Dienstag, 21. Januar 2014

Besuch bei den alten Wurzeln...



Es ist kalt geworden  in Butjadingen, heute ist es hier oben sehr winterlich. Dennoch bin ich froh, nach dem  Ausflug am Sonntag, in die alte Heimat, wieder hier zu sein.

Fast ein Jahr war ich nun nicht mehr in Berghofen, eigentlich hatte sich nichts verändert und das Wetter war unglaublich gut, für einen Sonntag Mitten im Januar.

Ich war mit gemischten Gefühlen hin gefahren. Mein Platz hatte mich gerufen. Und so verbrachte ich drei Stunden auf dem Ahninnenhügel. 
So vertrraut war alles, als wäre ich nicht fort, allerdings hatte jemand die Blätter entfernt, versucht den Steinkreis zu erneuern und eine Grablampe dort oben hingestellt, die noch brannte. Es musste noch nicht allzulange her sein, das Licht war noch nicht weit herunter gebrannt. Es war wie eine kleine Begrüßung für mich: Sie her,  es wird sich gekümmert. 

Was mir auffiehl, war ein großer Baumstamm, der quer in Süd Östlkicher Richtung lang. Den entsorgte ich umgehend, er blockierte die Energie dieses Ortes irgendwie. Ich erfuhr wenig später, das meine liebe Tina das war und das wunderte mich nicht, die gute Seele!

Der Ort begrüßte mich freundlich.
Ich nahm meine mitgebarchten Opfergaben heraus und sofort war wieder diese heilige Energie da. Räuchernd setzte ich mich an meinem Baum , obwohl es doch recht kalt war. Ich sah wie die Sonne wanderte und im Hintergrund zählte ich die vielen Menschen, die schon am frühen morgen im Wald unterwegs waren.

Nein, als ich vor etwa fünfzehn Jahren, diesen Ort fand, da war ich sehr oft stundenlang  alleine, jetzt aber kam fast minütlich jemand den Weg hinauf oder joggte den Pfadt hinuter. Menschen pfiffen und brüllten nach ihren nicht angeleinten Hunden. Für einen Sonntag Morgen war es doch sehr laut. 

Zusätzlich hatte man die Bäume, die alten Buchen , an der nahen Strasse gefällt,so das der Strassenlärm unaufhörlich durch den Wald rauschte. Auch das war früher nicht so, das alte Haus , was an der Strasse stand, welches abgerissen wurde und die vielen Bäume, die ehemals hier standen, hatten den größten Teil des Lärmes genommen.Die vielen Hollabüsche hatten damals alles gut geschützt. All das gibt es nicht mehr.
Aber auch in den letzen Jahren gab es immer hier ruhige Phasen , jetzt aber , war es nur noch laut.
Ich denke auch, es wird nicht besser werden, eher noch schlimmer. Der Wald stirbt ganz langsam, das fühle und sehe ich. Vor etwa zehn Jahren legte ich einen Eid ab, das ich gehen würde, weil ich nicht ertragen kann, das dieser Wald stibt. Ich habe das Versprechen eingehalten, denn was da passiert, das ist nicht schön!

Als ich  diesen Ort fand, oder besser gesagt, der Ort mich. Da befreite ich ihn von Laub, Ästen und Gestrübb. Fand einen Steinkreis, einen Hügel und bekam Visionen aus einer anderen Zeit, aus einem anderem Leben. Der Clan war da, die Sippe klar vor meinen Augen. Hier kam ich her, hier war ich und legte den Schwur ab.
Selbst die hiesige Stadt Aächologin musste mich fragen und ich zeigte ihr den Platz. 
Als ich damals hier oben anfing, gab es massenweise Mosse, Farne und Fingerhut. Wunderschön war es. Im Hintergrund viele dichte Hollerbüsche, Ilex und einen  Weidenzaun, dahinter nur Wiese und ein altes Haus im Hintergrund. Die Hauptstrasse, tief unten , machte noch einen Bogen und nur ab und zu hörte man sie durch den Wald. Es war ein verwunschener Ort. 
Jetzt ist die Strasse begradigt, der Berg aufgeschüttet, das Haus gibt es nicht mehr. Die Weide wurde zur genutzten Koppel mit Pferdeweg und der Zaun wurde so mit Draht verstärkt, das kaum ein Tier dort mehr duchkommt. Die Strasse verbreitert und ein Teil des Waldes  deswegen abgeholzt. Ich habe mich vor vielen Jahren schon verabschiedet, das wurde mir gestern noch mals richtig deutlich.
Die Bauarbeiten damals waren ein emotinaler Schock fürmich. Ich bin dankbar das ich diesen Platz noch anders erleben durfte.
Aber trotz allem, ich genoss die Zeit, hatte aber Angst, das ich Wehmut oder auch Trauer empfinden würde, schließlich sind genau hier meine Wurzeln. Nein, es war nicht so. Nach einer Weile bekam ich Kontakt, das Räucherwerk zog wieder seine Kreise und ich konnte mich auf den Ort ganz einlassen. 

Es war ein, sagen wir mal,  neutrales Gefühl. Mir ist sehr deutlich, das dieser Platz immer ein Teil von mir sein wird, ein alter Teil. Der Anfang meines Weges, an dem ich ab und an zurück kehre, um hallo zu sagen. Nicht mehr und nicht weniger.



Traurig, nein , das war ich nicht. Es war alles gut. Jede Entscheidung, die ich an diesem Platz gefällt hatte, jedes Emotionale Scheitern, brachte mich aber letztenendes dahin,wo ich heute bin. Es musste genau so sein, wie es jetzt ist.

Ich brachte die Meerenergie mit, und durfte dafür die Kraft des Platzes in Form meines alten Mittelsteines und andere Steine hierher mitnehmen. Und auch das Licht nahm ich mit, als Andenken und guten Wunsch der lieben Tina.


Nach fast drei Stunden wurde  ich von meinem Mann abgeholt. 
Einer EIngebung folgend nahm ich den Mittelstein, der immer noch die verwitterte Rune von mir trug, und steckte ihn in meinen Rucksack. Dann folgten noch weiter Steine und auch das Licht, welches auf dem Grab gebrannt hatte. Ich verband so ein Stück altem Weg, mit einem neuen Weg.
Ich denke, deswegen war ich auch dort....
Als ich das Haus betrat, in dem ich zwanzig Jahre lang gewohnt hatte, spührte ich in mich hinein. Würde ich etwas empfinden ? 
Meine Tochter und auch mein Mann sagten, es wäre ein „komisches Gefühl“ das hier jetzt andere Menschen wohnen. Ich muss leider sagen; mir war es egal! Ich habe und hatte nie eine Bindung zu diesem Haus. Ich freue mich, das die junge Familie sich dort wohl fühlt, sie kann all das tun, was ich nicht tun konnte bzw. nicht durfte. Und alleine das ist toll!
Nach dem Besuch bei unserem Enkel, wo wir alle unsere Kinder wieder sahen , machten wir uns, mit Motorrad auf dem Hänger, wieder auf , zurück an die  Küste. Mein Mann strahlte, denn nun ist auch sein Motorrad da, wo es hingehört. Und als wir von der A1 auf die A29 fuhren und die Huntebrücke hinter uns liesen, da jubelte er: Bald sind wir wieder zu Hause, den Göttern sei Dank!

Und nun gibt es auf dem Hexenhof die Steine vom Ahninnen Platz, was mich besondres freut.





Kommentare:

  1. Hallo,
    Ich liebe deinen Blog. Doch heute hast du etwas geschrieben das mich als Archäologie Studentin zutiefst getroffen hat - bis ich merkte das du von deiner eigenen Steinsetzung geredet hast. Aber es gibt leider genug Leute die aus prähistorischen Steinsetzungen Findlinge für den Garten gewinnen. Vielen Dank für das einschalten der Stadtarchäologie - die Dame leistete wirklich erstaunliches und verdient jede Art von Unterstützung.
    Lg Malin

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    1. Hallo meine Liebe,
      es handelt sich bei meinem platz um ein Hügelgrab und nicht um ein Hühnengrab, ersteres hat ja bekanntlich keine Steinsetzungen. Als ich damals diesen Ort wiederfand war um den kleinen unscheinbaren Platz ein Kreis aus Steinen gelegt worden. Ich fragte die Aächologin danach und sie wusste von nichts, es stand nichts in ihren Aufzeichnungen darüber ( waren vor 1920) , wenn es gewesen wäre oder ihre Kollegen dieses zur Makierung gelegt hätten, dann wäre es schriftlich bekundet. Also erlaubte ich mir, diesen Steinkreis zu reparieren und noch eine Mitte hinzuzufügen. Im Leben würde ich nichts von einem Bodendenkmal mitnehmen oder es zerstören, deshalb halte ich diesen Ort so gut es geht geheim, was aber leider der Geschichtsverein meines Ortes nicht getan hat. Die sind im Jahre 2005 mit über 100 Leuten darum gewandert...das war nicht so schön aber von der Behörde abgesegnet worden...es gibt dort noch weitere Gräber, dessen Standorte ich kenne, als ich das der Aächologin erzählte, war sie total schockiert, das ich das wusste. Sie erzählte mir, das die Standorte nicht preis gegeben werden und konnte gar nicht glauben, das ich die gefunden hatte....naja...die Dame ist halt nicht vertraut mit Schamanischer arbeit:)

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    2. Hi,
      Ja, der Fehler kam vom Schreibprogramm:)
      Ich werde deinen Blog auch weiterhin verfolgen.
      Lg Malin

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  2. Ich könnte heulen bei dem was du schreibst,
    wir wohnen direckt an einem Wasserwerk, drum rum ist ein kleines wäldichen viele leute gehen dort spazieren mit ihren hunden, meine tochter und ich auch es war auch immer schön bis jetzt, jetzt liegt überall müll
    Flaschen,PC Monitore, Regenschirme ja sogar eine benutze Damenbinde haben wir gefunden,
    meine Tochter ist 5 jahre und ich bring ihr bei ihren müll wieder mit nachhause zu nehemen und ihn zuhause weg zu schmeißen, ich weiß nicht warum andere das nicht machen können, traurig ist sowas....
    ich hatte mir schon überlegt selbst aufzuräumen ich glaube das werde ich auch machen, ich liebe diesen kleinen wald ich weiß auch nicht warum...

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  3. Hallo Minerva, beim Lesen deines Berichtes bekam ich Gänsehaut. Wie gut, dass du doch zu diesem Platz gegangen bist. Es ist dort eine gigantische Energie vorhanden, ich kann sie direkt spüren. Deine Fotos sind wie immer himmlisch!! Danke für den Bericht. Liebe Hexengrüsse

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