückziehen - ständig werden einen Menschen, Schicksale und Gegebenheiten einholen.

    Ich kann Deine/Eure Trauer und den damit verbundenen Schmerz sehr gut nachempfinden.


    Liebe Grüße aus der ehemaligen Nachbarschaft

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  10. Ich glaube ich habe Dir dazu schon alles gesagt... Und dennoch, nachdem ich es hier noch einmal gelesen habe, laufen einer dabei die Tränen.... Es tut mir so unendlich leid...
    Und fassungslos bin ich auch... von soviel Feigheit oder Kaltherzigkeit, vermutlich beidem.
    Ich wünsche mir dass sie ihn nie vergessen und von ihm träumen, jede Nacht... :,-(

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  11. Wie furchtbar!!!!
    Mein aufrichtiges Mitgefühl.... :-(

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