Dienstag, 4. März 2014

Magische Wandlung

Wann  hast du aufgehört zu singen?
Wann hast du aufgehört zu tanzen?
Wann hast du aufgehört dich von Geschichten verzaubern zu lassen?
Wann hast du aufgehört die Stille zu genießen?
Wann hast du aufgehört bei dir selbst Trost zu finden?
Wann hast du aufgehört auf die Geister zu hören?



Als Kind habe ich auf der Schaukel im Garten meiner Großeltern gesessen und stundenlang gesungen. Ich war in einer anderen Welt, der Garten war mein Wildes Reich. Immer neues gab es zu entdecken. Ich habe mir meine eigene Welt nie nehmen lassen. Als ich die Geschichten von Karl May für mich entdeckte, da war der Garten meiner Großeltern die Amerikanische Steppe und ich der Indianer, der stundenlang auf der Fährte der Tiere wanderte.


Ich habe schon immer  gerne gemalt. Meine Oma betonte immer wieder, ich werde einmal eine ganz große Künstlerin oder etwas anderes, weil ich etwas Besonderes wäre. Vielleicht hat sie das gesagt, weil ich ihr Enkelkind bin, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht sagen Omas das immer, weil es ihre Pflicht ist, das Enkelchen anzuhimmeln. Vielleicht aber sah sie wirklich etwas anderes in mir. Vielleicht…. Aber sie hat damit einen Zauber gesprochen, hat mich zu etwas Besonderen „erhoben“ . Omas Zaubern mit Worten und der Liebe die sie geben…

Leider starb sie mit nur 46 Jahren. 

Die andere Oma zeigte mir ihren Garten, auf ihrer Schaukel konnte ich in den Himmel schaukeln. Der Opa erzählte mir Geschichten aus alten Zeiten und aus seiner Kindheit. Auch er konnte zaubern, mit seinen Geschichten. Seit dem interessiere ich mich für Brauchtümer, Archäologie und alte Geschichten. Opas sollten immer ihren Enkelkindern solche Geschichten erzählen und wen kümmert´s ob sie wahr sind oder nicht…
Sie beflügelten meine Phantasie und ich fing schon früh an selbst Geschichten zu schreiben und mich für Geschichte/n zu begeistern.



Dies Künstlerische Ader  wurde aber leider nie beachtet. In der Schule fühlte ich mich unwohl und ich bin immer noch der Meinung das unsere Schulform, die Seele unsere Kinder kastriert. Sobald ein Kind die Schule betritt, wird ihm ein Teil seiner Seele genommen!


Im Laufe der Jahre auf meinem hexisch-schamanischen Weg, erkannte ich, dass ich am kreativsten bin, wenn es mir nicht gut geht. Das es mir nach einer kreativen Arbeit viel besser geht, sie heilsam auf mich wirkt. Als ich vor ein paar Jahren einen Unfall hatte und demnach sehr starke Schmerzen, da sang ich die Elemente herbei. Während mir die Tränen vor Schmerzen liefen hatte ich es nach nicht mal 5 Minuten geschafft, mich selbst so zu zentrieren, dass ich es einigermaßen ins Krankenhaus schaffte.


Heute ist es ein unglaubliches Gefühl oben in der ehemaligen Heu Deele zu stehen, zu trommeln und zu singen. Der Klang ist ganz magisch und steigt von dort nach oben, ganz wie, als würde ich auf der Schaukel sitzen und in den Himmel singen....



Irgendwann auf meinem Weg, fing ich an, wenn ich keine spezifischen Zauber oder Rituale fand, einfach mir selbst etwas „zu erschaffen“, zu rasseln, zu trommeln und zu singen. Gleich bemerkte ich dabei, dass diese nicht nur viel kraftvoller waren, sondern mir etwas zurückgaben. 


Ich erinnere mich dabei, an meine Kindheit in Omas Garten, wo ich singend auf der Schaukel saß um in den Himmel zu schaukeln.



Wenn ich trommle, wenn ich singe, dann wird alles leer in mir und gleichzeitig gefüllt von der Urkraft der Göttin. Ich habe begriffen, dass Kreativität nicht durch den Kopf geht, sondern in Verbindung durch die Spirits und mein Gefühl.  Dann erhalte ich Zugang zu (m)einer Urkraft.

Als ich nicht mehr weiter wusste, bei der Suche unserer Katze, beispielsweise, da fing ich an zu singen und zu trommeln. Bis ich einen Rhythmus fand, einen Klang und dann den passenden Zauberspruch intonierte. 

All meine Sorgen und die Anspannung legte ich da hinein. Und, wie ihr wisst, hat es innerhalb von nur ein paar Stunden funktioniert. Genauso war es mit der Suche nach einem Hof für uns. Ich räucherte an einem uralten Ahnenplatz, fing an zu singen, machte mich leer und fühlte mich verbunden mit allem. Die Antwort kam dann nur zwei Tage später.

Wenn ich trommle, singe oder male dann bin ich nicht hier. Cambra Skade bezeichnet das mit „ Traumzeit“, eine wunderschöne Bezeichnung. Ich tauche ein und stelle mir vor, wie etwas „ist“ und nicht „ wie es zu sein hat „ oder „ wie es mal wird“. 

Es ist für mich eine Möglichkeit mein Leben aktiv schamanisch zu gestalten. Auf diese Weise finde ich Antworten und bekomme Verbindungen und Botschaften. Und immer wieder erhalte ich unerwartete Lösungen. Auf einmal bin ich wieder Kind, höre die Geschichten meines Opas, rieche den Blumengarten der Oma….

Irgendwann bemerkte ich, dass ich weg bin von den Zauberkram und hochtrabenden Ritualen. Ich bin autodidaktisch geworden. Entdecke trommelnd, singend oder tanzend meinen magischen Raum. Wandle mich-wandle um und fliege mit den Geistern....




Was ist,
darf sein,
wandelt sich“ 

Cambra Skade

Kommentare:

  1. wie schön :) liebe minerva ich hab das jetzt 8 mal gelesen weil es so schön und so inspirierend ist. danke das du das mit uns geteilt hast <3 liebste grüße schick ich dir an die küste, jessica

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  2. schön... trommel für mich mit...

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  3. Mit diesem Artikel sprichst du mir aus dem Herzen, wunderschön geschrieben.

    Liebe Grüsse
    Nicky

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  4. Danke liebe "die, die aus meinem Leben spricht"!
    ;) Wegwarte

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  5. Dankde für diesen Beitrag

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  6. Danke danke für den wunderbaren Beitrag! Da sprichst du mir aus der Seele...

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  7. Wenn ich Dich so lese liebe Minerva, dann hab ich definitiv vor vielzu langer Zeit aufgehört zu tanzen, obwohl ich es über alles liebe.....Dankeschön für dieses warmherzige posting♥
    Herzliche Grüße aus der alten Heimat☼

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    1. Wundervoll <3 Jede von uns ist wirklich einzigartig. Die Eine braucht Worte und ihren eigenen Spruch, die andere immer Kerzen, eine weitere webt Knoten - ich mag das Alles und lasse mich immer vom Augenblick leiten, was sich gerade richtig anfühlt. Anders kann Magie doch gar nicht sein... )o(

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