Donnerstag, 30. Mai 2013

Wasser und Moorgeister….

Es ist nach 22 Uhr, langsam bricht die Dunkelheit herein und ich bin müde, schalte den Fernseher aus und bringe die Gläser in die Küche, dabei gehe ich durch den langen Flur des Gulfhofes und mein Blick fällt dabei genau auf das große Fenster zur Einfahrt. Hinter den Bäumen erkenne ich den aufsteigenden Bodennebel. 
In der Küche schaue ich aus dem Fenster, von hier hat man immer einen weiten Blick über die Felder, während Bäume die Blickrichtung der anderen Fenster jetzt im Frühjahr mit ihrem Laub versperren.
Wunderschön und gleichzeitig ganz mystisch sieht es draußen aus, der Nebel steigt aus den angrenzenden Gräben auf die Felder und schleicht von dort weiter. 

Etwas, so habe ich das Gefühl, zieht mich hinaus.
Über meinen Schlafanzug schmeiße ich nur meine Jacke, niemand sieht mich hier, es ist ja auch keiner da. Nur die Kälte könnte mein Vorhaben  noch unterbrechen. Ich schnappe mir die Kamera und gehe nach draußen. 

Wow, es ist windstill, kein Lüftchen geht, was hier schon außergewöhnlich ist und es ist mild. Unglaublich mild, ich friere nicht. Ganz im Gegenteil, es ist herrlich draußen.  So gehe ich über den Hof, aus dem Tor hinaus und trete auf den kleinen Weg  vor dem Haus. Hier schweift der Blick weit über Felder bis hin zum Deich…aber nicht jetzt. 

Der Bodennebel kriecht dahin, man kann ihn förmlich schweben sehen. Über ihm ist der Himmel noch ein wenig rosa von den Farben der untergehenden Sonne. Ein magisches Licht. Ich stehe einfach nur da und betrachte das Schauspiel. Kein Wunder das die Menschen hier an Wassergeister und Moorwesen glaubten. 



Jetzt kann man das frühere Moor erahnen,  ich habe das Gefühl mitten in ihm zu sein. Kein Laut und kein Wind regen sich, dennoch scheint der Nebel lebendig zu sein, ganz langsam nimmt er Wiese für Wiese für sich ein.  Ich zucke zusammen, als ein Fischreiher über mir hinweg fliegt und dabei seine krächzenden Laute abgibt. 

Erst jetzt bemerke ich, dass es fast ganz dunkel geworden ist aber der Nebel steigt nicht auf, er bleibt auf dem Boden und ist heller als der Himmel über ihm.  Ab und zu mache ich Fotos, weil ich so fasziniert bin, bezweifle aber, dass sie verwenden kann.  So irgendwie habe ich das Gefühl, das gleich ein Schatten zu sehen ist, mitten im Nebel oder der Geist der „Meetje“ der Wasserfrau die hier auf die Gräben und Siele aufpasst, auf mich zu kommt um mich mit in die Tiefen zu ziehen.  Realitäten verschwimmen hier in der Weite der Ebene. 


Nun sehe ich auch die fernen Lichter nicht mehr.
Ich bin nur ein paar Schritte vom Hof entfernt und bemerke das es nun fast ganz dunkel ist. Langsam gehe ich zurück und wärend ich gehe, habe ich das Gefühl, jemand ist hinter mir. Ich höre die Schritte ganz deutlich.  Ich drehe mich ruckartig um und schnaube meine Imaginäre Begleitung an „ Willst du mich verarschen, ich hör dich doch?!“  und dann versteht der Verstand, obsiegt über das Andersweltliche:

Der Boden ist so getränkt von Wasser, das er bei jedem meiner Schritte leicht nachgibt, ohne zu verschlammen, aber dennoch so etwas wie „ leise patschende Geräusche“ von sich gibt, es hört sich original so an, als ob jemand ganz dicht hinter einem her geht. Ich muss grinsen, trotzdem bleibt das Gefühl das ganz dicht bei mir eine Präsens mitläuft...

Der Hof sieht in der Finsternis nun aus, als sei er eine kleine Moorkarte. Wer weiß, in welcher Welt ich gelandet bin, denke ich und schlüpfe durch das geschlossene Tor. Die leicht erleuchteten Fenster des Zauberzimmers, erhellen mir den Weg um den Hof herum zum Eingang.

Als ich kurze Zeit später im Bett liege habe ich plötzlich wieder das Gefühl den Nebel zu fühlen, wie dieser eingehüllt mit seinen vielen  Geistwesen näher  und näher  zumHof kommt und fühle mich das erste Mal  unwohl . Merkwürdig und Seltsam.
Ich rieche auf einmal auch den Nebel, es riecht nach Wasser, Moor und Salz. Ganz leicht nur.  
Ich setze mich auf und formuliere drei Mal einen Schutzsegen:

Göttin schützte dieses Haus und alle die hier gehen ein und aus
So sei es! Danach fühle ich mich besser. Dennoch habe ich gleich heute Morgen angefangen die Hausecken mit Salz und Beifuß zu schützen. Besser ist besser….



Kommentare:

  1. Schöne Bilder♥

    Liebe Grüße
    Silberweide

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  2. Whow, zusammen mit diesen wirklich beeindruckenden Bildern konnte man die unheimliche Stimmung jetzt so richtig nach-fühlen...

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  3. wow was für bilder, man spürt ja die spannung richtieg durch die bilder..
    ich liebe wenn es neblig ist.

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