Donnerstag, 6. Februar 2014

Zugelaufen...

Wie aus dem Nichts heraus, stand er einfach da. Eigentlich wollte ich nur die Post holen und plötzlich kam mir ein mauzendes schmales Etwas entgegen. Sofort rannte er auf mich zu, als hätte er nur auf einen Menschen gewartet. Schon sprang er mir die Beine hoch, schnurrte und umgarnte mich.  Er sah nicht gut aus, die Augen entzündet, das Fell voller Flöhe und nicht kastriert. Ungepflegt und die Ohren zeugten von Kämpfen mit Artgenossen.


Mein Mann starrte ungläubig aus dem Fenster. Was ist das denn und wo kommt es her?! Schienen seinen Augen zu sagen, während ich Achselzuckend da stand und versuchte unsere Katzen von dem Kater fernzuhalten. 

Mein Mann brachte Futter nach draußen und der Kater verschluckte sich daran, so gierig fraß er.
Was sollten wir tun, denn lange würde er bei uns nicht herumstreunen, unsere Katzen sorgten schon dafür. Eine fremde Katze in ihrem Revier??! Ob sie so etwas lange duldeten??


Ich schnappte mir die Kamera um Fotos zu machen und natürlich war ausgerechnet der Akku leer. Vieleicht konnten die Nachbarn helfen. Meine Tochter machte sich auf den Weg,  während ich unsere Nachbarn vom gegenüberliegenden Breeweg anrief. Nein, so einen Kater kannten sie nicht und auch das Töchterchen kam zurück und schüttelte den Kopf.

Somit rief ich den Tierschutz an. Ein netter Herr nahm ab und sagte sie wollen sich bemühen das Tier abzuholen, um es unterzubringen. Wir sollten es vielleicht zu seiner Sicherheit einsperren.

Wie gut, das das Seminarhaus dafür in Frage kam. Es war überhaupt kein Problem, das Katerchen dort hineinzubekommen, freiwillig ging er mit hinein. Bekam nochmals fressen und einen Karton zum Schlafen. Ein Katzenkloo stellten wir ihm auch hin. Seltsamerweise legte er sich gleich in den Karton um dann zu schlafen. Absolut un-gestresst, ja eher dankbar-
Die Nacht verlief ruhig und am Morgen begrüßte uns unser Gast verschmust wie immer. Am Mittag meldete sich eine Dame vom Tierschutz und fragte, ob es möglich wäre, das der Kater vielleicht noch bis Montag( heute war Donnerstag) bei  uns bleiben könne, allerdings nur, wenn sie keinen Termin beim Tierarzt bekomme.

Naja...eigentlich wollten wir anfangen den Seminarbereich zu tapezieren, aber das Kätzlein geht vor und so sagte ich der Dame am Telefon, das es nicht Problematisch wäre, ihn noch bei uns zu lassen. Sie wolle sich wieder melden auch solle ich mir Gedanken machen, ob er vielleicht nach der Kastration und dem Tierarzt Check bei uns bleiben sollte.

Meeuw ( so nennen wir den Kater , das ist nordisch und heißt Möwe, weil er genauso klingt, wenn er mauzt) ist zwar ein unglaublich tolles Tier, aber ich habe bedenken das unsere anderen Katzen  das nicht dulden. Oder war es einen Versuch wert??! Das war das Thema der Familien Diskussion. Noch einen Fresser mehr?

Nochmaliger Anruf der Dame vom Tierschutz, ob wir das Tier am Freitagnachmittag zum Tierarzt fahren könnten, um ihn dort abzugeben, damit er kastriert und tätowiert wird. Auch wird er komplett auf den Kater Kopf gestellt. Er ist ja auch total verloht. Naja...die Frage kam auf, ob wir ihn als Pflegestelle behalten wollen und was soll ich sagen...natürlich sagten wir zu.

Immer in der Voraussetzung, das unsere Tiere sich mit ihm vertragen. Meeuw (ausgesprochen Mieu) wird auch seinen Namen behalten. Es wird  eine Herausforderung für uns, ihn an die anderen zu gewöhnen und es kann immer sein, das er, wenn er wieder nach draußen kommt, einfach wieder verschwindet...allerdings macht er so ausgeglichen und dankbar wie er ist, so gar keinen Eindruck eines Katzen Freigeistes, eher im Gegenteil.

Morgen geht es also zur Kastration und danach muss er vom Bad im Seminarhaus umziehen in das Gästezimmer, wo es wärmer ist. Da kann er sich dann eingewöhnen.
Dann wird es nochmal aufregend....ich werde berichten!