Samstag, 14. September 2013

Meine Hommage an das Meer Oder: ein magischer Ort am Wasser


Am Anfang ist das Wasser, wir sind aus Wasser.
Wasser ist für mich Urquell, Faszination und Inspiration zugleich.
Die Wildheit, die Schönheit wenn die Sonne untergeht, die raue See bei Regen und Wind. Das Meer- ungezähmt, wild, frei, nicht zu durschauen, genauso wie die wilden Frauen.
Es zeigt uns immer wieder das Natur nur bedingt einschätzbar ist. Wir leben mit diesen Zyklen und hier an der Küste sind diese jeden Tag fühlbar. 

Das Meer,- Ursprung des Lebens, ein mystischer Ort, Freiheit ist spürbar an der Küste.
Nur ein paar hundert Meter gibt es am Wasser kleine Oasen, wilde kleine Freiheiten, die uns ganz still werden lassen, aufgrund der Mächtigkeit des Wassers. Seit ein paar Wochen nutze ich die freien Abend Stunden, um meine neue Heimat mit dem Rad zu erkunden. Fahre hinter dem Deich am Wasser entlang, steige ab, mache halt und dann geht es  weiter..
Facetten von Farben, Formen und Gerüchen…

Das Meer ist wie eine Zauberin, wandlungsfähig. Von einem Moment zum anderen. Es strahlt in den verschiedensten Farben und Formen, lädt uns ein, einzutauchen und stößt uns nur einige Stunden später ab, sich nicht in Lebensgefahr zu begeben. Es riecht, nach Salz und Wasser. Es duftet nach Strandbeifuß und Algen, nach Wilder Kamille und Queller.

Ich kann mir ein Leben, fern dieses Meeres kaum mehr vorstellen, jetzt nach nur 7 Monaten.
Jetzt wird es stiller hinter dem Deich, denn fernab der Menschen, ist man nun ganz nahe am Wasser und ganz allein mit dem Wind und der Weite des Meeres. Ab und an finde ich Strandbeifuß, wieder mache ich Halt, pflücke ein wenig und radle weiter…


Das Meer gibt Kraft und reinigt die Seele.  Wenn ich einen schlechten Tag habe,  gehe ich zum Meer. Wenn die Ebbe das Meer zurückzieht, dann gibt es seine Schätze und Geheimnisse preis, es ist fast schöner, auf dem Meeresboden nach Muscheln, Steinen und anderem zu forschen aber heute fahre ich direkt am Wasser entlang. Genieße diese Zwischenzeit.


Dabei fällt mir ein, dass das Meer tragisch sein kann, wenn wir den Schimmelreiter von Theodor Storm lesen. Denn Sedna- das Meer, holt sich diejenigen, die dem Größenwahn und dem Geld verfallen. Es macht demütig, wenn man bei Sturm die Wellen anschaut, die an das Ufer branden, ihre Wucht und Kraft zeigt, wie klein der Mensch dagegen ist. Wenn Du meinst, du wärest der Nabel der Welt, dann geh zum Meer, es zeigt dir, wie klein du in Wirklichkeit gegenüber seiner Macht bist.
Wenn der Sturm mir durchs Haar weht und das Wasser mir ins Gesicht peitscht und ich das Salz auf meinen Lippen schmecke, dann werde ich innerlich ganz ruhig. Und wenn die Sonne sich darin spiegelt, dann schenken mir die Farben von Orange und Rot Kraft und Trost. 


Schon von weitem sehe ich Bewegung auf einem der Wellenbrecher, jemand hat etwas dort aufgestellt. Als ich näher komme, sieht es wie ein Kunstwerk aus, ein Kunstwerk vom Wasser gegeben und von Menschen gemacht. Fasziniert bleibe ich stehen und schaue es mir näher an. Der Kranz wirkt fast so, als wäre er für die Ertrunkenen Seefahrer. Ganz leicht klimpert es im Wind und ich bin gefangen von dieser Magie. 

Mein Leben dreht sich um Magie, Schamanismus und Rituale, um Gefühle, Erfahrungen, Kräfte und Urkräfte. Wasser und Meer sind für mich Symbole dieser Arbeit, sie sind wogende Leidenschaft, Kraft und Unbändigkeit der Natur. Ich glaube auch deswegen gibt es hier so viele Künstler und Kreative Freigeister.

Am liebsten würde ich mich jetzt hier irgendwo einfach hinsetzen, ich genieße diese unglaubliche Kulisse aus Wasser, Möwen und Sand, denn es ist Herbst und jeder Sonnentag ist nun ein Geschenk an uns. Hier ist die Natur so viel unmittelbarer und erlebbarer. Du musst einfach nur auf das Wasser sehen, dann erklärt sich vieles…

Ich fühle diese Schöpferkraft, die aus diesen gesammelten und angeschwemmten Dingen des Meeres entstanden ist, das selbst Plastik und ein paar Stofffetzten einen Kraft und Erinnerung Ort entstehen lassen können. Diese Kreative Energie durchdringt meine Poren und nimmt mich gefangen.  Dies ist, ist wie ein neu entstandener Kraftplatz.  Eigentlich möchte ich meinen Teil dazu beitragen und auch etwas dazu hängen, möchte mir aber Zeit lassen. So beschieße ich wiederzukommen an diesen magischen Ort am Wasser…..