Dienstag, 18. Juni 2013

Haus der öffenen Türen







Unser Haus ist  offen für Mann, Frau, Kind und alle anderen, fast zu jeder Zeit stehen bei gutem Wetter alle Türen auf. Auch damit unsere Katzen mühelos überall hinkommen können.  Es ist schön, so ein Hof der offenen Tür. Manchmal,  am Abend, dann ist das Hoftor geschlossen, aber auch das nur symbolisch, denn eigentlich ist es kein richtiges Tor. 
Einmal wurde ich gefragt, ob ich denn keine Angst hätte, soweit draußen aber wir hätten doch ganz bestimmt dann einen Wachhund. Nein, weder habe ich Angst, noch haben wir einen Hund.  Ich besitze ganz viele Dinge von Wert, aber sie sind nur für mich kostbar,  sie sind Geldlich bzw. materiell nichts wert. Für mich bedeuten sie alles, aber für einen anderen nicht.


Bei uns kann man nichts stehlen, es ist ja nichts da. Keine Bilder berühmter Künstler, keine Erbstücke von der Tante oder Goldschmuck. So etwas besitzen wir nicht.  Selbst Bargeld ist ganz oft sehr knapp bemessen bei uns. Selbst auf dem Konto- also auch der Raub der EC Karten würde nichts bringen.  Gut, das Auto vielleicht, aber mit der Werbung darauf?! Kaum denkbar. 


Also, wovor sollte ich Angst haben?!  Jeder der mag ,kann ins Haus  herein und heraus. Keine teuren Antiquitäten, keine großartigen kostspieligen  Computer, keinen Laptop und keinen Mega Fernseher. Sorry- leider nicht. Und selbst die Fotoausrüstung meines Partners ist schon etwas älter. Selbst ein teures Fahrrad besitzen wir nicht...

Nein, hier kann jeder rein. Nachts, da ist verriegelt, wenn wir es denn nicht mal vergessen. Es gibt hier so viele Türen und Tore, das kann schon einmal vorkommen. Egal.  Wer zu uns fährt, will auch zu uns, hier gibt es nichts mehr, außer den Hexenhof. Mein Hab und Gut ist mein Mann, meine Kinder und das zu Hause . Ab und an mal ein schönes Kleidungstück, ein gutes Buch, etwas Dekoratives, oder ein netter Besuch, das ist für mich Wertvoll.  


Ein Haus ohne Schwelle, ohne das drinnen von draußen zu unterscheiden. Ich kann draußen sitzen, im Wohnbereich, die Türe weit öffnen und den Regen genießen ohne nass zu werden. 

 Ich kann auf dem Sofa oder Bett liegen und das Meer riechen, wenn der Wind aus Richtung Deich weht.  Die Möven hören, beim kochen  oder die Blätter rauschen hören, wenn ich vor dem Computer sitze. 
Noch wechsle ich die Schuhe, wenn ich vom Garten in die Wohnräume gehe, aber wenn es wärmer wird, laufe ich wieder Barfuß und so ist auch diese Schwelle, keine mehr……

1 Kommentar:

  1. Ich finde dieses Leben das Du beschreibst so lebenswert. Einfach ist es sicher auch nicht aber bestimmt erfüllend. Das mit den Türen ist auch so schön geschrieben. Es ist ein beruhigendes Gefühl nicht auf Schätzen sitzen zu müssen. Da würde der Ausspruch meines Sohnes passen den er vor vielen Jahren mal sagte als ich ihn schimpfte da er nachts die Haustür nicht verschlossen hatte. Er sagte: "Hier gibt es doch nichts zu stehlen, das Wertvollste ist doch mein Computer".
    Bei uns ist es gerade so heiß, da kann man es bei Euch sicher besser aushalten.
    Liebe Grüße von Marie

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