Montag, 17. März 2014

Die Hagazussa in Theorie oder Praxis?!

Eine gute Hexe erkennt man daran, dass diese weniger für sich ,als für andere zaubert.

Eine sehr gute Hexe aber erkennt man daran, dass sie gar nicht zaubert.

Sie lebt im Zauber und wirkt diesen, ohne auch nur einmal ihren Zauberstab zu heben....



Facebook, Netzwerke , Internet. Alles ist mit allem verbunden. Bunter Kosmos an Hexen, Schamanen, Druiden, Esoterikern. Wenn ich suchende bin, habe ich dort die Möglichkeiten zu finden, ohne viel Arbeit und Aufhebens. Alles wird beschrieben und / oder vermarktet.

Aber eines kann das Netzt nicht, dir deine eigenen Erfahrungen geben. Alles was dort steht, ist die Erfahrungen anderer, wenn das denn alles so stimmt, was auf den schönen bunten Seiten zu finden ist. Nur weil ich theoretisch viel  Wissen anhäufe, bin ich nicht gleichsam eine Wissende und schon gar nicht Weise. 

Wenn man im Netz stöbert kann man beispielsweise eine „online Ausbildung als Hexe oder Schamanin „ schon für 150 Euro im Jahr erhalten oder gar ganz kostenlos. Online. Wo früher über Jahre und Jahrzehnte die Weisen Frauen ihre Schüler bei der Hand genommen haben um ihnen die Pflanzen und die Geisterwelt zu erklären, da will das Frau X online in theorie. Nein, Hexen sein ist eine Lebenseinstellung, eine Lebensweise der Erfahrungen, der Praxis, nicht der Theorie. Und Schamanin wird man eher durch die Initiation der Geisterwelt. Ich arbeite schamanisch aber ob ich jetzt eine Schamanin bin...naja, das entscheide nicht ich.

Wenn ich so in den zahllosen Facebook Einträgen oder Webseiten stöbere, stellt sich mir die eine Frage: Wo bleibt die schamanische Erfahrung mit den nichtsichtbaren, der Natur und deren Zusammenhänge??

Das kann man nicht abkürzen oder aus einem Buch/Forum/Netzwerk  gelernt bekommen. Da muss jede selbst durch. Praktisch. Selbst und bewusst.

Ich werde, wie ich bin, ich lausche in mich hinein und dann wieder in die Natur. Fühle die Zyklen  und stehe eigenverantwortlich in meinem Handeln und denken. Ich muss lernen meine Fragen selbst, mit meiner Hilfe und mit den Gesprächen zwischen mir und den Spirits beantworten zu können, nicht diese bei Facebook stellen, damit ich mir aus hunderttausend Antworten, für mich die einfachste aussuchen kann. Menschen die mich lehren sollen, begegne ich persönlich, nicht in Netzwerken oder Internet. Das Internet ist nicht echt, Facebook ist es nicht, es ist virtuell und ein Kraftfresser, nur wenn wir uns dessen bewusst sind, können wir gefiltert damit umgehen.

Zur Wissende werde ich durch eigene Rituale, nicht die Rituale und Zauber anderer. Durch die Eigen Macht die entsteht, wenn wir trommelnd um ein Feuer tanzen oder eine Nacht mit den Geistern im Wald verbringen. Initiation entsteht durch die Begegnung mit Ängsten und Lebensübergängen, die oft sehr bedrohlich sein können. Und dazu muss eine nicht in den Urwald fliegen oder an das andere ende der Welt. Die eine benötigt eine Nah Tod Erfahrung oder die Begleitung einer alten Wissenden, die andere nicht. Aber alle müssen lernen mit den Geistern der Natur zu kommunizieren. Was für Dich wichtig ist, weist nur du am besten.

Ich habe durch meiner arbeite erfahren, das nichts richtig oder falsch ist. Ob ich ein Ritualgewand trage oder das Messer schwinge, ob ich Alltagskleidung anhabe und dabei einen Dankesgesang anstimme, heilsames, magisches Tun ist davon unabhängig. Egal.

Auch wenn ich das noch vor zehn Jahren nicht für möglich hielt, es ist egal, was du anhast oder ob du einen Kreis ziehst oder nicht. Alles ist ein Teil der inneren Einstellung und wenn dir eine sagen will, das musst du so machen, dann tu es anders und lerne aus deiner Erfahrung heraus!
Wer tut und Erfolg hat, hat Recht. Wer heilt auch. Schade aber dir niemals und nicht anderen!
Wer die Natur ehrt lebt mit und in ihr, versucht sich gesund zu ernähren und raucht nicht.  Das sage ich aus Erfahrung, meine Initiation.

Alles ist miteinander verbunden , alles was ist, hat einen Geist. Ich benötige keine Bezeichnung für mein Tun oder mich als Person.  Wenn ich etwas intensiv begehe, bewusst und aus voller Überzeugung, wirken die Zauber schnell und gut. Aber ich liebe meine beseelte Trommel, meine Rasseln und das Räucherwerk, es sind Hilfsmittel damit es sich leichter reisen lassen kann.

Kontakte zur Geisterwelt entsteht. Aber wenn ich nichts dergleichen dabei habe, geht’s auch, garantiere ich Dir. Alles ist eine Frage der Einstellung und eine frage der Jahre. Am Anfang benötigst du Hilfsmittel, aber das stärkste ist, die Magie immer in deinem Leben zu haben, die Naturgesetze zu achten, immer. Wie geschrieben, demnach zu leben sich selbst und anderen nicht zu schaden und verantwortlich zu handeln. Ich bin immer eine Hagadizze, egal wo und wann. Mal mehr mal weniger, aber beständig!

Ich muss nicht suchen. Ich werde gefunden von den richtigen Menschen oder den Themen, die ich bearbeiten sollte. Das habe ich noch von den alten Wicca Hexen im Zirkel gelernt. Lernen und abwarten bis wir gefunden werden. Denn unser Lebensweg hat kein Ziel, es ist nicht linear sondern zyklisch. Wir begegnen uns immer wieder selbst, stehen irgendwo immer wieder am Punkt und drehen weiter am Lebensrad des Jahreskreises. Das funktioniert nicht in der Theorie, sondern in der Praxis.

Wer darf Priesterin sein und wer nicht?!
Bezeichnungen sind Schall und Rauch und sind eher für das eigene Ego gedacht. Wenn ich mich als Priesterin meiner Religion bezeichne, erhebe ich mich gleichzeitig über andere und setzte Dogmen auf. Ich habe mit dieser Bezeichnung im Heidnischen so meine Probleme, weil ich mich nicht über andere erheben möchte. 
Wichtig ist für mich, in meinem Tun, meinem Wissen und meiner Verbundenheit in mir zu Hause zu sein. Beheimatet in mir selbst und eins mit den Naturspirituellen Zyklen.
Ich habe die Erfahrungen machen müssen, das Menschen, die ihrer Berufung nicht nachgehen, nicht erkennen, wer sie sind und was sie zu tun haben, nur noch funktionieren und unglücklich oder krank werden.

Wenn  ich in meiner Aufgabe gefunden worden bin und nicht gesucht habe, weiß ich
genau, dass dies meine Berufung ist. Wenn ich zu Hexe , Schamanin, Priesterin werde, weil mich das zu etwas „besonderen macht“ mich von den anderen abhebt, dann ist das Ego groß und ich bin nur eine leere Hülle die nie gefüllt werden kann, dann benötige ich ganz viel KlimBim und Titel um mir selbst etwas zu beweisen und mein Ego aufzupeppen.

Ich bin eine Wald und Wiesenhexe, sehe mich in der Tradition der Schamaninnen des vorchristlichen Europas. Ich sitze auf der Hecke und lasse die Beine baumeln, lache den Geistern entgegen und hinterfrage gerne Menschen die mit Ritualrobe daherkommen wollen und Silberkelch. 

Wenn ich keine Lösung für ein bestimmten Zauber weiß, gehe ich auf die Reise und weiß, das die Geister mir beistehen. Ich bin weder vollkommen, noch strebe ich danach. Ich bin wie ich bin.
Die Hagadisse ist gern in der Natur und feiert ihre Feste nicht im Wohnzimmer oder heimlich hinter verschlossenen Türen an. Ich denke ich arbeite mit einer einfachen Art der Magie ohne Formeln oder hochtrabenden Anrufungen. 

Ich erfreue mich an der Mythologie meiner Umgebung und erzähle gerne Geschichten. Den Pflanzen meines Kulturkreises gebe ich den Vorzug, Ich mixe keine Dinge zusammen, von denen ich meine, dass sie nicht zusammen gehören.  

Meine Rituale und Jahresfeste sind bunt und lustig, bestehen aus Gesang, Trommeln, Tanz und viel weiblicher Eigen Macht und Männlicher Stärke, wenn mal ein Mann anwesend ist. Die Teilnehmerinnen haben Spaß miteinander denn das birgt eine Menge Magie und Kraft. Jedes Ritual ist anders, auch wenn ich alleine arbeite. Auch bei der Magie die ich für andere tu ist das so. Ich schlage nicht in einem Buch voller Zauberanleitungen nach, weil jeder Mensch einen anderen Zauber benötigt und jedes Ritual mit uns selbst wächst.

Mal sind wir kraftvoller, mal lustiger, mal trauriger. Das spiegelt sich in den Festen wieder. Mal benötigt die eine Heilung, mal Kraft. So tanzen wir immer den Tanz der Natur, denn die ist auch nicht immer gleich. Mal ist der Mai warm, mal sogar heiß und ein anderes Jahr gibt es noch leichten Frost, mal ist die Winterwende voller Schnee und mal Frühlingshaft....
und genauso ist die Magie.

Folgendes sollte eine gute Begleiterin / Lehrerin ausmachen:

Du musst selbst suchen, ein Tip oder die Erfahrung einer anderen helfen da wenig. 

Der eine Lehrer ist gut für deine Freundin, aber für dich vielleicht nicht.

Wichtig ist, sei nicht auf der Suche nach einem Heilersatz, denn dann gerätst du an einen Guru statt an eine Lehrer/in.

Prüfe ob die Lehrerin bereit ist, sich auf dich einzustellen und wenn nötig nicht auf ihren Weg starr beharrt.Er oder Sie sollte den Pfadt zwischen lehren und begleiten einhalten.
Ein guter Lehrer sollte das Feld zwischen Nähe und Distanz gut bewältigen. 
Privates hat in einer guten Begleitung nichts zu suchen.
Kein guter Lehrer verlangt Unterwürfigkeit und das Ausschalten des eigenen Denkapparates, eher im Gegenteil, deine Meinung sollte Ihm/ihr wichtig sein.

Wichtig, eine Begleitung sollte keine unmöglichen Kosten verursachen und angebracht sein. Solltest du im Laufe der Zeit einmal Zahlungsschwierigkeiten haben, so ist das für einen guten Lehrer  kein Problem.Lebensentscheidungen triffst du, nicht dein Lehrer! 

Du kannst jeder Zeit das Lehr oder Begleitverhältnis auflösen. 
Ein guter Lehrer/in  akzeptiert das.


Kommentare:

  1. Da sprichst du was an, meine Liebe.
    Mir ist der „hexische Austausch“ im Internet ehrlich gesagt schon länger verleidet, was ich einerseits ein wenig schade finde, andererseits merke ich, brauche ich es einfach nicht mehr, oder nur noch selten.
    Das Internet ist für mich allerdings durchaus echt, es ist für mich ganz einfach eine vieler Möglichkeiten des Seins. Eine vieler Dimensionen des Lebens, die wir erfahren dürfen/können/müssen...
    Aber ich verstehe was du sagen möchtest und ja, jeder sollte seinen eigenen Zugang dazu finden und nicht einfach jemand anderen blind nachahmen.

    Deine Worte sind sehr inspirierend, danke dafür.

    Liebe Grüsse
    Nicky

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  2. Mit deiner Beschreibung sprichst du mir mal wieder aus der Seele. Du hast das Hexesein wunderbar beschrieben, da gibt's nichts mehr hinzuzufügen . Zum Glück ist deine Zuversicht und Kraft zurückgekehrt, deine Spiritualität ist am Fließen, negative Blockaden wie weggeblasen. Dein Text und deine Fotos verbreiten Freude!

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  3. Danke, für die mich gerade sehr inspirierenden Worte.
    Deine Beschreibung passt gerade sehr gut in meine
    Lebensgedanken.

    LG Faraday

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  4. Du beschreibst gerade das,
    was wir beim letzten mal besprochen haben und genau so fühlen.
    Danke Dir!

    LG

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  5. ...das hat mich gerade total an "...kein einfacher Mensch..." erinnert,
    und auch diesmal würde ich Dir wieder eine Rose schenken♥♥♥.....

    Liebe Grüße☼

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  6. Ich würde in allem sofort unterschreiben. Außer dass wir eben nicht alle die gleichen Möglichkeiten einer freien Umgebung in der Natur zum Feiern zur Verfügung haben. Ich glaube es ist besser in den eigenen vier Wänden ein Ritual zu erleben oder auf der Terrasse, wo man ungestört ist und sich gut verbinden kann, als Kilometer weit zu fahren oder auf eine Wiese bzw. in ein Waldstück zu laufen, wo man keine Ruhe vor anderen findet...

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