Sonntag, 13. April 2014

Zauberpflanzen im Garten

Gundelrebe
Medizinmänner und Frauen der verschiedensten Kulturen beten zu den Pflanzengeistern, bevor sie sie sammeln. Und sie wiederholen diese magischen Gebete, während sie sich einer Pflanze / einem Baum oder einer Wurzel nähern. Die Kräuterfrauen der vorchristlichen Zeit waren sehr vertraut mit ihren Pflanzen, den Wachstumsgegebenheiten, ihren Heilkräften und anderen Eigenarten.



Wenn wir uns zu den Pflanzengeistern begeben ist das wie ein gegenseitiges Kennenlernen, wir schauen ihnen beim Wachsen zu und staunen über so manches Blatt und Blüte.  Ja, das Staunen, das Herantasten, beschnuppern und sich erfreuen, das sollten wir nie vergessen.
Umgeben bin ich hier von Weiden. Hexischer geht’s ja nimmer…

Man sagt, Hekate erscheine im hohlen Stamm eines Weidenbaumes um ihre Töchter in die Geheimnisse der Hexenkunde einzuweihen. Nun, hohle Weidenbäume gibt es hier mehr als genug.
Die Weide ist auch das Sinnbild der Unterwelt ein Ahnen und Zauberbaum schlechthin. Auch für Fruchtbarkeitzauber wurde sie verwendet und war einst ein heiliges Holz für die Beltane Feuer.
Ihre Zweige waren den Kelten heilig, steckt man sie in die Erde, sprießt neues Leben. 
Man sagt, blühende Weidenzweige im Schlafzimmer bringt Fruchtbarkeit und eine geschickte Hexe kann mit einer Weidenrute ein Unwetter herbei zaubern ( …..ich überlege, ob ich das mal ausprobieren sollte…)  Wenn man einen Weidenzweig an der Weide zusammen biegt und diesen Zauber bindet ist er sehr mächtig…Und mit ihren Blüten wurden Kleider gefärbt…
Wenn ich gerade jetzt im zeitigen Frühling durch den riesigen Garten gehe und mich auf dem  Grundstück umsehe, sprießt es nur so aus der Erde.
Nicht nur der Kräutergarten explodiert förmlich, sondern täglich entdecke ich auf meinen Streifzügen viele neue  bekannte aber auch mir unbekannte Pflanzen. 
Die Melisse, der Salbei, Rosmarin, Thymian  und der Liebstöckel recken sich in die Höhe und ich erfreue mich fast täglich an meinem Bärlauch Feld und am leckeren Schnittlauch. 

Liebstock
Liebstöckelblätter getrocknet eignen sich gut für eine Liebes Räucherung aber auch für einen erotischen Badezusatz. Des Weiteren gibt es ein altes Hausrezept gegen Halsschmerzen:
Warme Milch durch einen Liebstock Stängel langsam trinken. Ich mag ihn gerne in Eintöpfen.
Der Giersch macht sich breit und das Pfefferkraut, das ich im letzten Jahr erst angepflanzt habe, findet den Boden anscheinend sehr gut. 
Pimpernuss
Genauso wie der kleine Pimpernuss Baum, den ich vom Hexengarten in Dortmund mitgenommen habe. 
Nie war er so schön, wie jetzt! 
Pimpernuss heißt er nicht nur so, seine speziellen Nüsse regen den männlichen Hormonhaushalt an und sollen auch bei Prostata Problemen helfen. Aber bis der kleine Baum Früchte trägt, wird es wohl noch ein wenig dauern. Dieser uralte Hexenbaum, der noch im Südlichen Deutschland bekannt ist, ist eine Rarität in der freien Natur geworden. 
Witziger Weise ist mir die Walnuss auch wohlvertraut, ihre Blätter haben ein duftenden Widererkennungswert bei mir hinterlassen. Sie wächst mehrfach hier bei uns. Auch sie eignen sich für Räuchermischungen. Auch mit der Walnuss kann man Fruchtbarkeitszauber machen, aber auch Geld und Wohlstandsmagie ausüben. Sie eignet sich auch sehr gut für Aufhebungsrituale und Gegenzaubern.


Und den Ilex, die Stechpalme sie findet sich auch hier. Über sie oder den Hollebaum zu schreiben, da könnte ich Bücher füllen. Nur so viel;  Die Stechpalme wird traditionell bei Heidnischen Taufritualen verwendet und ist ein starker Schutzbaum.
Wasserdost
Auch meine Tollkirschen strecken ihre Blätter in die Höhe, ich befürchte aber, das nur zwei von fünf mitgebrachen Pflanzen den Winter überlebt haben. Sie erinnern mich an meinen Windhügel, von dem ich sie damals mitgenommen habe. Dort gab es ganze Tollkirschen Felder. Ich bin mit ihr immer sehr vorsichtig und ernte nur hier und da ein paar Beeren für Räuchermischungen. Dann aber auch ausschließlich wenn ich schamanisch  arbeite.
Belustigt war ich, nein eher überrascht, als ich im letzten Herbst in der Dachrinne, eine weitere heimische Hexenpflanze entdeckte; den schwarzen Nachtschatten , eine Uralte Hexen Zauberpflanze. Wie ein Willkommensgruß war dieses unscheinbare Gewächs, das mich auch stets irgendwie verfolgte. Ich habe ihn wissentlich dort wachsen lassen und hoffe, dass er in diesem Jahr wieder erscheint. Manchmal mache ich gar nichts weiter mit diesen Pflanzen, es genügt mir ihre Anwesenheit, ihre Geister schützen und leiten mich immer wieder. Sie folgen mir, ich benötige nur Geduld. Viele der Pflanzen mit denen wir arbeiten sollen, kommen von alleine zu uns, mit dem  Pflanzengeistern. Und nicht alle, die ich mitgenommen habe, wollten auch bei mir bleiben und gehen... Wenn man mit Pflanzen und Kräuter arbeiten will und ich meine magisch arbeiten, dann ist theoretischen Wissen ohnehin völlig nutzlos.
Taubnesseln im Hexengarten
Die schwarze Nieswurz mag den Garten auch, sie war auch vor mir schon hier zuhause. Sie ist erst einmal eine Giftige Pflanze aber dennoch wurde sie gerne bei Wassereinlagerungen verwendet. In der Zauberkunde kann man sie unter eine Orakelräucherung mischen und ihre Wurzel gibt Schutz vor Dämonen und bösen Zauber.


Da kann man so viele Bücher lesen wie man will, den Zugang zu den Pflanzenwesen muss man sich erarbeiten in langsamen und vor allem sehr ruhigen Schritten .Ich habe mir im Laufe meiner Erfahrungen dann doch  angewöhnt auf Pflanzen zu warten.



Aber auch der fruchtbare Marschboden mag nicht jede Pflanze, ob die Karde wiederkommt?! Und der Küstenbeifuß, weiß bisher noch nicht, ob er groß werden mag...
Dem Wasser Dost gefällt es gut, sowie der Salzmelde und dem Mädesüß!

Salzmelde
Schön ist, dass ich ja schon einige Pflanzen angetroffen hatte, die mir wohl vertraut sind. Das Lungenkraut war beispielsweise auch schon da. Und auch mein Grüner Mann, der Waldmeister.

Er ist eine ganz uralte Hexenpflanze. Herrlich in Duftkissen und Räucherungen. Er ist den Elfen geweiht und in der Tat, dort wo er wächst, finde ich immer besonders starke Erdstrahlen.

Er schütz vor Gefahr und wird bei heidnischen Hochzeiten gereicht.
Waldmeister
Das Mutterkraut, auch das habe ich letztes Jahr angepflanzt, wächst wieder üppig. Es wurde mit Melisse und Rainfarn zu einem Kranz geflochten und in das Zimmer der Wöchnerinnen gehängt, als Schutz. Ich verwende es liebend gerne in meinen Sonnenwendgürteln/Kränzen mit Johanniskraut, Rainfarn, Kamille und Nachtkerze. Das Mutterkraut ist ideal bei Abwehrzauber und für Schutzmagie. Ein Beutel mit Mutterkraut zu Neumond unter einem Birnenbaum gehangen ist ein starker Schutzzauber. Ansonsten ein wenig davon morgens aufs Brot und man hat viel weniger Last mit Migräne!! Aber bitte: ein wenig!  Und regelmäßig.
Gundelrebenfeld
Und ich erfreue mich an der extrem vielen Gundelrebe die in Hülle und Fülle wächst, wie auch sonst? Schließlich ist sie einer meiner Pflanzenverbündeten. Sie hat sich unter dem Holunder ausgedehnt und diese beiden „Heiligen Pflanzen der Germanen“ ergeben einen starken Kraftplatz. 
 
Sie ist eine der wichtigsten Heilpflanzen der Germanen und eignet sich hervorragend um Gift aus dem Körper zu spülen.  Maler nahmen sie ein, um das Blei aus dem Körper zu bekommen und Bier wurde mit ihrer Hilfe aromatisiert. Man sagt, dort wo eine Tochter Odins wohnt und er sie ab und zu besuchen kommt, dort wächst vermehrt die Gundelrebe. Auch Donar ist sie geweiht.

Ansonsten ist sie gesund und schmeckt (nicht zu viel) wunderbar in Eintöpfen und im Kräuterquark. Wunderbar als Schutzzauber .

Fette Henne
Auch die Fett Henne, eine fast vergessene Schönheit unter den Heilpflanzen habe ich gefunden.

Der Wilde Frauenmantel ist unter manch einem Busch zu finden. Die Wurzeln wurden gerne für Liebeszauber verwendet. Der Tau der sich auf den Blättern bildet , ebenso. Er ist Frigga geweiht.



Frauenmantel
Auch der Günsel und natürlich der Wegerich. Kalmus und die unter Naturschutz stehende Schwertlilie finden sich im Hochsommer. So eine Kalmuswurzel werde ich sicherlich einmal ausgraben. Sie findet sich in den Gräben auf dem Grundstück und kann zu Vollmond für Heilrituale ausgegraben werden. Außerdem sollen ihre Wurzeln in allen vier Ecken der Küche auf gehängt, vor Unglück und Hungernot schützen. Auch gilt sie als Glückspflanze. 
Kalmus (hintere Pflanze)
Auch dem Beinwell gefällt der Boden hier, er wohnte schon im Kräutergarten. Ihm habe ich ein tolles Öl zu verdanken. Man sagt, er wäre Hekate geweiht gewesen und tatsächlich scheint er nicht so licht, wie andere Heilkräuter zu sein. Mit seinen Behaarten Blättern und etwas stacheligem Stängel ist er für einige doch unangenehm anzufassen. Der Geruch des Öles ist, sagen wir mal. Gewöhnungsbedürftig, aber sehr wirksam.


Mit der Kamille und der Römischen Kamille, die langsam wieder aus dem Boden hervorkriecht, lässt sich auch so allerlei Zauberkram machen. Nicht nur das sie besonders heilkräftig und eine unglaublich energetischen Sonnenpflanze ist, sie schützt auch noch. Dafür verwendet man ein Pulver aus ihren Blüten. Wie gut, das es von Kamille hier im Sommer nur so wimmelt!

 
Schlüsselblumen stehen unter Naturschutz!

Auch die Schlüsselblume, die schon in meinem Hausgarten in Dortmund wuchs, ist wieder da.

Aber auch sie, gab es hier schon vor mir. Ein starker Zauber kann mit ihren Blüten gewoben werden, sie schließt uns Schlösser auf, ebnet Wege und öffnet Türen. Die  ist den Nixen und Elfen zu geordnet. Man sagt, wenn man ihre Blüten zu Vollmond auf den Bauch legt, erwartet man danach ein Elfenkind…jaja.

Minze
Ich könnte noch weiter referieren, aber für heute reicht es....

Und gerade auf meinem Rundgang entdecke ich nahe der Scheunentüte eine mir sehr vertraute Pflanze: 
Das Schöllkraut! Das gab es im letzten Jahr noch nicht! Ich wollte es schon im letzten Jahr zeigen, da es immer wieder Thema war und ich konnte es hier nicht finden. 

Na, jetzt ist es ja da!




Kommentare:

  1. Das ist aber ein wirklich interessanter Post. Ich habe auch viele Kräuter im Garten und lese immer gerne wie andere Menschen Kräuter verwenden.
    Viel Freude mit Deinem Garten wünscht Marie

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  2. ich danke dir für all die Mühe des Zeigens und Erklärens
    wundervoll was du immer zeigst, ich wünsche mir deinen Hof einmal besuchen zu können
    alles Liebe!

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  3. Seufz! Himmlisch, wie du deine Kräutet beschreibst, man erfährt so viel Neues und Wissenswertes! Bei uns wachsen inzwischen auch etliche magische Kräuter, aber
    seit eben wächst meine Kräuter-must-have-Liste um ein paar Meter!!! Ich danke dir ganz herzlich fürs Teilen. Liebe Hexengrüsse

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  4. Vielen Dank fürs "Mitnehmen" rund um den Hexenhof, vielen Dank für die Arbeit und die Informationen rund um die Heilpflanzen, ich wünsche eine kraftvolle schöne "Beltaine"-zeit und viel Erfolg mit Euren Vorhaben.

    Grüße aus dem Bergischen Land schickt
    Beltane.

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  5. Na dann mal danke für die Info, jetzt weiß ich ja warum ich den verschiedenen Weiden so zugetan bin ;-) Und was Du über die Kräuter sagst stimmt definitiv: Man kann sehr viel über sie lesen und lernen, was auch sicherlich wichtig ist. Aber wenn man sie kennenlernt offenbaren sie sich immer ganz eigen und neu... Ich liebe das, es ist wundervoll. Du hast ja wirklich Dein eigenes Naturparadies <3

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