Sonntag, 22. Dezember 2013

Die Zeit der geweihten Nächte....


Die Sonne steht tief über den Feldern und der Nordsee. Rot gefärbt ist sie schon gegen halb Vier am Nachmittag und ich weiß, dass die Stille in der Natur nicht mehr weit ist. Sie teilt uns nun mit, es ihr gleich zu tun. Innezuhalten Abzuschalten. Bis vor drei Wochen war es still hier. Kein Tourist, nur die Einheimischen. Ruhe im Hofladen. Aber seit der Sonnenwende dreht sich auch an der Küste wieder das Blatt. Winterurlauber, Weihnachtsflüchtlinge.

In der längsten und dunkelsten Nacht des Jahres wiederholt sich ein immerwährendes Versprechen der Natur: Die Wintersonnenwende. Die Sonne hat nun ihren tiefsten Stand erreicht und besiegt nun das Dunkle.  Sie wendet sich, um  neu geboren zu werden. Aus ihrem tiefsten Punkt entsteigt sie dem Firmament, um  unsere Tage heller werden zu lassen .Auch wenn es dann noch für 12 weitere Tage so aussieht, als seien sie besonders finster und rau , die Raunächte genannt, wird doch jeder Tag um eine einzige Minute länger.

Jetzt , jetzt kommt die Zeit in der alles still steht, wo wir innehalten, um die Luft anzuhalten, nach innen zu gehen, um dann, ab dem 6 Januar , wieder auszuatmen. Bildlich gesehen. Vieleicht suchen deswegen einige Menschen die Stille, fahren von zu Hause fort, weil es dort nicht möglich ist. Hier oben an der Küste steht die Zeit still-es ist Winter.

Ein Geschenk, was wir nicht kaufen können,  das ist die Zeit. Es sind die Tage der Familie, der Liebe und des Zusammenseins. Egal ob wir Christen sind, Heiden oder Hindus. Es ist der Rhythmus von Mutter Natur, dem wir instinktiv folgen (sollten).
Die Feiertage sollten Anlass geben, die Uhr zu vergessen, geben Zeit für Mußestunden,  für Spieleabende am Kamin , eine ausgedehnte Wanderung oder einfach nur dem Geräusch der Regentropfen lauschen...gute Gespräche oder ein Buch lesen.

Dieses Bedürfnis ist  tief in uns verwurzelt.  Sich dem zu beugen, gibt der  Seele Kraft  und bringt diese wieder ins Gleichgewicht. Für meinen Mann und mich gibt es und gab es nichts Schöneres als diese Zeit zu Hause zu verbringen. Es kostete viel Mühe sich von dem Weihnachtstress nicht anstecken zu lassen. Hier ist das nun kein Thema mehr.
Wonnezeit nannten die Schweden früher diese N ächte. Sie  heißen noch immer Weihe-Nächte, denn sie galten als Geweiht. Erst seit etwa 1170 wurde aus den Geweihten Nächte, die „eine Weihnacht“ oder „Weihe-Nacht“.

Kerzen, Düfte, Musik oder die Stille der Nacht. Es ist die heiligste Zeit im Jahr. Versprechen, die man sich jetzt gibt, müssen eingehalten werden. Der Zeitpunkt vom 20 bis zum 24. ist ein guter zum Heiraten, danach aber fangen die Ahnennächte und Geisternächte an. Die sind dann genauso ungünstig, wie zu Samhain, sich miteinander zu verbinden.

Es ist die Zeit der immergrünen Pflanzen (ich habe schon etliche Male darüber geschrieben) Tanne, Kiefer, Mistel, Stechpalme, Efeu...Sie garantieren den Fortbestand des Lebens.
Die Göttin die diese Zeit dominiert, es  ist die Percht. Wodan dagegen ist der Eichengott, der jetzt der Herrscher der Wälder, um das Gleichgewicht wieder herzustellen.  Wer jetzt durch die Wälder, Ebenen und Menschenleere Moore streicht könnte ihm begegnen.
Denn in den 12 wilden Nächten ist alles in der Schwebe. Sie gehören nicht ins alte, aber auch noch nicht in das neue Jahr.
Orakelnächte, Weissage Zeit, Wendezeit.


Diese Nächte sind Zwischenweltlich, man sollte sie mit Vorsicht begehen. Hier oben ist das Wilde Volk unterwegs und lässt sich auch mit klappern, Trommel und rasseln nicht wirklich fernhalten. Es ist hier in Butjadingen Brauch am ersten Januar so die Geister zu vertreiben. Schützende und helfende Wesen können mit deinen Weihnachtlichen Keksen, Gebäck oder auch mit Milch und Honig besänftigt werden. Auch Rauchopfer helfen, das Haus zu schützen.

Ich entzünde ab dem 25. in jeder Nacht Fichtenharz oder eine Mischung aus Ficht3enharz, Wacholder, Mistel und Beifuß Kraut. Das schützt und öffnet aber gleichzeitig die Tür zu den anderen Welten und ich reise in diesen Nächten mindestens einmal intensiv.


Ein altes Orakel kenne ich von meiner Oma:
Die Christrose (ich nenne sie lieber Schneerose) ist das Blumige Sinnbild für diese Zeit. Am Weihnachtstag werden 12 geschlossene Blüten ins Wasser gestellt, jede Blüte steht für einen Monat im kommenden Jahr, jede geöffnete Blüte am nächsten Morgen, sagt im diesen Monat dir Glück voraus. Man kann das noch weiter ausführen. Jede Blüte bekommt eine Frage und jede geöffnete Blüte am anderen Morgen steht für ein ja, die geschlossene für ein Nein.
Die Christrose ist giftig, also nicht in die Hände von Kindern oder Tieren geben!

In diesem Jahr ist unser Baum weiß geworden. Keine Ahnung warum, aber ich färbte die Mattgoldenen Kugeln einfach, in dem ich sie in Bindefarbe tauchte. Jetzt sehen sie aus wie Schneebälle. Weiß ist die Farbe der Reinheit, ich denke es hat was damit zu tun, das ich in diesem Jahr ganz schwer die Ahnenzeit ertragen habe. Wie immer ist es ein echter Baum, ich liebe diesen Geruch und ich finde, diese Uralte Tradition der Baumverehrung einfach sehr wichtig. Es gibt heutzutage schon zu viel künstliches, da wollte ich keinen Kunstbaum haben, genauso wenig wie künstliche Nägel oder Wimpern.

Weihnachten wird in diesem Jahr ein großes Familien Fest, all unsere Lieben sind hier an der Küste, Kinder, Oma, Uromas, Opas ,Enkel und Schwiegersohn. Und dann, in den Raunächten, werde ich über das vergangene Jahr nachdenken und mich verabschieden, damit das neue begrüßt werden kann....

Kommentare:

  1. Ein wundervolles Fest und gesegnete Rauhnächte wünsche ich Dir samt Deinen Lieben, kommt gut ins neue Jahr!

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  2. Den Wünschen schließe ich mich gerne an, auch von mir ein schönes und ruhiges Fest, gesegnete Rauhnächte für Dich und Deine Familie.

    Alles Liebe
    Morgaine

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  3. ich wünsche dir ein frohes Fest und freue mich auf weitere interessante Beiträge von dir,
    und sage mal Danke,
    liebe Grüße
    Hermine

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  4. Wir möchten Dir und Deinen Lieben auch eine wundergute Zeit wünschen!
    Und Licht im Herzen ♥

    Liebe Grüße,
    anja und die sterne

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