Montag, 14. Oktober 2013

Mitten im Oktober...

Sie nehmen auf den Feldern rund um den Hof Platz: Zugvögel. Auf ihrer langen Reise nach Süden, machen sie hier Station. Wir befinden uns mittendrin und beobachten fasziniert das Schauspiel der Gänse, Schnäbler oder auch die Schwärme von Finken und Kiebitze. Sie fliegen über mich hin weck und ich habe das erste Mal nicht das Gefühl von Fernweh. 
  
Jetzt wird es Zeit, jetzt müssen wir uns nun auf die dunkelste der Jahreszeiten vorbereiten, bevor uns dann auch noch die Kälteste bevorsteht. 


Langsam wird der Hof zu unserem Zuhause, ganz langsam machen wir uns ihn zu Eigen. Es ist wichtig eigenes zu erschaffen und ihm unsere Persönlichkeit zu geben. Mein Küchenaltar hat einen Platz gefunden, lange hat es gedauert. Die Geister hungerten schon, wurden ungeduldig, es wurde Zeit. ..


Wenn ich am Morgen hinausgehe um die Zeitung zu holen, ist es jetzt empfindlich kalt. Dennoch, der Oktober zeigt sich an der Küste überwiegend von seiner schönsten Seite. Als wolle er uns beeindrucken.

Es ist die Zeit des Rückzugs…des Vogelzuges, der Nebel und der Geister. 
Seit gestern fühle ich die Samhain Energien rund um den Hof, spüre ich die Anwesenheit der Andersweltlichen. Mich zurück zu ziehen, war in Dortmund für mich immer mit viel Arbeit bzw. Abgrenzung verbunden, so mitten in der Stadt. Jetzt brauche ich mich darum überhaupt nicht mehr zu kümmern und kann mich ganz auf den Naturzyklus einlassen und die jeweiligen Geister und Energien.


Jeden Tag lerne ich ein wenig mehr, über den Vogelzug, über das Landleben und über die vielen Besucher aus den anderen Ebenen. Am Anfang bin ich immer noch erschrocken, dass sie für mich so greifbar sind, jetzt aber gewöhne ich mich langsam daran.  Die leichten verspielten Energien verändern sich, gehen über, in die dunklen schwermütigen und bringen die Toten mit.


Ahnenzeit ist Geisterzeit, hier oben ganz besonders.

Ahnenzeit ist aber auch Lichterzeit…

Draußen wird es hier jetzt richtig finster, keine Beleuchtung weit und breit. Ab und zu kann man in der Ferne die Lichter der angrenzenden Höfe sehen. Ansonsten starrt man ins dunkle. 
Zeit für Kerzen und der „ Kuschel Faktor“ wird um ein wesentliches größer. 


Die Felder sind abgeerntet und nun kommen die Feldhasen und Rehe mit ihnen die Greifvögel. Ganz leise hören wir in der Ferne die Geräuschkulisse der Landstraße, da nun das Laub der Bäume und auch der Mais diese nicht mehr abhält.Es kommt aber darauf an, wie der Wind steht.  


Ab und an ertappe ich mich, dass mir die Welt herum unwirklich vorkommt. Ich genieße es sehr, das Gefühl zu haben am Rande zu stehen, versteckt zu sein. Wie die alten Medizinfrauen, die mitten im Wald oder ganz einsam in einer Höhle gelebt haben. Um das zu tun, was ich tue, ist es absolut notwendig für mich.

Ich weiß, vielen  geht es momentan  nicht so gut. Ich versteh auch nicht, was momentan los ist, ageblich sollte doch in diesm Jahr alles so viel besser werden.
Die Telefonate drehen sich überwiegend darum, Trost zu spenden. Und das versuche ich. Und da bedauere ich sehr, nicht mehr unmittelbar für meine Freunde und Frauen greifbar zu sein. 



Früher konnten sie einfach vorbeikommen auf einen Tee, heute ist das nicht mehr ganz so einfach. Einfach schon, aber es geht halt nicht mehr so fix.  In diesen Momenten scheine ich weit weg zu sein, verloren. Ja, in diesen Momenten fühle ich mich auch so.  


Aber damals, vor etlichen Jahrhunderten haben gute Frauen sich auch rumgesprochen, fanden die Menschen auch zu ihnen. Nahmen vieles für den Weg in Kauf, mit der Heilerin, der Hexe zu sprechen. Wer mich finden soll und es ernst meint, der kommt auch zu mir.


Jetzt gerade geht die Sonne unter, und es wird kalt im Haus. Irgendwo in den Weiten des Daches rumpelt etwas, knarrt ein Balken oder jagt der Marder in seinem Revier. Gestern sah ich das erste Mal eine Eule und hörte ein Käuzchen schreien.  

Die Ahnenzeit ist nahe.....

1 Kommentar:

  1. Ich glaube es geht momentan vielen Schlecht (ich selbst habe auch eine üble Phase hinter mir - oder zumindest fast...), weil darauf unweigerlich etwas Gutes, viel Besseres als das Alte, folgen wird.... Aber da muss man natürlich erstmal hin kommen.... Ich fühle dieses Jahr Samhain schon so lange, noch vor Mabon fing es an ;)

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