Donnerstag, 5. Dezember 2013

Sturmtagebuch Xaver vom 5.Dezember

 8.00  Uhr: 
Ich hole die Zeitung herein, heute recht spät, da unsere Tochter Schulfrei hat. Sturmfrei. Xava wird angekündigt als ein Sturm, heftiger als 1962. Damals hat so ein Sturm Brake und Nordenham Unterwasser gesetzt. Draußen ist es mild und nur leicht windig. Kaum zu glauben, dass es nachher losgehen soll. 

Die ganze Küste entlang sind die Menschen angespannt, hier ist jede Schule geschlossen und viele sind zu Hause geblieben.  
Ich lass die Katzen nach draußen. Nach einer kurzen Pipi Runde sind alle nach einer halben Stunde wieder im Haus. Katzenklappen für heute zu. Niemand verlässt mehr das Haus! Aus die Maus!


9.30 Uhr 
beim Einkaufen im Netto ist es doch recht voll. De Unterhaltungen der Frauen drehen sich ausschließlich nur um den Orkan. Ob alles gut vertäut ist? Ob der Mann heute Nach aufm Deich muss? Sind die Tiere im Stall? …

Wortfetzen bekommen besondere Gänsehaut Bedeutungen…eine alte Frau hat ihren Einkaufswagen voll mit Dosen und Kerzen, sie unterhält sich mit einer jungen. Vorsichtshalber höre ich die Alte sage, während die Junge breit grinsend mit dem Kopf schüttelt. Nein, die Deiche halten, was anderes käme nicht in Frage. Meine Nackenhaare stellen sich hoch, aber Angst, nein die habe ich nicht. Eher so etwas wie Faszination  vor dem Unbekannten, macht sich bei mir breit.

10.15 Uhr 
wir sind am Deich unterwegs um mal zu schauen. Es ist Ebbe und alles ist friedlich. Nichts los hier. Wir machen uns auf den Rückweg zum Hof.

11.00 Uhr 
der Wind pfeift nun schon ganz schön ums Haus. Im Radio gibt es nun jede halbe Stunde eine Info zum Hochwasser. Warnungen werden ausgesprochen nicht das Haus zu verlassen. Ich rufe die Zahnärztin meiner Tochter ab um den Termin für heute zu verschieben. 

12.50 Uhr
 Uhr der Luftdruck fällt, jetzt wird es fies draußen. Nicht nur das es stürmt, nein es regnet auch noch ganz gewaltig. Und der Wind drückt den Regen direkt gegen die Fenster.

15.00 Uhr 
wir fahren zum Hafen um zu schauen, ganz langsam am Deich entlang ist das machbar. Viele Autos und Menschen sehen wir, mehr als sonst, bei so einem Wetter. Alles Einheimische. Auch sie wollen sehen, was der Blanke Hans so vorhat. Wir kommen genau zu dem Zeitpunkt, als die Fluttore im Hafen geschlossen werden. Land unter. 

Lange können wir hier oben nicht stehen, zu sehr peitscht der Sturm, es tut richtig im Gesicht weh. Wir fahren wieder zum Hof. 

15.30 Uhr:
Das erste Sturmopfer ist zu beklagen, einen noch jungen Baum hats auf dem Hof zerissen. Brennholz.

16.00 Uhr 
es ist dunkel, schon um diese Zeit. Unglaublich. Ein Unwetter zieht auf und es Blitzt. Dann stellen wir fest, das in der Küche die Wand und der Boden nass ist, die Fenster werden undicht. Und die ganze Vordere Seite der Fenster zieht ebenfalls nach. Mit Tüchern bewaffnet tauschen wir knapp vierzig Minuten aus und schauen, das das Wasser das Laminat nicht aufschwemmt. ..wenn das heute Nacht auch so wird…


17.10 Uhr
der Regen hat nachgelassen und weniger Wasser dringt ein. Hoffentlich bleibt es so. Aber dennoch müssen wir wohl heute Nacht etwa jede zwei Stunden raus um den Hof zu kontrollieren. Bei dem Sturm und Getöse werde ich eh nicht tief schlafen können.

17.30 Uhr
 überall rumort es jetzt hier. Ausnahmsweise habe ich den Fernseher an, weil ich keine Ruhe zum Lesen habe. Das Internet funktioniert nur mäßig bis schlecht. Post abholen geht gar nicht, nur Facebook scheint recht gut zu laufen. Woran das wohl liegt..?? 

17.40 Uhr ..Naja ich schreibe das Tagebuch hier , weil momentan eh nichts zu tun ist. Wobei ich schon wieder den Regen höre, der an die Fenster prasselt und weis, der Wind hat sich wieder gedreht...scheisse! Das heist es kann wieder ins Haus laufen...

17.50 Uhr 
es wird stürmischer ich hoffe das bei uns nicht der Strom ausfallen kann, Kerzen haben wir aber auch genug. Ich werde jetzt einen Tee machen, mich aufs Sofa kuscheln und abwarten...was auch sonst???!!!...Bis dieser verdammte Sturm vorbei ist....

18. 40 Uhr
es blitzt und donnert, die Gewalten scheinen direkt  über uns zu sein. Kurz bekomme ich doch etwas Angst, das hier ist was sehr Elementares. Kein Vergleich zu den popligen Stadtstürmen...
Ich sitze am Computer, für Sekunden  fällt das Netz mal wieder aus und es kracht draußen.

Irgendwas hats umgehaun. Ich kann aber nichts erkennen, gehe auf den Heuboden aber die Ziegel die ich sehen kann, sind heil. Erst im hellen wird sich zeigen, was denn da herunter gekommen ist...

18.50 Uhr
ich sehe wie dramatisch die Lage ist, weil der Wind sich gedreht hat, wie ich vermutet hatte und nun das ablaufende Wasser zurück gedrängt wird und auf das neue Zulaufende Wasser trifft. ( Hab ich so verstanden)  NDR und die ARD berichten in Sondersendungen. Nein, ich habe keine Angst bin eher ein wenig gestresst....mal sehen. Jetzt gibts erst einmal Abendessen!

21.00 Uhr
Der Regen hat sich in Schnee verwandelt und nun befinden wir uns in einem kleinen Schneesturmist merklich kühler geworden. Ich möchte jetzt nicht draußen sein. Und meine Gedanken und Guten Wünsche gehen an die Menschen, die den Deich im Auge behalten und die Nacht hier über immer wieder draußen sind...

21.10 Uhr
Gerade haben wir mitgeteilt bekommen, das in unserem Landkreis auch morgen die Schule ausfällt...meine Tochter freuts!

22.55 Uhr
Ich bin jetzt doch ziemlich müdde, habe den Abend den NDR verfolgt, es soll ab 4 Uhr in Bremerhaven richtig übel werden. Hier schneit es teilweise. Auch die Katzen sind ziemlich unruhig und der Wind ist sehr laut. Jetzt wird es auch noch ziemlich kalt im Haus.
Habe gerade nochmal alle Fenster kontroliert, kein Wasser mehr, da der Wind nun von Nord West rein kommt.

*Danke an alle die an uns denken und hier mitlesen* Gute Nacht!

Sollte etwas dramatisches passieren, werde ich diesen Bericht natürlich aktualisieren, wenn es mir möglich ist!



Kommentare:

  1. Liebe Minerva

    Ich hoffe Ihr übersteht alles gut und es wird nicht all zu schlimm. Ich schicke Euch positive Energie und bin in Gedanken bei Euch.

    Alles Liebe
    Morgaine

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  2. Sonst stille Leserin, möchte ich jetzt doch auch von Herzen wünschen, dass nichts schlimmes geschieht und die Nacht nicht schlimm unruhig wird!

    Viele liebe Gedanken und Wünsche senden wir
    anja und die sterne

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  3. ich drück euch die daumen, daß alles gut ausgeht und ihr alle den sturm gut und gesund übersteht.

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  4. Alles Gute, auf daß Ihr es ohne Schäden herum bekommt!

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