Dienstag, 11. März 2014

Meer Gedanken...

Ich sitze am Meer , vieles geht mir durch den Kopf.
Ich habe eine Entscheidung fällen müssen, musste in den letzten Wochen ganz oft über meinen Schatten springen, um diesen zu begegnen...


Die letzten Wochen waren turbulent. Mehr als das. Sie kosten Kraft. Wenn ein Mensch leidet, den man sehr liebt, dann ist alles andere Unwichtig, rückt in den Hintergrund…
Nachdem der Kater wieder da war, schien erst alles wieder gut zu werden. Aber nur ein paar Tage danach musste ich mitten in der Nacht den Krankenwagen rufen, um meinen Mann ins Krankenhaus zu bringen. Er war vor Schmerz nicht mehr transportfähig. Am frühen morgen verbrachte ich den Tag dann im Krankenhaus.



Die Diagnose kam später; doppelter Bandscheibenvorfall. Er wurde im Krankenhaus zehn Tage medikamentös behandelt.
Ich war mit meiner Tochter alleine auf dem Hof. Nichts war mehr, wie vorher. 
Jetzt ist mein Partner wieder da und bekommt Physiotherapeutische Behandlungen und wir warten auf die baldige Reha.
Ich musste plötzlich beweglich werden, vieles alleine regeln, was er vorher getan hatte. Das tue ich immer noch.  Es gab Tage, da war ich nur unterwegs von A nach B , vor allem die erste Zeit, schon vor dem Krankenhaus konnte mein Mann kaum noch schlafen. 


Und jetzt, hier am Meer, da wurde mir eines klar: 
Es ist 14 Jahre her, da trafen wir die Entscheidung, unser Leben total umzukrempeln. Im Jahr 2000 hatte er schon einmal eine Reha Maßnahme, damals hieß es noch ganz altbacken:  KUR Aufenthalt. 

14, darin enthalten ist die magische Zahl der Kelten, die 7! 
2 x 7 Jahre war es her und wieder muss mein Mann in die Reha, wie damals. Aber jetzt war es schlimmer.



Danach war vieles anders, es wird auch jetzt anders werden. Das ist sicher und muss auch so sein. Die Geister wollen es so. Warum sonst das alles?! Irgendwas hat eine Blockade ausgelöst und es ist an uns, das zu erkennen und zu ändern. Schnellstens. Das heißt flexibler zu denken, andere Gedanken und Wege zuzulassen...Wahr-zu-nehmen. Das Ego zu hinterfragen.
Also  springe ich über meines, denn nur das ist es. Ich gehe zusätzlich einen ganz weltlichen Weg. Warum nicht?
Behalte den Hofladen, meine Seminare aber werde das Seminarhaus zusätzlich als Ferienwohnung vermieten. Das wollte ich eigentlich nicht, aber überleben ist wichtiger als der dumme Stolz. Plan B also. Na und??! 


Wir haben jetzt nichts anders mehr. 


Umso zu leben, wie wir es tun, muss man halt versuchen alle Wege zu beschreiten und den dann nehmen, der sich einem bietet, so ist das. Ich kann nicht mehr warten und hoffen, die Zeit ist vorbei. Ein Neuanfang ist überall schwer, was hatte ich erwartet?! 
Ein wenig ist es wie auf die Erde aufprallen. Vielleicht war ich nicht geerdet genug, um zu erkennen?!....
Der Salzhaltige Wind pustet mir das Hirn frei , mein Gesicht ist rot, meine Hände eiskalt.Alleine die Landschaft, das Meer und das Watt geben einen Halt und Trost.
 
Die Priele suchen sich immer neue Wege durch das Watt. Lebenswege unterliegen Zyklen, es gibt keine Reise von A nach B. Warum sollte unsere so sein?!
Mein Mann ist noch nicht angekommen hier oben, er liebt das hier, aber so richtig heimisch, das ist er noch nicht. Wir befinden uns mitten drin in einem Initiationsprozess, weil wir miteinander zu tiefst verbunden sind. Ich bin sicher, dass dieser zur Beltane vorbei sein wird, ich habe das so im Gefühl. 


Ich hoffe auf Buchungen zum Beltaine Ritual, bis dahin ist alles ganz fertig und fein. Die Möbel sind bestellt für das Seminarhaus. Jetzt muss nur noch leben da rein, in Form von Menschen.



Als ich mich vom Meer verabschiede, zu dem ich jetzt zwei Mal die Woche am frühen Morgen gehe, habe ich mich gefügt. Bin im reinen mit der Situation. Wenn es so sein soll, soll es sein. Ich gebe ja nichts auf, ich füge nur etwas hinzu, damit wir überleben können. Denn ich habe Verantwortung für meine Kinder. Da geht es nicht um mich.


Jetzt sitz ich zu Hause, schaue in die untergehende Rotglühende Sonne und atme ein, weil mich wieder einmal die Schönheit dieser Landschaft umhaut, nur wenn ich aus dem Fenster sehe. Alleine dieses Leben so zu leben, ist ein Gewinn. 
Mir macht die Einsamkeit und die Stille nichts aus, eher im Gegenteil. Ich bin froh, dass es meinem Mann besser geht, auch wenn er unter starken Schmerzmitteln steht. Das nervt ihn am meisten, er hasst es. Ich kann das verstehen. Und das nichts tun.


Aber im Negativen liegt wie immer das Positive; es hätte nicht später im Jahr passieren dürfen. Es ist jetzt passiert. 
Jetzt hat er Zeit zu heilen und ich mich auf die geänderte Lebensphase vorzubereiten.

Wir schauen positiv nach vorne, das er es auch ohne OP schafft und wir dann zusammen auf dem Hof weiter an der Zukunft basteln können...