Samstag, 3. August 2013

Wasserzauber


Als es dämmerig wurde ,beschlossen mein Partner und ich diesmal nicht zum Meer, sondern zum nahen Sieltief zu gehen.
Ein paar hundert Meter liefen wir am Entwässerungsgraben entlang um uns dann am Siel Tief niederzulassen, das Wasserritual zu begehen.

Menschenleere-Stille-Tierlaute. Das ist alles, was zu hören ist. 


Langsam wurde es immer dunkler um uns herum und die leichten Nebelschwaden, die hier zu Lande über den vielen Abflüssen der Gräben stehen, zogen auf. 
Wir bemerkten beide die plötzliche Luftveränderung, die mit dem leichten Nebel einherging und überlegten, nach was es auf einmal so intensiv roch. Nein, das Meer war es nicht. Dann kamen wir drauf : Es war der Geruch des Moores, der Geruch von stehendem Wasser und tiefer dunkler Erde. 

In der Ferne  tauchten  drei Gestalten auf, mitten auf dem Feld, sie sahen aus, wie drei tanzende Frauen mit weißen Kleidern, auch mein Mann sah sie.

Natürlich können es Pfosten gewesen sein oder sonst was, in der Dämmerung ist alles möglich. Zuordnungen des Gehirnes verschwinden leichter und das ist auch gut so. Das Land hier, ist voller Mythen, Geister und Wasserwesen...
Fakt ist aber, als wir näher kamen waren sie nicht mehr da.

Das Wasser war wie ein Spiegel, tiefschwarz und glatt. Es bewegte sich nichts.Selbst der Wind hatte eine Pause.


Mein Partner brachte es auf den Punkt, als er in das tiefschwarze Wasser sah: "wie ein Blick in die Anderswelt," sagte er. Ja, genauso war es.

Ich wagte kaum hineinzusehen. Ich hatte das Gefühl, der Frau Holle, der Hel ganz nahe zu sein. Merkwürdig, denn es ist nicht ihre Zeit....

Ich setzte mich, zündete die Lichtschiffe an, rasselte, räucherte und sang für die Wassergeister. Dann ließen wir die Schiffe in das stille Wasser. 


Ich dankte für diesen Ort,
für Gesundheit  meiner Lieben und für die Liebe meines Mannes.
Dankte für die Menschen, die die Göttin
wieder zurück in mein Leben gebracht hatte.
Und das eine gute Freundschaft nicht zerstört wurde.
Dankte für Vertrauen und Herausforderungen.

Bat sie aber auch um Hilfe , weil alles Handwerklich hier viel zu langsam läuft.
Und darum, mir meine Angst , die mich ab und zu dann doch mal überkommt, zu nehmen.

Wie von Geisterhand kamen kleine Wellen auf, irgendwas war da. Ein Tier?! Eine Bisamratte oder ein großer Fisch? Ich überlegte nicht weiter, sondern genoss diese magisch-unheimliche Energie um uns herum. 


Mein Mann entzündete“ seinen“ Salbei und räuchernd  gingen wir  am Siel Rand zurück zum Hof.


Wir betrachteten den Sternenhimmel über uns, der klar und dunkel über uns, seine Schönheit offenbarte. So einen Sternenhimmel, wie hier, den hatten wir selten gesehen, nicht im Ruhrgebiet.

Und wie selbstverständlich sahen wir die Sternschnuppen über das Firmament gleiten und verglühen.


Wie ein Gruß der Götter an uns…….



Nach meinem kleinen Ritual  träumte ich.

Von Vergangenen und Zukünftigen
Von Menschen die mir nahe  sind
und solchen, die einen Platz in meinem Herzen gefunden haben.

Sedna stieg aus den Tiefen des Grabens hervor
Und sah wie mein Mann und ich
Ihr Ehrerbietung entgegenbrachte
Sie umarmte mich und sagte; das alles gut ist
Ich solle Vertrauen haben.
Und das jemand kommen wird.
Jemand Altes und Bekanntes…
Ich solle nur warten und mich
darauf vorbereiten verzeihen zu können...
Sie erzählte mir noch mehr.
Dann trat sie auf meinen Mann zu
Und gab ihm die Hand, dann mir
Der Sog der mich in das Wasser zog war
Unbeschreiblich…
Und ich wachte auf…



1 Kommentar:

  1. Einfach genial! ☆ ♡ ☆
    Vielen Dank für diese immer neuen, magischen Einblicke in Euer Erleben und Empfinden, es ist ganz toll, dass Du dies alles mit Deinen Lesern teilst.
    Eine gesegnete Erntezeit weiterhin und auch viel Erfolg, helfende Hände wünsche ich Euch! )o(

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