Freitag, 25. Oktober 2013

Tier Rettung mit Hindernissen


Eigentlich wollte ich über den Ausflug mit Freunden schreiben, wir waren bei Findlingen und Hünengräbern, Hügelgräbern und am Hexentanzplatz im Moor. Eigentlich sollte es ein unkomplizierter Ausflug werden, wir haben aber nicht damit gerechnet, das dieser Tag ganz schicksalhaft für eine kleine Katze werden sollte…

Das Moor zeigte sich von seiner wunderschönsten Seite und so machten wir uns am Nachmittag ganz Stressfrei auf den Rückweg nach Tossens, als uns ein kleines Schild mit dem Namen „ Steinkistengrab“ auffiel. Wir waren schon dran vorbei, als mein Mann meinte, wir sollten uns das doch noch ansehen und zurück fuhr.

Wir bogen in eine kleine befestigte Straße ein, wo wir nach vielleicht 500 Metern das Steingrab enddecken konnten. So parkten wir und stiegen aus.  Meinem Mann fiel ein leises Mauzen auf und er machte uns auf eine kleine Katze in einer Kuhle nahe der Straße aufmerksam. Sie sah uns und schrie jetzt noch stärker.  Nach einer kleinen Weile taperte sie auf meinen Partner zu und schmuste mit ihm, dabei mauzte sie weiter herzzerreißend.


Ein ganz weiches Baby Fell hatte sie und noch die Milchzähne, Kerstin fiel zu erst auf, das es sich um ein sehr Junges Tier handeln musste. Wo kam sie her,weit und breit kein Haus. Wir waren erst einmal recht ratlos.
 Am Hinteren Feldrand stand ein kleiner Hof , vielleicht hatte sie sich verlaufen und gehörte dort hin, war die allgemeine Vermutung. So fuhr mein Mann mit Jörg  dorthin um nachzufragen. Merkwürdig fanden beide die Schilder "bissiger Hund" am Eingang, ohne aber einen Hund zu sehen oder zu hören. Dann liefen sehr viele Katzen auf dem Hof herum und einige sah man am Fenster.

Die Frau schien ein wenig „eigenartig“ zu sein, es wäre nicht ihre Katze, gab sie an, aber es gäbe hier einfach viele Katzen auf dem Hof und sie könnten sie ja bringen. Sie zählt halt nicht nach.
Im Nachsatz sagte sie aber dann etwas entscheidendes: Ach, wenn es zu viele werden, dann bringen wir ein paar davon  um, dann ist es wieder gut. 

Die beiden Männer waren entsetzt und berichteten uns von dem verwahrlosten Hof und der sehr merkwürdigen Person. Nein, dorthin kam die Katze sicherlich nicht. Was also tun?

 Wir ließen uns die Telefonnummer des  Tierheimes in diesem Landkreis geben und riefen dort an. Die Frau am anderen Ende war skeptisch und zurückhaltend, sagte wir sollten die Polizei anrufen, denn nur dann könnte das Tierheim handeln. Gut, dann eben die Polizei. Ich sprach mit der Polizei, der nette Mann am anderen Ende verwies mich weiter auf die Feuerwehr, sie dürften keine Tiere transportieren. (Ich lass das mal so stehen…ich denke manch ein Betrunkener ist schlimmer als ein kleines harmloses Kätzchen…aber wir haben ja Vorschriften, an die wir uns zu 100 % halten MÜSSEN)


Weiteres Telefonat mit der Feuerwehr, mittlerweile standen wir bestimmt zwei Stunden an der kleinen Straße. Fazit: Wir sind nicht zuständig, ich verbinde sie aber mit dem Veterinär Amt  Cuxhaven. Ich war erleichtert, dachte ich doch, das sind die Leute, die Tiere liebe und schützen….ICH DACHTE ES…bis ich einen Mann an der anderen Leitung hatte, der eher auf der Leitung zu schlafen schien und jetzt sauer war, das ich ihn mit so einem Blödsinn störte.

Wohl gemerkt, es war Mittwoch Später Nachmittag! Nicht Freitag, nicht Sonntag! MITTWOCH vor 17 Uhr!  Ich betakelte mich mit dem Mann, das der nicht auflegte, war alles.

 Nein, ich sollte die Katze einfach da lassen und das sie womöglich ausgesetzt sei, wäre ja auch nur meine Annahme.  (Zur Info: das Kätzchen hatte schon blaue Ohrspitzen, war eiskalt, hatte enormen Hunger und sich eine kleine Kuhle an einem Busch gemacht, in der sie sicherlich nicht nur eine Stunde gelegen hatte) 

Als ich auflegte war ich kurz vorm Heulen, vor lauter Wut über so einen Menschen, der seinen Beruf verfehlt oder vergessen hatte, warum er einmal etwas mit Tieren zu tun haben wollte!
Ich rief nochmals beim Tierheim an, total verzweifelt und siehe da, es wurde geholfen und verstanden! Es dauerte dann nochmals mehr als eine halbe Stunde, dann kam die Rettung in Form einer sehr netten großen Frau mit viel Verständnis. 

Wir hatten uns schon allerlei ausgedacht, wie wir das Kätzchen transportieren könnten. Schließlich hatten wir zusätzlich noch einen Hund im Auto, einen ganz lieben zwar, das weiß aber die Katze nicht.  Uns Vieren war klar: Wir hätten nicht fahren können! Nie im Leben!

Aber so kam dann nach etwa zweieinhalb Stunden Hilfe fürs Kätzchen und auch für uns.
Ein wenig durchgefroren waren wir alle auch. 

Meinen Dank geht an das Tierheim Team Cuxhaven und meinen Gruß an den eingefahrenen und unmöglichen Herrn vom Amt, der sich überlegen sollte, ob er wirklich richtig ist!!!

Ach , und das Tierheim wird sich auch der Sache mit dem ( Katzen) Hof annehmen und dort jemanden zu Kontrolle hinschicken. 

Wenn dieser Ausflug nicht für mehere Dinge gleichzeitig gut war!
 

1 Kommentar:

  1. Schön, daß das Kätzchen gerettet werden konnte. Wie es Dir dabei gefühlsmäßig ging als Du kurz vorm heulen warst vor lauter Wut über einen so dummen Menschen, kann ich sehr gut nachempfinden. Auch ich hatte leider schon mal so eine Situation durchgemacht und ich hab geweint vor Zorn, es tat mir damals im Herzen weh. So wünsche ich dem kleinen Kätzchen und den anderen Katzen, daß sie ein besseres Zuhause bekommen und vor allem Menschen die sie lieben !

    Alles Liebe
    Morgaine

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