Freitag, 27. Dezember 2013

Mein Jahr 2013

Ich sitze hier am Laptop, auf dem Sofa im Wohnzimmer, ich schaue auf den Garten hinaus und der Wind pfeift wie wild ums Haus. Es scheint die wilde Jagd  im vollen Gange. Während meine Katzen sich genüsslich auf dem Sofa und dem Sessel breit machen, ziehe ich Bilanz.

Wie in jedem Jahr, halte ich inne um Zurückzublicken auf das Jahr 2013....das Jahr 2014 ist noch nicht da, aber schon ziemlich verplant....
Und während ich über das Jahr  nachdenke, bemerke ich, dass es in einem Rutsch an mir vorbei zog und ich frage mich, wo ist es geblieben??!  Viel, was im Allgemeinen auf der Erde passiert ist, ist an mir vorbeigegangen, ich war in diesem Jahr so sehr mit mir selbst beschäftigt und dem Aufbau des neuen Lebens um uns herum. Für Politisches und Weltbewegendes hatte ich kaum Zeit.
Der Januar und Februar waren geprägt von Umzugsvorbereitungen und von der Renovierung unseres Hauses für die neuen Mieter in Dortmund. Mit denen wir wirklich ein Glückslos gezogen haben! Wenn ich an diese süße Familie denke, die in unsere Haus einzog, muss ich immer lachen und es freut mich so sehr, dass wir ihnen diese Möglichkeit geben konnten.
Tja...der Januar...was war da noch so? Natürlich kommt mir sofort der „Brief an einen Freund „ in den Sinn.  Ich hatte damals ganz im Stillen meines Herzens auf eine Reaktion gehofft, aber der Verstand sagte schon, ich solle mir mal nichts vormachen.  Bis heute kam keinerlei Reaktion mehr.
Auch wenn ich Abschied genommen habe, hat das mein Herz nicht und ich hoffe dass er einmal seiner inneren Stimme folgen wird und ich werde vielleicht einmal von ihm hören.
Aber ich bin froh, dass die Geister mir die Möglichkeit gaben, den Brief persönlich zu überbringen. Auch wenn es emotional und spirituell eine harte Zeit mit ihm war, so bin ich froh ihn doch ein Stück weit begleiten zu können. Für mich war es eine Erfahrung, dass es nicht immer toll ist jemanden aus seiner Seelenfamilie zu treffen.


Was war noch im Januar?!
Meine geliebten Bücher musste ich verpacken, darunter war so manches, was fast in Vergessenheit geraten ist, vom Anfang meines Hexenweges...mir wurde klar, wie sehr sich die „neue“ Hexengeneration verändert. 
Dann kam Anfang Februar eine schönes und letztes Imbolc Ritual im Kreise des Drudemunde Clans und die Frage; Wo ist Anne?
Ja, sie hat sich mittlerweile ja glücklicherweise gemeldet und alles hat sich zum Guten entwickelt. Sie besuchte mich später im Jahr auf dem Hexenhof. *Wink an Anne herüber*

Zwischen verkürzten Ladenöffnungszeiten und dem packen fanden wir Zeit uns von dem ein oder andrem Ort zu verabschieden, machten nochmals Waldwanderungen im Schnee. Aber wie immer, wenn es auf drastische Veränderungen in meinem Leben kommt, wurde ich im Februar krank.
Dann ging es Schlag auf Schlag, so dass ich mich heute kaum erinnern , erst die Abschlussfeier im Hexenladen kommt mir wieder in den Sinn. Mit all den freundlichen Gesichtern und auch die Trauer des Abschieds von liebgewonnenen Kunden.
Und die große Bereitschaft danach zu helfen  auszuräumen, verpacken und abzubauen. Das war einfach nur großartig! Da halfen Menschen, die ich eigentlich ja gar nicht kannte und natürlich meine Drudemunde Frauen, die waren auch da und waren so tolle Helferlein. Jörg nicht zu vergessen, der meinem Mann half, die Regale auseinanderzubauen. 

Und dann stand ich da, im Leer Raum des Hexenladens und musste mich von meinem Baby verabschieden, was laufen gelernt hatte und nun flügge wurde. Dann kamen auch die Tränen.
Dann löste ich mich von meinem Platz im Wald, der mir über ein Jahrzehnt Rückzugs- und Ritualort war. Dieser Platz war ich und ich dieser Platz. Als damals die neue Straße gebaut wurde und so dicht die Menschen daran vorbeifahren, starb ich innerlich. Und dieser Ort verlor mehr und mehr seine Kraft.
Und dann, Ende März , zog ich zur Küste. Zehn Tage waren meine Tochter und ich allein auf dem  Hof. Es waren zehn harte Tage, die in meiner Erinnerung so gut wie nicht mehr da sind. Wir mussten mit dem Haupthaus fertig sein, bis das Umzugsunternehmen kam. Das war schon irre. Streichen, renovieren, aufbauen...meine Eltern halfen, so gut sie konnten. Und meine Tochter musste in eine neue Schule.
Und dann kamen viele Dinge, Verwurzelungen, erste Rituale und magische Arbeiten, Beheimatungen, Menschen die wir kennenlernten und  so viel mehr.  Sedna ist seit dem meine Begleitung am Wasser....
Die Eröffnung des Hofladens, eigentlich viel zu früh, ist mir noch in Erinnerung. Aber nichts war wirklich fertig und ist es ja bis zum heutigen Zeitpunkt nicht.
Das Tipi, was Monate benötigte, weil Holz hier oben knapp ist und die Stämme fehlten. Das Seminarhaus, was jetzt im Rohzustand ist.

Immer wieder brachte mir der Hof neue kreative Schübe, neue Ideen und Gedanken. Er brachte auch Ameisenstraßen im Küchenschrank, auf der Arbeitsplatte und auf dem Fußboden. 
Schwarze Käfer im Flur und Millionen von kleinen Eintagsfliegen an einem Sommerabend.. Ein Marder auf dem Dachboden, Fledermäuse in den Weiden und eine Eule in der Tenne. Rehe und Greifvögel in unmittelbarer Nähe.
 
 Leben in der Natur,  daran muss man sich erst gewöhnen.
Aber alles zog sich weiter hin als gedacht und das liebe Geld wurde knapp, bis kaum etwas des Ersparten mehr da war. Der Kredit ausgereizt. Keinen Kauf im Online Shop. Der Hofladen lief mäßig.

Es gab eine Zeit der Ängste, einen Autounfall beispielsweise, glücklicherweise ist weder meinem Mann noch meiner Tochter, noch der Fahrerin des anderen Wagens, etwas Schlimmes passiert. Dann verhob sich mein Partner und wir dachten kurz es wäre ein Bandscheibenvorfall, das wäre mehr als ungut gewesen. Aber dank meiner energetischen Ausbildung und viel Beinwell wurde alles wieder gut...phhhhuuu... das war der absolute Tiefpunkt. 
Wir machten Werbung, einfache Beschilderungen, nahmen Teil am Kunstprojekt der Gezeiten Wochen. Es wurde im Hofladen besser, die Touristen fanden zu uns. Auch wurde uns hier geholfen. Eingach so...
Die Sommermonate waren mit den Kindergruppen und Touristen einfach toll und erkenntnisreich. Ich habe viel gelernt über Urlauber und die Wichtigkeit Grenzen zu setzten. Überhaupt habe ich vieles hinterfragt, vor allem mich selbst.


Es gab so viele Naturerlebnisse, wie ich sie sonst nie hatte und eine Verbindung die man nur verstehen lernt, wenn man selbst so weit draußen wohnt, wie wir es tun.
Viele kreative Eingebungen, wie der Sorgenbaum und das Göttinnenprojekt folgten und so manches mehr, was ich im Jahr 2014 verwirlichen werde. Auch mit der ein oder anderen Gruppe sicherlich.
Im Herbst kam ein sehr lieber Besuch für eine Woche nach Tossens. Eine meiner Clanfrauen mit Mann und Hund.
 Ach, wir hatten viel Spaß und es war so schön. Im Moor auf dem Hexentanzplatz. Wo auch sonst?
Das tat uns wirklich gut. Das gemeinsame Erlebnis mit der kleinen Katze, die wir auf unserem Ausflug fanden und die Aufregung darum, das habe ich nicht vergessen.


Mit ihr brachte ich die gesammelten Fahnen des Göttinnen Projektes an und hoffe, das ihr Leser/innen mir noch viele mehr schicken werdet!

Als die Freunde fuhren, kam mein Geburtstag und eines der schlimmsten Wochenenden überhaupt. Ich verlor eine Hexenschwester, Wegbegleiterin  und Freundin. Was sich  lange Zeit vorher schon angekündigt hatte, bestätigte sich leider. Ich wollte es nur nicht sehen. Ich werde unsere gemeinsame Zeit nicht vergessen. Das war die Stunde der Kali.

Nach einem sehr dunklen November brachte der Dezember einige Shop Bestellungen und ich hatte die Möglichkeit zumindest ein paar kleine Geschenke zu kaufen. Wir konnten neue Flyer bestellen und verkauften unsere" Luxusartikel", wie Fotoapparat und Vorwerk Staubsauger.


Ganz, ganz langsam wurde es  wieder Licht, wie auch die Dunkelheit ein Ende haben wird. Mein Mann sah sich nach einer Arbeitsstelle um , bewarb sich als Hausmeister in einem großen Ferienpark im nahen Burhave und bekam den Job. Und statt im Frühling, schon ab dem 1. Dezember.
Was für eine Hilfe für uns!
Eine Anfrage für einen Vortrag von einer Frauengruppe kam herein. Was mich sehr aufmunterte.


So geht der Umbau des Seminarhauses langsam von statten, aber er ist gesichert, so dass ich die erste Anmeldung für den Göttinnen Workshop nun erhalten habe. Auch sind wir dabei, für die kommende Saison die Beschilderungen besser zu machen und haben so einige Pläne.

Zwei Stürme haben wir schon im ersten Jahr miterlebt. Xawa , Xaver? War, der Göttin sei Dank, nicht so schlimm, wie angekündigt. Dennoch, wenn man so wohnt wie wir, wo kein Haus drum herum ist, nichts was schützt, war es ein wirklich Elementares Erlebnis. 

Und immer mehr und immer neu, lerne ich meine Umgebung kennen und bin trotz aller Strapazen dankbar hier leben zu können. Dort wo andere Urlaub machen. Und die Natur unmittelbar und echt erleben zu können.

Meine Tochter hat die denkbar beste Schule und ist wirklich glücklich hier oben. Natürlich ist die alte Bindung nach Dortmund da, was aber auch absolut Ok ist. Schließlich leben dort unsere anderen Kinder und die Oma.
Und sie auf dem Weihnachtskonzert ihrer Schule so strahlend auf der Bühne zu sehen, da schlug das Mutter Herz schon höher. Die Göttin zeigt und immer wieder ihren Weg,  der momentan oft sehr steinig ist, aber immer wieder erhalten wir auch kleine Hilfestellungen dabei. 
Ich blicke in eine ungewisse Zukunft, träume aber davon mit Menschen am Feuer zu trommeln, Geschichten und meine Erfahrungen weiter zu geben. Hilfestellungen zu leisten. Gruppen und Frauenrituale am Meer zu gestalten, Handfastings auf dem Hof zu zelebrieren und noch viel mehr.

Fast zwanig Jahre Erfahrungen wollen nun weiter gegeben werden...mal sehen was 2014 wartet...

Kommentare:

  1. Liebe Minerva, das hast du so schön geschrieben und die Handstulpen stehen dir ausgezeichnet "zwinker".
    Beim Lesen deiner Zeilen bin ich noch einmal mit euch durch 2013 gewandert und freue mich, dass wir an
    eurem neuen Lebensabschnitt teilhaben durften, wir haben die gemeinsame Zeit sehr genossen......
    Auch ich habe in diesen Tagen, wo die wilde Jagd um unseren Hof zieht und die Bäume nur so ächzen und stöhnen lässt , Jahresresümee gehalten, bin durch die Monate gezogen und habe festgestellt, dass dieses Jahr genau zweigeteilt war. Das erste Halbjahr war mit Trauer, Sorgen und Krankheit belastet, aber dann wandelte sich alles in Glück, Neuanfänge, Gesundheit und Freude. Mich durchströmt eine tiefe Dankbarkeit und voller Zuversicht schaue ich dem Neuen Jahr entgegen. Ich freue mich auf ein Wiedersehen mit euch und gemeinsamen Trommeln und guten Gesprächen am Feuer........Ich umarm euch, Kerstin (und natürlich der Jörg)
    ,

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  2. Liebe Minerva,
    ich bin eine meist stumme Mitleserin seit ca.2 Jahren.
    Ich möchte dir heute einfach mal sagen, dass ich deinen/euren Mut und deine Stärke bewundere! So ein Neuanfang ist seh mutig!!
    Ich beschäftige mich erst seit ein paar Jahren mit matriachalen und esoterischen Wegen und bin da auch nicht sehr mutig, da ich immer die Befürchtung habe an Menschen zu geraten die Suchende nur in die Irre führen wollen und Abzocken wollen!
    Leider bin ich seit letztem Jahr nicht in der Lage mal bei dir vorbei zu kommen- aber ich bekomme immer wieder Anstöße durch deinen Blog und bei Facebook mich über Rituale zu informieren. Leider hbe ich hier in Berlin noch nichts gefunden wo ich den Mut hätte mich anzuschließen.
    Aber gut Ding will Weile haben und ich denke im richtigen Moment wird auch das kommen.
    Dir und deiner Familie möchte ich alles Glück für 2014 wünschen, verliert den Mut nicht - ein Neustart dauert seine Zeit bis er anläuft!- bleibt gesund und ich wünsche euch viele nette neue Kunden/-innen und TeilnehmerInnen!!
    Herzlichste Grüße
    Angelika

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  3. Hallo liebe Minerva,

    hier winke ich zurück!!
    Das war wirklich ein hartes und anstrengendes Jahr für euch. Ich hoffe so sehr, dass sich euer Mut und euer Einsatz auszahlt.
    Ich wünsche dir auf jeden Fall alles Gute für das neue Jahr.
    Liebe Grüße
    Anne

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  4. Was für ein atemberaubendes und turbulentes Jahr...
    Aber Ihr habt einen Traum verwirklicht und Ihr seid nie allein <3
    Die Göttin IST mit Euch und sie wird es bleiben.
    Danke dass Du uns an Deiner Geschichte so intensiv teilhaben lässt.

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