Montag, 5. Mai 2014

Ein Wochenende voller Zauber!





Ja, das war es! Heute lasse ich alles noch einmal Revue passieren, sitze hier im Büro am Computer und habe mir vorgenommen den Montag langsam angehen zu lassen. … 
Samstagmorgen schlugen die Wilden Weiber bei uns auf und es wurde ein herrliches Wochenende. 

Nach einem großen Hallo und einer kleinen Vorstellungen des Ahnenhauses, wie weltbewegende Fragen: „ wo ist das Licht?“ und „ wer schläft wo?“ , gab es erst einmal Tee und ganz viel Hexentratsch und Lachen.    

Sollte ich den Ablauf des Wochenendes nicht ganz so wiedergeben, bitte entschuldigt, ab einem gewissen Zeitpunkt habe ich immer das Gefühl, in einer anderen Welt zu sein. Vielleicht ist es dann der schamanische Anteil in mir, der den weltlichen ein wenig verrücken lässt. …

Naja, ich glaube,  dass es uns danach hinaus in den Garten trieb, um den Beltain Baum aufzustellen. Wobei wir schon eine Menge Spaß hatten. Ein Loch für den Baum wurde gegraben und die Bänder an den Kranz geknotet. Wobei wir statt Weiß-Rot-Schwarz, Weiß –Rot- Blau hatten, da Schwarz leider nicht zu bekommen war. Da aber Blau auch in vielen Frauenüberlieferungen eine der Göttinnen Farben ist, und einfach wunderbar das Wasser symbolisiert, sollte es wohl so sein….
Unser Beltain Baum, gute 4 Meter hoch, benötigte dementsprechend Lange Bänder, die in einem Zaubertanz zu Kordeln zusammen geflochten werden.


Und somit hatten wir eine Menge Spaß beim anknoten dieser. Als dann der Baum aufgerichtet wurde…(naja…was wir Weiber in die Hand nehmen, das richtet sich fast schon von alleine auf…..schließlich ist es Beltain…) waren wir alle überzeugt, den Gehörnten Waldgott darin zu erkennen. 
Die Steine des alten Hügelgrabes fanden nun Platz um den Ritualbaum und danach gab es erst einmal Mittagessen. Wieder wurde viel geredet und erzählt. Frauenweisheiten und Ideen, Geschichten und Erfahrungen am Tisch ausgetauscht. 
Dann waren wir gestärkt „ unseren“ Ritualbaum einzuweihen und die Bänder mit Wünschen und guten Zaubern zu besprechen. Eine hatte für etwas zu danken, die andere brachte den Kauf ihres Hauses voran, die andere ihre Selbstständigkeit und eine andere hofft wieder auf etwas neues…
Jede von uns  hatte so ihren ganz eigenen Zauber, Wunsch oder ein Vorhaben zu verwirklichen. Und so saßen wir erst einmal eine Weile um den Baum, mit den losen Bändern und fingen an zu trommeln…irgendwann kamen wir in einen gemeinsamen Rhythmus und in ein bestimmten Anrufungs- Chant hinein. 

Und da spürte eine jede ,diese unglaubliche Energie, die sich im Kreise vor uns drehte. Füße tanzten vor uns auf dem Boden, die Anderswelten öffneten sich für uns…
Dann tippte mich etwas an die Schulter und ich konnte einfach nicht mehr stehen bleiben und umschlang die anderen Frauen mit meinem Trommel Rhythmus, während sie weiter sangen. Immer im Kreise…immer weiter….Diana, Hekate, Inanna …Göttinnen Kraft rufend. Wunderbar, kraftvoll und so einfach. Der Kreis zog sich wie von selbst, es war  nicht nötig etwas anderes zu tun. Alles war schon da! Alles schon hier! Wir riefen die Magie, die schon lange vor uns hier war….
Und dann fühlten wir den richtigen Zeitpunkt und eine jede schnappte sich drei Bänder. Im Sonnenlauf und mit den Zaubergesang auf den Lippen webten sie ihre Zauber. 
Dabei wanderte ich immer trommelnd mit, hielt die Energie, fühlte die Anwesenheit der Göttin und des Gottes, die sich im Baum, Band und Kranz vereinigten. Ich habe keine Zeitvorstellung mehr, aber nach schier endloser Zeit waren die Hexenschwestern  fertig und der letzte Knoten geknüpft.



Es wurde noch ein wenig geräuchert und dann sich ins Ahnenhaus zurückgezogen, um sich aufzuwärmen und ein wenig zu verschnaufen….So frei um einen Baum herum getanzt hatte bisher noch keine von ihnen. So unbekümmert gesungen, getrommelt auch noch nicht.

Die Zeit verging wie im Fluge, zwischen Lachen und Austausch des gerade erlebten Rituals.




So saßen wir schon wieder an der Abendbrot Tafel, während es langsam dämmerte. Alle freuten sich auf das Wissen, welches Tier sie nun bis Samhain begleiten sollte und das kleine Ritual  draußen am Feuer. Alle zogen sich warm an und packten fleißig mit an, um mit Stöcke, Äste und Heu das Feuer zu entfachen. 
Und es wurde stockfinster, nur das leichte Licht , welches von Bremerhaven herüber schien ,konnte man weit in der Ferne über dem Deich leuchten sehen.
Uns war nicht kalt, das Feuer wärmte und wir trommelten und sangen für die Göttin, den Gott und die Elemente. Räucherten und unterhielten uns zwischen durch. Dann, als wieder der Göttinnen Chant die Energien zu uns her rief, da erhielt eine jede ihr Krafttier für die nächsten Zeit bis Samhain. Auch mein Mann und natürlich ich.


Mich erstaunte meines diesmal total. Das erste Mal überhaupt, erhielt ich den Adler. Sonst waren es eher immer Fuchs, Salamander, Reh oder Habicht gewesen. Nein, dieses Mal wurde es der König der Greifvögel. 
Dann, am frühen Sonntagmorgen, verabschiedeten wir uns und alle gingen in die wohlverdiente Nachtruhe. Aber erst, als sie alle die Bedeutungen ihrer Tiere wussten. 


Schon recht früh am Sonntag saßen wir schon wieder alle gemeinsam beim Frühstück, unterhielten uns über die vergangene Nacht. Alle hatten gut geschlafen, was mich sehr erleichterte. Kirstin amüsierte mich mit ihrem Schlafplatz auf der Empore, von wo aus sie alles im Blick hatte. 
 
Und eine andere Hexenschwester hatte ihren Lieblingsplatz direkt am Fenster gefunden und war „mitten in der Natur, eins zu eins im Auge des Gartens“ wach geworden. Und so irgendwie strahlen dann doch alle.
Nach dem Frühstück beschlossen wir, zum nahen Meer zu fahren ,  um ein wenig Meer Luft zu schnuppern. In den Salzwiesen war es für alle sehr interessant .Als wir zum Hof zurück kamen wartete schon das Mittagessen auf uns.



Diesmal gab es nichts Vegetarisches sondern einen Indianischen Eintopf. Danach wurde noch im Hofladen ausgiebig geschoppt. Am Nachmittag ging es zum nahen Siel Tief, trommelnd und räuchernd machten wir uns auf den Weg. Es war das Abschlussritual eines herrlichen Wochenendes. 
Auf dem Rückweg standen wir nochmals alle um den Ritualbaum, ich segnete alle meine Schwerstern  und wünschte ihnen einen geschützten Heimweg und ein glückliches Wiedersehen. Dann machten sich die Weiber ganz langsam auf den Weg wieder nach Hause…
Wir verabschiedeten uns und sie übergaben mir ein Geschenk was mich dann doch aus der Fassung brachte. Ich musste mich zusammenreißen um nicht loszuheulen. Damit hatte ich nicht gerechnet.
Schön war, dass zwei von ihnen ihre eigene Trommel gefunden hatten. Und als sie so aus dem Ahnenhaus kamen, da stand schon die nächste  Frauengruppe zur Kräuterführung bereit und wartete auf mich.




13 Paar Augen wartete geduldig darauf, was ich wohl zu zeigen und zu erzählen hatte und kurz vorher war ich wirklich  sehr nervös und hoffte,  nach all dem Rituellen arbeiten, keine leere im Hirn zu haben. Aber nach ein paar Minuten und der ersten Pflanze, dem Waldmeister, da ging es gleich weiter,  zum Giersch, Brennnessel, Kastanie, Holler Baum , Gundermann und so weiter und so weiter…



Nach gut eineinhalb Stunden war auch diese kleine Führung vorbei und die Damen hatten sich wohl gut amüsierte. Gab es noch ein kleines zusätzliches Trinkgelt und noch einmal Shopping im Hofladen. Eine lustige Damentruppe war das, sie hatten mir wirklich Spaß gemacht!



Und als ich dann, endlich um kurz nach sieben Uhr, die Tore hinter dem Bus mit den Frauen schloss , da nahm mich mein Mann in den Arm, küsste mich, packte mich ins Auto und wir zwei fuhren zu unserem Lieblingsplatz am Meer…..

Kommentare:

  1. Ach wie wundervoll! Ich kann die Energie regelrecht beim Lesen spüren, und ich glaube ich habe sie auch an dem Tag in mir drin gespürt ♥ So schade daß du so weit von mir entfernt wohnst und ich meist gar keine Zeit habe.... Aber vielleicht kann ich ja im nächsten Jahr oder später einmal mit dabei sein und mein Krafttier empfangen und um den Baum tanzen ♥

    Alles Liebe,
    Kivi
    von
    http://kivi.dreamwidth.org/

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  2. Das hört sich wirklich nach einem Wochenende voller Freude und Leben an :) Soviel positive Energie die hier mit diesen Worten an mich getreten ist. Einfach angenehm zu lesen. Wünsche dir noch alles gute in deinem Leben.
    Alles Liebe und nette Grüße!

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  3. Einfach fabelhaft - ich konnte es beinahe sehen - ich hab es gesehen - gefühlt - war toll, danke! <3

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