Samstag, 15. Juni 2013

Schwellen Geister & Ritual

In nordischen Megalith Anlagen und sardischen Felsengräbern finden sich Schwellensteine, die den profanen vom sakralen Bereich trennen..

Den Römern galt die rechte Seite als glückverheißend, die linke als unglückbringend. Daher sollten Besucher, die ein Haus betraten, den rechten Fuß zuerst über die Schwelle setzen. Ebenfalls seit der Römerzeit bekannt ist der verbreitete Brauch, dass der Bräutigam die Braut über die Türschwelle des Hauses trägt, in dem das Ehepaar gemeinsam wohnen wird.

Er symbolisiert einen gemeinsamen Eintritt in einen neuen Lebensabschnitt, doch möglicherweise steckt hinter dieser Prozedur gleichzeitig die Vorstellung, die Wächter des Hauses oder böse Geister müssten überlistet werden, damit der Braut nichts Böses geschehen kann, oder die Braut müsse davor bewahrt werden, auf der Schwelle zu stolpern, was ein schlechtes Omen sei.
Die Bewohner  Von Bauernhöfen im Ruhrgebiet wie auch im Norddeutschen Raum  vergruben oft unter der Schwelle kleine Tiere, für einen Schutz  damit böse Geister die nicht ins Haus kommen sollen, sondern auch vor Unglück. Kleine Kinder sollen nicht in der Nähe der Schwellen stehen, damit ihnen nichts Böses geschieht. Oft wurde eines Hauses Schwelle noch mit Sprüchen oder Gebeten gesegnet.  Selbst im "Nach-Heidentum "war das der Fall, noch heute können wir über so manchen Tür  Schwellen manch einen  Christlichen Sinnesspruch lesen.

In Russland ist die Vorstellung, dass der Aufenthalt zwischen zwei Räumen unheilvoll ist, verbreitet. Daher werden Besucher erst zum Eintreten aufgefordert und dann begrüßt, nicht aber auf der Türschwelle. Auch andere wichtige Handlungen dürfen nicht auf der Türschwelle stattfinden. Das scheint mit dem Glauben zu tun zu haben, das eine Türschwelle, „nicht hier und nicht da“ ist, also einen Zwischenbereich darstellt, das Reich der Geister und Ahnen.

In Goethes Faust  meint Faust seine Türschwelle durch ein Pentagramm gegen das Eindringen böser Geister geschützt zu haben, doch da das Symbol nicht sorgfältig genug ausgeführt ist, gelingt es Mephisto in Pudelgestalt die Barriere zu überwinden.

In vielen Gebieten Deutschlands streute man in der Walpurgisnacht oder in der Nacht auf den 1. November  geweihtes Salz auf die Türschwelle. Das sollte vor „bösen Hexen“ schützen.  Besonders geeignet schien, um jeglichen bösen Zauber fernzuhalten, der Besen. 

(Deshalb stellte man ihn mit dem Reisig nach oben an die Mauer, damit sich daran die Hexe verfangen konnte.  Das aber nur am Rande.)

Es gab auch einen Brauch, den Verstorben eines Hauses, nahe der Hausschelle zu begraben, damit er das Haus bewache.  In vielen Ländern wie Taiwan oder Japan ist der Glaube an „Schwellen Geister“ sehr verbreitet. 
Es kann also auch bei  uns die Türschwelle als symbolische Grenze zwischen Diesseits und Jenseits gesehen werden.

Ich habe diese Mythologie aufgegriffen und daraus mein eigenes Geister Ritual gemacht, indem ich geweihtes Salz verwendet habe, gegen die Bösen Hexen ( haha..) ein Pentagramm mit Roter Farbe, die Farbe Rot steht für mich für Frauenkraft und Fruchtbarkeit, schließlich wollen wir, dass es hier fruchtet und Kraftvoll ist. 
Gerasselt habe ich, um die Schwellenhüterin zu ehren und geräuchert.
Noch einige Runen aufgemalt, die mir sehr nahe stehen und diese mit Blut und Spucke geweiht, getanzt und wieder geräuchert.  Dann die Türe geschlossen. Gewartet auf die Anwesenheit der Geister und nach einigen Minuten..schwups hatte ich die Antwort, in dem sich die Türe ganz langsam öffnete. Sie sind da! 



Geister der Schwelle
Bewacht diese Stelle
Lasst nichts Böses hier herein
So will ich es haben
So soll es sein!

Kommentare:

  1. Türschwellen sollen ja neben Kreuzwegen zu den Orten gehören, an denen man Hekate besonders "leicht" anrufen kann (wenn es derart formal für jemanden nötig ist).
    Irgendwie klingt es plausibel, denn für mich ist sie eine Schlüsselhalterin, Torwächterin und somit auch Hüterin der Schwellen. Alles was eben nicht hier und auch nicht wirklich dort ist. Das Ritual klingt sehr schön :)

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  2. Danke für die wunderbare Anregung :-)

    Bergzauberin

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