Mittwoch, 4. Dezember 2013

Die Figur des Nikolaus und wie sie entstand:

Quelle: Briar Yule Karten

Dieser „falsche Heilige“ entwickelte sich aus verschiedenen heidnischen Gottheiten, unter anderem dem Meergott Poseidon, als Beschützer von Seeleuten, der an die Stelle von Artemis getreten war. Die Tempel des Poseidon wurden zu Schreinen des heiligen Nikolaus, der auch Poseidons Volkstümlichen Titel erbte: der Seemann.

Nikolaus trägt merkwürdigerweise den gleichen Namen wie der englische Old Nick, der germanische Meeresgott, der auch König der Nixen bekannt war und er wurde im Germanischen mit Wodan gleichgesetzt.

Als die europäischen Gottheiten der Heiden christianisiert wurden, entwickelte sich der wohltätige Aspekt von Wodan zum heiligen Nikolaus, der, wie Odin/Wotan/Wodan auch zur Wintersonnenwende über die Dachfirst zieht.

Aus diesen zwei Aspekten entstand dann die Legende vom Heiligen Nikolaus, dessen Knochen „zusammengetragen wurde“ und diese dann in eine Kirche in Bari zu verehren, die zu diesen Zwecken gebaut wurde.


In Italien verdrängte der Heilige Nikolaus eine weibliche Gottheit namens Befana . Sie füllte mit Geschenken die Strümpfe der Kinder. Dieser „Großmutter“ wurde aus ihrem Heiligtum in Bari vertrieben, das sich danach als Zentrum um den Kult des heiligen Nikolaus entwickelte!

Das war der eigentliche Anfang des Kultes im den Heiligen Nikolaus, obwohl in seiner christlichen Legende, die ohne jede Grundlage ist, behauptet wird, dass er im 4. Jahrhundert ein Bischof von Myra gewesen wäre. Seine Offizielle Biografie war grotesk. Er vollbrachte mehr Wunder als Christus , die sogar nach seinem Tod nicht zu Ende waren.

Er erweckte beispielsweise Tote, in seinem magischen Kessel , besänftigte einen Sturm auf See, Vermehrte das Getreide auf wundersame Weise und nach seinem Tod, entsprang an seinem Grab eine Quelle mit ÖL, das jeden Kranken heilen konnte.


Die Gaben, die der Nikolaus sind traditionell, Nüsse, Äpfel und Mendelkern“
( …die essen kleine Kinder gern“)
Und diese verteilt er in der Nacht zum 6. Dezember. Im Katholischen Glauben ist er ein Bischof, mit Stab, Ornat und Bischofsmütze. Knecht Ruprecht trägt Sack und Rute. Er ist dunkel, grau oder schwarz Gewandet, taucht er immer wieder mit Grimmiger Miene auf.

In der Schweiz ist der Knecht sogar „ Gehörnt“ er trägt ein Geweih auf seinem Kopf. Hier wird die Herkunft sichtbarer.
Ruprecht war einst Mitglied der Wilden Jagdt Odins, ein alter Heide. Sein Name leitet sich von „Hruod-peaht“ , dem ruhmglänzenden Wodan ab.

Aber wer sind sie diese Männer, diese ganz in Weiß, Rot und rausche Bart, die mit Schlitten und Geschenken, des Nachts durch den Schornstein kommen oder am 6. Dezember den Kindern hierzulande etwas in die Schuhe legen?!

1931 erschuf ein Amerikanischer Künstler den Santa Claus, wie wir ihn heute kennen. Sein Bild, für eine Werbung, war den vielen Europäischen Einwanderern geschuldet, die ihn sich mit weißem Bart, rotem Mantel als fröhliche „Opa Gestalt“ mit Roten Backen und einem von Herzen kommenden Lachen.

Im Grunde ist der Nikolaus eine Mischung aus Christlichen wie heidnischen Traditionen. Die Rute bestand einmal aus Haselzweigen, ein Symbol für Fruchtbarkeit. Die Lebensrute, die vor bösen Geistern schützte.

Alle Jahre wieder fliegt der Weihnachtsmann zur Weihnachtszeit mit seinem Schlitten durch die Lüfte. Alle Jahre wieder kehrt somit der Uralte Schamane, in Rot und weiß gekleidet, auf die Erde. Diese Aussage scheint auf den modernen Menschen sehr befremdlich zu wirken.
In Sibirien spricht man auch von einer ähnlichen „Wilden Jagt“ wie hier z u lande. Die dortigen Schamanen jagen auf Rentierschlitten über die Wolken und ihr Ziel ist der Weltenbaum, unter dem die magischen Rentiere stehen.

Die Sibirischen Tschuken erzählen, dass der Mond ein Mann ist, der auf seinem Schlitten von Renntieren gezogen zur Erde und wieder zum Himmel fliegt, ganz so wie unser Weihnachtsmann. ( Rätsch- Weihnachtsbaum und Blütenwunder)


Diese Erzählungen sind Überbleibsel schamanischer Seelenflüge. Diese wurden unterstürzt durch die Einnahme des Rot Weißen Fliegenpilzes. Die gleichen Farben, die wir im Mantel des Weihnachtsmannes wiederfinden.

..“ Die alten Volksgebräuche, soweit sie nicht direkt götzendienerisch oder abergläubisch waren, wurden nach Einführung des Christentums durch andere ersetzt.
An Stelle Wodans, der als Gott des Sturmes auf einem Schimmel reitend gedacht wurde, trat bei uns der hl. Nikolaus (plattdeutsch Sünner Klas = Sankt Niklas).

Und da Wodan als Gott des Sturmes zugleich Gott der Fruchtbarkeit war, weil von Wind und Wetter die Fruchtbarkeit abhängig ist, so musste auch der hl. Nikolaus als Gabenspender auftreten und wurde daraufhin speziell der Kinderfreund.

Sein Fest fällt auf den 6. Dezember, es ist die Zeit der Winde und der winterlichen Stürme. Mit oder ohne Bischofsmütze besucht St. Nikolaus am Vorabende seines Festes oder am Feste selbst, eine winterlich eingemummte Gestalt, die Häuser, ermahnt die Kinder artig zu sein, spendet den guten Nüsse, Äpfel und Gebäck, den faulen, ungehorsamen eine Rute.

Er geht entweder zu Fuß oder er erscheint auf weißem Pferde als lichte Gestalt , begleitet vom einem Knechte, der die Geschenke in einem Sacke bei sich trägt.
Dieser Knecht ist Ruprecht, der entthronte Wodan. In den evangelischen Landesteilen hat die Kirchentrennung den hl. Nikolaus meist beseitigt, an seine Stelle ist sein Knecht getreten.

Vor dem Zubettegehen setzten die Kinder Teller auf den Tisch, damit der hl. Nikolaus während der Nacht seine Gaben hineinlege.Ursprünglich waren es Gaben, die auch abends vorher durch den verkleideten Nikolaus verteilt waren: Äpfel, Nüsse und Backwerk in allerlei Gestalten: Männer, Frauen, Pferde, Hasen, Hirsche usw.

Als Bonifatius das Christentum predigte, eiferte er gegen die »Götzenbilder aus Mehl Teig« und verbot strenge deren Anfertigung. In dem Nikolausgebäck, heute verfeinert als Spekulatius im Handel, haben sich die Götzenbilder aus Mehl Teig erhalten. Ebenso verbot Bonifatius »Götzenbilder aus Holz oder Alraunwurzel geschnitzt« und mit Kleidern umgeben, also Figuren, die heute die Mädchen in Gestalt von Puppen bekommen…“
( Ludwig Strackerjan: Aberglaube und Sagen aus dem Herzogtum Oldenburg )

Später wurde es nämlich Sitte, die ursprüngliche Bescherung zu erweitern. Schulbücher, Kleidungsstücke, Puppen usw. lagen neben den bisher üblichen Gaben auf den Tellern. Ein Beschenken auf Weihnachten war noch nicht Mode. Jetzt ist der Nikolaustag als Geschenktag mehr und mehr abgekommen, an seine Stelle ist das Weihnachtsfest getreten, nur in Holland und Belgien steht er noch in Blüte.

Lebte der alte segenspendende Wodan als Knecht Ruprecht fort. Auch der Weihnachtsmann, der zu Weihnachten seine Geschenke an die Kinder austeilte, kam auf einem weißen Schimmel herangeritten.

Die Kinder pflegten am Nikolausabend, später dann am Weihnachtsabend dem Pferde Heu hinzulegen, dann halte der Weihnachtsmann länger an und packe mehr Geschenke ab.

Quellen ( unter anderem) das geheime Wissen der Frauen/Arun
Christian Rätsch (Weihnachtsbrauch und Blütenwunder
Arun Verlag: Die geweihten Nächte
Sigrid Früh Rauhnächte

Kommentare:

  1. Ein sehr schöner Artikel, liebe Elster. :)

    Allerdings muss ich dir in einem Widersprechen. Der Schmutzli, so wird des Samichlaus (Nikolaus) Knecht in der Schweiz genannt, ist nicht gehörnt. Es gibt sehr wohl so einige Bräuche mit gehörnten, wilden Gestalten hier , doch die haben nicht direkt was mit dem Schmutzli zu tun. ;)

    Einen lieben Gruss aus der Schweiz
    Nicky

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  2. Hallo, meine lIebe,
    dann musst du dem Dr. CHristian Rätsch wiedersprechen und der Fachliteratur, von der ich diese Informationen habe. Aber da du Schweizerin bist, müsstest du das ja auch besser wissen...ich gebe nur wieder, was in den Quellen steht, die ich vorliegen habe.

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    1. Achso ja, dann hat der Rätsch wohl was falsch verstanden... ;)

      Grüsse
      Nicky

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  3. Vielen Dank für die Infos, eine solche Geschichte fehlte mir gerade noch!

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  4. Liebe Elster,

    vielen Dank für deinen Kommentar in meinem Mazzamurello-Blog. Ich bin dem Link gefolgt und habe deinen Beitrag mit Interesse gelesen. Es ist schon erstaunlich, wie sehr sich bestimmte Brauchtums-Elemente in verschiedenen Kulturen gleichen. Da muss man/frau fast zum Schluss kommen, dass hinter den Bräuchen keine Personen sondern Prinzipien stecken.

    Hier dazu meine Gedanken:
    http://mazzamurello.blogspot.ch/2013/12/weshalb-es-unwesentlich-ist-woher-der.html

    Noch etwas zu Bari: Der Heilige Nikolaus ist Stadtpatron von Bari, was die Baresi veranlasst hat, dessen Gebeine zu „sichern“. Daraus lässt sich meines Erachtens zwar schliessen, dass Bari der Ausgangspunkt der europäischen Nikolaus-Verehrung, aber nicht unbedingt der des Nikolaus-Brauchs in Europa war. Dass der Nikolaus die Befana verdrängt hat, denke ich auch nicht, denn den Nikolaus-Brauch kennt man in Italien eigentlich nicht. Der Befana-Brauch hingegen ist in Süditalien und v.a. auf Sizilien immer noch aktiv, wenn auch am Verblassen. Am 6. Januar (!!!) füllt die Hexe die Schuhe der Kinder und die Frauen begrüssen sich alle mit „Buona Befana“. Wenn jemand die Befana verdrängen will, dann „Babbo Natale“. Der hat aber weniger mit dem Nikolaus zu tun, als mit dem USA-Sant Claus, durch Werbung und Globalisierung zu uns nach Europa kam. Auch bei uns in der Schweiz verdrängt der Weihnachtsmann langsam aber sicher den Samichlaus und das Christkind.
    Noch etwas zum Schweizer Schmutzli: Heute hat der „teuflische“ Begleiter des Nikolaus keine Hörner mehr. Früher hingegen war er gehörnt.

    Mit lieben Grüssen
    Barbara aus der Schweiz

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    1. Hallo Babara,
      vielen Dank für deinen aehr ausführlichen Kommentar, ich schätze es immer sehr, wenn man sich mit Mythen, Legenden und Sagen auseinandersetzen kann und deren Ursprünge. Wie gesagt, ich stürzte mich auf Fachliteratur wie die Rauhnachtsbräuche oder Bücher von Christian Rätsch, Storl und Babara Walker.

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  5. Du schreibst, es sei dir egal, der Sinn hinter dem Fest ist wichtig, natürlich hast du damit Recht. Viele sehen das genauso. Aber meiner persönliche Meinung dazu ist, wenn wir vergessen, woher so ein Fest kommt und was dahinter steckt, vergessen wir unsere Wurzeln. Aus einer Wahrheit wird Legende und aus Legende ein Märchen. Tolerenz hat dazu geführt, das diese alten Bräuche überlagert wurden von den Christlichen. Ich finde es wichtig an die Ursprünge zu gehen. Für mich ist das eine persönliche Entscheidung. Und ich finde es wichtig das Ethnologen wie Christian Rätsch oder Wolf Dieter Storl uns auf die alten Bräuche aufmerksam machen. Für uns ist der Nikolaustag seit Jahrzehnten der Odins Tag, der alten Druiden.

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