Freitag, 3. Januar 2014

Goldmarie und Pechmarie....


Wer kennt nicht das Mächen von der Goldmarie, die in den Brunnen fällt, die hilfsbereit und fleißig ist, dazu noch ehrlich. Sie wird am Ende mit Gold belohnt und hat darauf hin, immer Glück im Leben. Da kommt "die arme " Pechmarie ins Spiel...

Sie sieht sich die Goldmarie gut an. Aber der Neid nagt an ihr. Warum haben immer nur andere Glück und nicht sie?!

Sie ist sich nicht bewusst, das Neid schwarze Magie ist, die gerne noch von anderen geschürt wird. In diesem Fall ihrer Mutter. Die ihr immer wieder sagt: Schau dir die Goldmarie an, das was die kann, das kannst du doch schon lange!
Und die Pechmarie, will endlich auch mal Glück im Leben haben und sieht darin eine Berechtigung, den Weg der Goldmarie zu folgen. Sie will auch das machen, was die Goldmarie macht, um so glücklich zu sein. 
Wer könnte es der Pechmarie verdenken?!

Sie springt absichtlich in den Brunnen, verletzt sich vorher noch , weil es ja genauso sein muss. Sie rennt wie besessen zu Frau Holle, achtet dabei nicht auf Brot oder Apfel, sondern will nur ganz schnell zu ihrem Ziel gelangen. 
Aber auch bei der Holle bemerkt sie, dass es doch so einfach nicht ist, wie sie dachte  und will auch dort die Sache abkürzen. Sie will wieder nach Hause, dürstet nach Anerkennung oder gar Ruhm, sie will die Goldmarie übertrumpfen und so wird die Goldmarie zu ihrem Feindbild. Sie macht alles was die andere auch tat. 

Aber am  Ende kennen wir ihre Bestrafung.

Warum hat die Pechmarie die "Arschkarte im Leben" gezogen?! Warum hat sie kein Glück damit? Denn vorher, wie nachher, wird sie immer auf die Nase fallen und nie das Ernten, was die Goldmarie vor ihr mit ihrer Hände Arbeit gesät hat.

Nun, die Pechmarie sieht nur das oberflächliche, die schönen Dinge, die der  Goldmarie zugestoßen sind, das vermeintlich gute Leben, den Wohlstand, das Haus, den Erfolg  u.s.w.

Dass die Goldmarie in ihrer Vergangenheit lange  arbeiten musste unter ganz schlechten Bedingungen, von der Stiefmutter verspottet und ausgelacht, wobei sie sich dann eher zufällig an der Spindel sticht, die ihr dann noch in den Brunnen fällt, das alles ist der Pechmarie überhaupt nicht bewusst. 

Und der Goldmarie bleibt nichts anderes übrig, als in ihrer Verzweiflung, zu springen. Das kostete eine Menge Mut. Dabei war sie noch voller Angst, weil sie nicht wusste, was sie erwartete.
All das hat die Pechmarie übersehen oder wollte es nicht sehen, all die Mühe der vielen Jahre. 
Der Weg von der Wiese, auf der sich die Goldmarie befand, bis zum Apfelbaum, war sehr lang und vor allem; es gab keinen vorgetretenen Pfad! Sie musste lange suchen, um sich einen Weg zu ebnen.
Und sie hätte den  Baum auch fast nicht gesehen, aber sie hörte die Äpfel rufen. Die Goldmarie folgte ihrer inneren Stimme. Und dieser Spirit brachte sie darauf, die Äpfel zu pflücken. Danach setzte sie ihren langen Weg fort. Der Ofen mit dem Leib Brot darin ,war die zweite Station auf ihrer langen Reise, deren Ende die Goldmarie nicht kannte .Ganz langsam und mit viel bedacht, wählte sie weiter ihren Weg.

Respektvoll nahm sie das Brot aus dem Ofen, damit es  nicht verbrannte. So wanderte sie weiter und weiter. Dann kam sie zur Holle und da die Göttin furchterregend aussah, musste die Goldmarie sich sehr überwinden, um dieser Frau zu vertrauen.

Die Schwelle zum Haus zu übertretenen, war eine Überwindung ihrer Angst. Aber mir der Zeit arbeitete sie gerne für sie und Frau Holle gab ihr immer mehr Aufgaben an denen sie wachsen konnte. Und sie vertraute der Göttin Jahr um Jahr mehr.

Sie klagte kaum und erst nach langen Jahren lernte Frau Holle und die Goldmarie  sich besser kennen. Denn die Goldmarie erzählte erst spät über ihr Mühsames Leben im Haus der Stiefmutter. Sie trug ihre Last nie vor sich her und war immer bescheiden, demütig und sehr dankbar.

Irgendwann, nach Jahren war die Goldmarie soweit und trat wieder in die Welt der Menschen ein.  Von da an hatte sie ein gutes Leben, das sie sich selbst erarbeitet hatte. Sie wurde mit Gold aufgewogen und lebte glücklich und zufrieden.

Wobei mit Gold wahrscheinlich nicht unbedingt das Materielle gemeint worden ist, sondern eher das Lebensglück im Allgemeinen. Sie war jetzt ein Glückskind und alles was sie sich vornahm, das gelang ihr auch. Von Frau Holle gesegnet.
Die Pechmarie sprang, weil sie so sein wollte wie diese Glücks Marie. Sie rannte den Weg entlang, die Schritte der Goldmarie waren noch sichtbar, sie folgte nicht ihren eigenen Weg. Sie wanderte nicht, sie rannte, sie wollte zum vermeintlichen Ziel, der Göttin. Ab und zu versuchte sie einen eigenen Weg zu finden, aber immer wenn sie die Fußspuren ihrer Vorgängerin nicht mehr sah, wurde sie unsicher. Das ging ihr einfach nicht schnell genug!

Dabei sah sie den Apfelbaum, weil er ihr fast im Weg stand,  aber die Stimmen der Früchte, die hörte sie nicht. Es war kein Spirit da, der sie leitete, kein Vertrauen.Vieleicht riss sie ein paar Äpfel davon ab, weil sie das von den Erzählungen der Goldmarie gehört hatte, aber es war nur halbherzig.

(Wie sagte mein großes Vorbild W.D Storl noch so schön: ..“ Sie war eine Esoterikerin, und die wusste bekanntlich schon alles, weil sie das mal irgendwo gelesen  hatte...)
Sie wollte unbedingt das Gold und das Gute Schicksal, denn sonst wäre sie ja nicht hier!

Sie rannte weiter ,immer der Meinung, dass das, was sie tut, schon so richtig ist. Beim Brot verbrannte sie sich die Finger und holte es nur verkohlt aus dem Ofen heraus.Weder war es so schön, wie bei der Goldmarie, noch war es essbar. Kein Spirit war darin.

Sie aber störte das nicht, Hauptsache sie tat selbiges wie ihre Vorgängerin, das Ergebnis war nicht ganz so wichtig. Und weiter ging es, im Laufschritt zur Frau Holle.

Da sie von der Goldmarie ja einiges von dem kommenden Ablauf wusste, die Goldmarie hatte ja erzählt, oder vielleicht hatte sie sogar ein Buch drüber geschrieben, war die  Pechmarie schon darauf vorbereitet, wie die Holle aussah und die Angst war somit nicht da. Sie trat ohne Zögern in die Fußspuren der Goldmarie.

Aber sie tat ihre aufgetragenen Arbeiten anders, denn sie wollte ja kein Abklatsch von ihrer Schwester sein, ihren eigenen Weg gehen. Da ist soweit nichts auszusetzen dran, dachte auch Frau Holle. Aber sie  hatte keine Lust, Jahrelang bei dieser alten grässlichen zu Frau bleiben und so tat sie die Arbeit schneller und oberflächlicher.

Sie wollte ihre „Ausbildung“ oder den Weg zum Glück  ein wenig beschleunigen, sah sie doch immer mal von oben, was die Goldmarie auf der Erde schon wieder alles erreicht hatte. Und so machte sie dann doch das ein oder andere genauso wie sie es von der Goldmarie gehört hatte, ging auch schneller als etwas eigenes zu erfinden.

Aber wo es bei der Goldmarie stark geschneit hatte, weil sie ihre ganze Kraft und Energie beim Kissenschütteln gegeben hatte, da brachte die Pechmarie nur kleine Flöckchen zu Stande. Die Goldmarie hatte beim Schütteln der Kissen  gesungen, das wusste die Pechmagie aber nicht. Denn viele Kleinigkeiten hatte die Goldmarie nicht erzählt oder aufgeschrieben.

Und auch die Spiegel im Haus waren lang nicht so sauber, wie bei der Goldmarie. Weil die Goldmarie mit den Spiegel sprach, auch das wusste die Pechmarie nicht.

So wurde Frau Holle ihr schnell überdrüssig. Die Geheimnisse des Lebens, die echten Magischen Rituale, die bekam die Pechmarie erst gar nicht mit auf ihren Weg, zu  ungeduldig war sie, endlich das Gold zu erhalten und damit auch Glücklich zu werden. Nein, das reichte ihr schonlängst nicht mehr, sie wollte die Goldmarie noch damit zu übertrumpfen.

Was sie bekam...wir wissen es alle.

Ursache und Wirkung eben. Ein Abklatsch bleibt eine geraubte Idee, ohne Seele. Ohne Opfer und ohne Fleiß geht’s nicht im Leben. Man kann nichts beschleunigen, was mit einem Lernprozess zu tun hat.
Die Pechmarie hätte ihr Leben umstrukturieren sollen, anstatt etwas nachzuahmen, von dem sie nicht in der Lage war, es zu verstehen.Man kann niemand anderer sein und man kann keine Lebenserfahrungen und Lernerfahrungen einfach abkürzen. 

(Auch wenn manch eine/r der Meinung ist, schon alles zu wissen und zu können...)

Und wir sollten nie vergessen das jede/r von uns seinen ganz eigenen Weg zu finden hat...wie gut wir diesen gehen, liegt immer an uns . Wie wir mit Situationen , Menschen, Tieren, der Natur und uns umgehen, spiegel das wieder, was wir darauf hin zurück erhalten. 
Aber wenn wir ehrlich sind, haben wir alle mal ein wenig der
Pechmarie, wie auch der Glücksmarie in uns...





Kommentare:

  1. Das ist mein absolutes Lieblingsmärchen. Nun ist es für mich sehr interessant Deine Interpretation zu lesen. Danke für diese Gedanken.
    Ich wünsche Dir ein gutes neues Jahr in Deiner neuen Heimat.
    L.G. Marie

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  2. Wahre Worte, liebe Elster. Danke fürs Teilen,
    Liebe Grüsse
    Nicky

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